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Messer-Attacke an HSHL: „Jetzt bist du dran“ - Täter litt unter Wahnvorstellungen

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Von: Simon Stock

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Nach der Messerattacke an der Hochschule HSHL in Hamm äußerten sich Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstag zu Täter und Tat. Die ersten Ermittlungsergebnisse.

Hamm/Dortmund - Nach der furchtbaren Messer-Attacke an der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) äußerten sich Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstag (11. Juni). Die Pressekonferenz im Polizeipräsidium Dortmund hier:

Messer-Attacke an HSHL: „Jetzt bist du dran“ - Täter litt unter Wahnvorstellungen

Update von 15.40 Uhr: Die Pressekonferenz ist vorüber. Nach den Schilderungen der Ermittler ist klar: Der 34-jährige Täter, ein Psychologie-Student, leidet an massiven Wahnvorstellungen. Zwei Tage vor der Messerattacke an der HSHL hat er offenbar versucht, sich selbst zu töten. Nach einem Kurzaufenthalt in einer psychiatrischen Einrichtung entließ er sich am Freitag selbst, kaufte zwei Küchenmesser und stach damit willkürlich auf Opfer ein. Eine 30-jährige Lehrbeauftragte, der mehrfach in die Brust gestochen wurde, schwebt in höchster Lebensgefahr. Sie wird wohl nicht überleben.

Die Polizei stuft die Messer-Attacke an der Hochschule Hamm-Lippstadt als „Amok-Tat“ ein. Die Polizei und Staatsanwaltschaft Dortmund ermitteln wegen versuchten Mordes in vier Fällen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Die Ermittler gehen nach einem psychiatrischen Gutachten davon aus, dass der Student bei der Tat schuldunfähig oder vermindert schuldfähig war.

Update von 15.35 Uhr: Laut Robert Herrmann haben sich im Hörsaal tumultartige Szenen abgespielt. Sehr viele Personen hätten zugepackt, um den Täter zu überwältigen. „So viele, wie an einen Mann passen“. Der Täter habe Psychologie studiert.

PK im Polizeipräsidium Dortmund
Amoklauf an der HSHL in Hamm: Polizei und Staatsanwaltschaft nannten in Dortmund Details zum Täter. © Jens Greinke/wa.de

Messerangriff in Hamm: Täter fühlte sich verfolgt - und ging zur Polizei

Update von 15.29 Uhr: Hamms Polizeipräsident Thomas Kubera bestätigt, dass der Täter Anfang April Anzeige bei der Polizei Hamm erstattet habe, weil er sich verfolgt und bedroht fühlte. Er sei dabei offen mit seiner psychischen Erkrankung umgegangen. Es sei damals eine Gefahrenbewertung vorgenommen worden: Besteht eine Eigen- oder Fremdgefährdung? Beides sei ausgeschlossen worden.

Update von 15.23 Uhr: Laut Staatsanwalt Henner Kruse stach der Täter im Hörsaal einer 30-Jährigen, einer Lehrbeauftragten der HSHL, mehrfach in die Brust. Dabei habe er gesagt: „Jetzt bist du dran.“ Die Frau ringt aktuell mit dem Tod. Alle Opfer seien Zufallsopfer gewesen. Das bestätigt auch Ermittlungsleiter Robert Herrmann. Nichts spreche für eine gezielte Aktion. Es sei von einer „willkürlichen Aktion“ auszugehen.

Messer-Attacke in Hamm: Student hinterlässt blutige Spur in HSHL

Update von 15.20 Uhr: Der Täter habe zwei Küchenmesser dabei gehabt, sagt Henner Kruse. Seinem ersten Opfer, einer 22-Jährigen, habe er versucht in den Hals zu stechen. Da sei die Schutzhülle noch über dem Messer gewesen. Danach habe er sie abgenommen und die junge Frau an der Wange verletzt. Sein nächstes Opfer war ein 22-Jähriger, der eine Wunde am Hals davontrug. Anschließend stach er einer Frau (22), die in einer Sitzgruppe las, achtmal in Bauch. Sie sei nach einer Not-OP außer Lebensgefahr.

Update von 15.15 Uhr: Staatsanwalt Henner Kruse übernimmt. Der Täter, ein 34-jähriger Langzeitstudent, sei nun in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen worden. Er habe schon vor der Tat unter Wahnvorstellungen gelitten. Er fühlte sich von anderen Menschen und Mitstudenten verfolgt, abgehört und bedroht. Zwei Tage vor der Tat habe er versucht, sich das Leben zu nehmen und sich danach freiwillig in eine psychiatrische Einrichtung begeben. Am Mittag des Tat-Tages habe er sich selbst entlassen und die beiden Messer gekauft, die er danach benutzt habe.

Update von 15.12 Uhr: Auch Achim Stankowitz (Polizeiführer) spricht von einer „Amok-Lage“. 400 Einsatzkräfte seien schnell an der HSHL gewesen. Weil zunächst nicht klar gewesen sei, dass es sich um einen Einzeltäter handelt, musste der gesamte Gebäudekomplex durchsucht werden. Eine große Zahl erfahrener Ermittler sei im Einsatz gewesen.

Messer-Attacke in Hamm: Polizeiführer spricht von „Amok-Lage“

Update von 15.05 Uhr: Hamms Polizeipräsident Thomas Kubera spricht über den Verlauf der Tat. Gegen 15.29 Uhr kamen erste Notrufe, drei Minuten später waren bereits Beamte vor Ort. Sie fanden ein Opfer vor dem Hörsaal. Die Festnahme erfolgte um 15.35 Uhr - nur sechs Minuten nach dem ersten Notruf. Durch das schnelle Eingreifen von Studenten sei verhindert worden, dass es nicht zu mehr Verletzten gekommen sei. Man muss davon ausgehen, dass es sich um eine „Amok-Tat“ handelt.

Update von 15.01 Uhr: Die PK hat begonnen. Ralf Ziegler (stellvertretender Polizeipräsident Dortmund) hat schlechte Nachrichten. Bei der 30-jährigen Frau, die lebensgefährlich verletzt wurde, sei mit einem Ableben zu rechnen. Er lobt das schnelle Eingreifen der Polizei Hamm.

Messer-Attacke an HSHL in Hamm: Ermittler live im Stream

[Erstmeldung] Zugegen sind Ralf Ziegler (stellvertretender Polizeipräsident Dortmund), Thomas Kubera (Polizeipräsident Hamm), Achim Stankowitz (Polizeiführer), Robert Herrmann (Leiter der Ermittlung), die ermittelnde Staatsanwältin Milena Klement und Henner Kruse (Sprecher Staatsanwaltschaft Dortmund).

Was zu der Tat bislang bekannt ist: Ein Mann hat am Freitag (10. Juni) in einem Gebäude der HSHL in Hamm mit einem Messer offenbar wahllos auf Menschen eingestochen. Vier Personen wurden verletzt, davon zwei schwer. Eines der Opfer, eine Frau, schwebt in akuter Lebensgefahr. Studenten überwältigten den Täter im Hörsaal und hielten ihn fest, bis die Polizei kam.

Polizei-Kräfte aus ganz Nordrhein-Westfalen durchsuchten bis in die späten Abendstunden hinein den Campus. Eine SEK-Einheit stürmte die Wohnung des 34-Jährigen im Studentenwohnheim der HSHL.

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