Großeinsatz für Polizei in Hagen

Mädchen (4) von Auto erfasst: Tumult mit 80 Personen und Ärger im Krankenhaus

Im Hagener Stadtteil Wehringhausen musste die Polizei am Sonntag (21. Juni) massiv einschreiten. Nachdem ein Kind angefahren worden war, waren Angehörige aller Beteiligten in Streit geraten.
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Im Hagener Stadtteil Wehringhausen musste die Polizei am Sonntag (21. Juni) massiv einschreiten. Nachdem ein Kind angefahren worden war, waren Angehörige aller Beteiligten in Streit geraten.

Zu massiven Streitigkeiten mit rund 80 Personen ist es im Hagener Ortsteil Wehringhausen gekommen, nachdem ein Mädchen (4) von einem Auto erfasst worden war.

  • Im Hagener Stadtteil Wehringhausen musste die Polizei am Sonntag (21. Juni) massiv einschreiten.
  • Nachdem ein Kind (4) angefahren worden war, waren Angehörige aller Beteiligten in Streit geraten.
  • Der Polizei-Einsatz setzte sich anschließend auch noch in einem Krankenhaus fort.

Hagen - Ein tragischer Verkehrsunfall, bei dem ein vierjähriges Mädchen schwer verletzt wurde, hat am Sonntag (21. Juni) in Hagen schwere Tumulte unter Angehörigen beider Beteiligten und damit einen massiven Polizeieinsatz ausgelöst.

kreisfreie Stadt

Hagen (NRW)

Einwohner

188.686 Einwohner

Fläche

160,45 km²

Bürgermeister

Erik O. Schulz (parteilos)

Wie die Polizei Hagen am Montagmorgen mitteilt, war das kleine Kind am Sonntagnachmittag gegen 16.30 Uhr auf der Taubenstraße im Stadtteil Wehringhausen vom Auto eines 19-Jährigen erfasst worden, als zwischen zwei geparkten Fahrzeugen auf die Straße gelaufen war. Das sei der derzeitige Ermittlungsstand.
Die Hagener Polizei war mit starken Kräften in Wehringhausen vor Ort.

"Trotz eines sofort eingeleiteten Ausweichmanövers des Autofahrers kam es zu einem Zusammenprall. Das Mädchen wurde hierbei kurz von dem Pkw aufgeladen und im Anschluss auf die Straße geschleudert. Hier blieb es schwer verletzt liegen. Der 19-Jährige und sein Beifahrer leisteten sofort Erste Hilfe", so die Polizei zum Hergang.

Tumult nach Unfalll: Vater schlägt Beifahrer 

Nur kurze Zeit später seien dann zahlreiche Familienangehörige der Vierjährigen am Unfallort gewesen - aber auch Angehörige des jungen Autofahrers. Daraus entwickelten sich tumultartige Szenen, in denen die Emotionen hochkochten.

Die Polizei teilt mit: "Diese gerieten in massiven Streit und es standen sich rund 80 Personen in aggressiver und schreiender Art und Weise gegenüber. Auch der 23-jährige Vater des Mädchens erschien an der Unfallstelle.

Nach dem tragischen Unfall trafen schnell Angehörige der Beteiligten aufeinander, es kam zu verbalen und handfesten Auseinandersetzungen.

In der irrigen Annahmen es handle sich um den Unfallfahrer, riss er dessen 21-jährigen Beifahrer vom Beifahrersitz des Opel, warf ihn zu Boden und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht. Hierbei und bei der im Anschluss folgenden Rangelei verletzte dieser sich leicht", so die Ermittler.

Tumult nach Unfall: Ärztliche Behandlung gestört

Zahlreiche Polizisten seien nötig gewesen, um die gesamte Situation - laut Augenzeugen auch unter Androhung des Einsatzes von Pfefferspray und Schlagstock - wieder zu beruhigen. Auch ein Diensthundeführer war im Einsatz.

Die Vierjährige sei durch den Rettungsdienst erstversorgt und in ein Krankenhaus gebracht worden. Aber auch dort blieb es nicht lange ruhig.

Das schwer verletzte Mädchen (4) wurde ins Krankenhaus gebracht, wo die Polizei ebenfalls einschreiten musste.

"Kurz nach Einlieferung der Vierjährigen ins Krankenhaus war der Einsatz der Polizei erneut notwendig. Einige Familienangehörige des kleinen Mädchens störten durch ihr Verhalten die ärztliche Behandlung. Daraufhin mussten insgesamt fünf Personen durch die Polizei des Krankenhauses verwiesen und die Eltern zur Mäßigung ihres Verhaltens aufgefordert werden", teilte die Polizei Hagen mit.

Tumult nach Unfall: Wehringhausen gilt als Brennpunkt

Das Verkehrskommissariat ermittele jetzt den genauen Unfallhergang. Gegen den 23-jährigen Vater des Kindes werde nach dem Angriff auf den Beifahrer wegen Körperverletzung ermittelt.

Erst nach und nach beruhigte sich die Situation in der Hagener Taubenstraße wieder.

Der Hagener Stadtteil Wehringhausen, der zwischen der Innenstadt sowie den Stadtteilen Haspe und Kuhlerkamp liegt, gilt als sozialer Brennpunkt mit einem überdurchschnittlich hohen Ausländeranteil an der Bevölkerung von mehr als 30 Prozent. Hier leben rund 16.000 Menschen.

Tumult nach Unfall: Zwei Mal Feuer in diesem Jahr

Unweit des aktuellen Einsatzortes Taubenstraße liegt die Wehringhauser Straße, die in die Schlagzeilen geraten war, als sich Bewohner von großen Mehrfamilienhäusern nicht an die corona-bedingte Quarantäne gehalten hatten. Schließlich musste die Polizei die Einhaltung überwachen. 

Exakt dort in der Wehringhauser Straße war zuletzt auch Feuer ausgebrochen. Und in der Taubenstraße wiederum hatte es im Januar einen Brand in einem Mehrfamilienhaus gegeben, bei dem zahlreiche Schaulustige die Arbeit der Einsatzkräfte behindert hatten.

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