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Amoklauf an HSHL: 30-Jährige stirbt nach Attacke im Krankenhaus - Täter in Psychiatrie

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Von: Sarah Hanke, Markus Hanneken, Frank Osiewacz, Tobias Lawatzki, Daniel Großert, Simon Stock

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Messer-Attacke an der Hochschule HSHL in Hamm. Die lebensgefährlich verletzte Frau ist am Samstagabend gestorben. Drei weitere Personen wurden verletzt. Der Täter wurde gefasst.

Update vom 12. Juni, 9.50 Uhr: Die Befürchtung ist zwei Tage nach dem Amoklauf an der HSHL traurige Gewissheit geworden: Die bei der Attacke an der Hochschule in Hamm lebensgefährlich verletzte 30-Jährige ist am späten Samstagnachmittag in der Uniklinik Münster gestorben. Das teilte die ermittelnde Staatsanwältin Milena Klement am Sonntagmorgen auf WA-Anfrage mit.

NameHochschule Hamm-Lippstadt
AbkürzungHSHL
Studentenzahl5.600 (2021)

Bereits bei der Pressekonferenz am Samstagnachmittag hatten die Ermittler mitgeteilt, dass ihre Überlebenschancen nicht gut stünden. Bei der Frau handelt es sich um eine Lehrbeauftragte aus Essen mit Zweitwohnsitz in Hamm. Der Täter hatte ihr mit einem Messer in die Brust gestochen.

Messer-Attacke an der HSHL in Hamm: Ermittler sprechen von Amok-Tat

Update vom 11. Juni, 16.22 Uhr: Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft Dortmund haben sich auf einer Pressekonferenz zu der Messer-Attacke an der HSHL geäußert (Video verfügbar). Nach den Schilderungen von Polizei und Staatsanwaltschaft ist der 34-jährige Täter ein Psychologie-Student, der unter massiven Wahnvorstellungen leidet, sich verfolgt, überwacht und bedroht fühlt. Zwei Tage vor dem Amok-Lauf an der HSHL hat er offenbar versucht, sich selbst zu töten. Nach einem freiwilligen Aufenthalt in einer psychiatrischen Einrichtung entließ er sich am Freitag selbst, weil er sich von den Pflegern bedroht fühlte, kaufte zwei Küchenmesser und stach damit auf dem Campus der Hochschule willkürlich auf insgesamt vier Opfer ein.

Einer 22-Jährigen stach er im Foyer achtmal in den Bauch, bevor er in den Hörsaal ging und dort eine 30-jährige Lehrbeauftragte aus Essen mit Zweitwohnsitz in Hamm in die Brust stach. Dann überwältigten ihn mehrere Studenten. Die 30-Jährige schwebt in höchster Lebensgefahr. Ihre Überlebenschancen stehen nicht gut. Die weiteren jungen Opfer - zwei 22 Jahre alte Frauen sowie ein 22-jähriger Mann aus Hamm (2) und Dortmund - befinden sich aktuell nicht in Lebensgefahr. Eine der 22-jährigen Frauen musste allerdings notoperiert werden und wird intensivmedizinisch behandelt.

Die Polizei und Staatsanwaltschaft Dortmund ermitteln wegen versuchten Mordes in vier Fällen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Die Polizei stuft die Messerattacke an der Hochschule Hamm-Lippstadt als Amok-Tat ein. Die Ermittler gehen nach einem psychiatrischen Gutachten davon aus, dass der Student bei der Tat am Freitagnachmittag schuldunfähig oder vermindert schuldfähig war. 

Update vom 11. Juni, 13.09 Uhr: Nach dem Messerangriff an der HSHL gibt es am Campus Hamm am Montag keine Lehrveranstaltungen oder Prüfungen. „Nach den schrecklichen Ereignissen können und wollen wir am Montag nicht einfach mit dem Regulärbetrieb weitermachen, sondern einen Moment innehalten“, teilte die Hochschule am Samstag auf ihrer Homepage mit. 

Messer-Attacke in Hamm: Keine Veranstaltungen an HSHL am Montag

Für Studierende werde der Campus als Ort zum Austauschen und Innehalten ab 10 Uhr geöffnet sein. Präsidium, Lehrende und Notfallseelsorgende stünden vor Ort zum Gespräch zur Verfügung. „Ebenso wird es einen Raum geben, in dem Ruhe zu einem stillen Moment für alle einlädt.“ Auch Beschäftigte der Hochschule könnten die Gesprächsangebote nutzen.

Studentenwohnheim an der HSHL in Hamm
Nach der Messerattacke an der HSHL in Hamm wurde die Wohnung des mutmaßlichen Täters im Studentenwohnheim gestürmt. © Markus Hanneken/wa.de

„Die Stimmung war traurig, aber ruhig und bedächtig“, sagte Johanna Bömken, Leiterin Kommunikation und Marketing der HSHL, dem rnd am Tag nach der Tat. Vor Ort haben sich die Studierenden „gegenseitig getröstet und emotional unterstützt und auf Anweisungen der Rettungskräfte gewartet“. Für die Studierenden, die sich dem Täter entgegenstellten, sei es eine erschütternde Ausnahmesituation gewesen: „Alle Betroffenen, die die Tat miterlebt haben, waren gestern zutiefst erschüttert“, so Bömken.

Update vom 11. Juni, 9.24 Uhr: An der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) herrscht am Tag nach der möglichen Amok-Tat eine gespenstische Ruhe. Lediglich Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens sind vor Ort, um nach eigenen Angaben den abgesperrten Campus zu bewachen. Im Laufe des Tages sollen Spurensicherung und Mordkommission die Ermittlungen vor Ort weiterführen. Die schwer verletzte Frau schwebt weiterhin in akuter Lebensgefahr. Das teilte die Staatsanwaltschaft Dortmund mit.

Zum Messer-Angreifer gibt es noch keine weiteren offiziellen Angabe. Nach WA-Informationen soll der 34-jährige Mann aber im Studentenwohnheim auf der gegenüberliegenden Seite des HSHL-Traktes gewohnt haben. Wie die Bild berichtet, hatten schwer bewaffnete Spezialkräfte der Polizei am Freitagabend ein Appartement in dem Wohnheim gestürmt und durchsucht.

Polizei steht vor der Hochschule HSHL Hamm
Am Tag nach der Messerattacke an der HSHL in Hamm herrscht gespenstische Ruhe rund um den Tatort. Die Polizei ist mit Kräften vor Ort. © Markus Hanneken/wa.de

Update vom 11. Juni, 8.53 Uhr: Am Samstagmorgen gibt es noch keine neuen Informationen zur möglichen Amok-Tat an der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL). Polizei und Staatsanwaltschaft wollen am Nachmittag in einer gemeinsamen Pressekonferenz über den bisherigen Stand der Ermittlungen informieren.

Hamm: Messer-Attacke an der HSHL - Amok-Verdacht

[Erstmeldung] Hamm - Alarm und Großeinsatz an der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL): Dort hat ein Mann (34) am Freitag (10. Juni) gegen 15.30 Uhr in einem Hörsaal mit einem Messer mehrere Menschen angegriffen und vier Personen verletzt. Eines der Opfer, eine Frau, schwebt in Lebensgefahr. Der mutmaßliche Täter wurde von Studenten gestoppt und überwältigt. „Der Täter ist sicher“, verbreitete die Polizei schon früh über Twitter.

Polizisten aus ganz NRW kamen zum Einsatz und durchkämmten über Stunden die Hochschule. Laut Polizeipräsident Thomas Kubera bestehe der Verdacht, dass es sich um eine Amok-Tat handeln könnte. In einem solchen Fall sei es normal, zu überprüfen, ob es weitere Tatverdächtige oder versteckte Gegenstände gibt. Die Einsatzmaßnahmen in dem großen Gebäudekomplex zogen sich bis in den späten Abend hin.

Hamm: Messer-Attacke an der HSHL - Hinweise auf psychische Erkrankung des Angreifers

Nach Informationen von wa.de ist der Angreifer Student und 34 Jahre alt. Laut Staatsanwaltschaft Dortmund habe er in einem Studentenwohnheim gewohnt. Die Wohnung sei durchsucht worden. Am Samstag (11. Juni) soll er von einem Psychiater begutachtet werden. Es gebe Hinweise auf eine psychische Erkrankung, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Es gebe keine Hinweise auf einen politischen Hintergrund oder auf Mittäter.

Messer-Attacke an der HSHL in Hamm
Spezialkräfte der Polizei waren nach der Messer-Attacke in der Hochschule Hamm-Lippstadt im Einsatz. © Andreas Rother/wa.de

Der mutmaßliche Täter rannte laut Polizei am Freitagnachmittag in dem Gebäude der HSHL von unten nach oben, dabei habe er um sich gestochen - und zwar wahllos. Es liegen „keine belastbaren Hinweise zu Täter-Opfer-Beziehungen“ vor, heißt es dazu in einer gemeinsamen Erklärung von Staatsanwaltschaft und Polizei Dortmund am späten Abend.

Der Mann lief schließlich in einen Hörsaal der HSHL, in dem Studenten des vierten Semesters (Umweltmonitoring und forensische Chemie) Praxisarbeiten vorstellten. Wie viele Studenten genau anwesend waren, ist nicht bekannt. Einige von ihnen überwältigten den 34-Jährigen und verhinderten so noch Schlimmeres. Der Neuen Westfälischen zufolge soll eine Dozentin verletzt worden sein. Die Zeitung beruft sich dabei auf eine Augenzeugin. Bestätigt ist das nicht.

Hamm: Großeinsatz der Polizei an der HSHL

Wer die übrigen Verletzten sind, ist nicht bekannt - klar ist nur, dass es sich um drei Frauen und einen Mann handelt. Eine Person soll vor dem Hochschulgebäude verletzt worden sein. Zwei Frauen wurden schwer verletzt, eine von ihnen wurde mit einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen. Sie wurde notoperiert und schwebte am Abend in akuter Lebensgefahr, wie der Staatsanwaltschaft mitteilte.

Messer-Attacke an der HSHL in Hamm
Großer Polizei-Einsatz an der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL): Ein Mann hat mit einem Messer vier Personen schwer verletzt. © Andreas Rother/wa.de

Hamm: Messer-Attacke an der HSHL - „Man ist erschüttert“

Zwischenzeitlich wurde die Mensa geöffnet, „um die Studenten bestmöglich aufzufangen“, sagte die HSHL-Kanzlerin Sandra Schlösser. Es gebe kostenlose Getränke. Zahlreiche Seelsorger sind im Einsatz, um die Studierenden zu betreuen. Schlösser: „Man ist erschüttert. In 15 Jahren Hochschultätigkeit habe sie sowas noch nicht erlebt.“ Man versuche alles zu tun, dass die Verletzten versorgt werden können.

Vor Ort waren schnell nach der Alarmierung fünf Polizeiautos, drei Feuerwehrfahrzeuge, vier Rettungswagen und ein Notarzt zu sehen. Ein Rettungshubschrauber des ADAC nahm einen der beiden Schwerverletzten auf und flog ihn zur Behandlung in ein Krankenhaus.

Hamm: Messer-Attacke an der HSHL - Straße gesperrt

Die Marker Allee, die an der HSHL vorbeiführt, wurde komplett gesperrt. Ortskundige Verkehrsteilnehmer sollten den Bereich umfahren. Die erste Meldung hatte die Redaktion am Freitag um kurz nach halb vier erreicht. Die Hochschule Hamm-Lippstadt gibt es seit 2009 an den beiden Standorten Hamm und Lippstadt. 

Erst vor wenigen Tagen soll ein Mann aus Schmallenberg via WhatsApp einen Amoklauf angekündigt haben. Das SEK griff ein.

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