Mehrere Verletzte

Nicht Brandmeldeanlage, sondern Schadstoff-Austritt - Routine-Einsatz der Feuerwehr plötzlich kritisch

In einem Industriebetrieb in Gummersbach löste die Brandmeldeanlage aus. Feuerwehrleute als auch Mitarbeiter des Unternehmens hatten dann aber plötzlich mit Augen- und Atemwegsbeschwerden zu kämpfen - wegen eines Schadstoffaustritts.
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In einem Industriebetrieb in Gummersbach löste die Brandmeldeanlage aus. Feuerwehrleute als auch Mitarbeiter des Unternehmens hatten dann aber plötzlich mit Augen- und Atemwegsbeschwerden zu kämpfen - wegen eines Schadstoffaustritts.

Ein Einsatz der Feuerwehr Gummersbach nahm am Mittwochnachmittag eine völlig unerwartete Wendung: Erst ging es um eine Auslösung der Brandmeldeanlange eines Industriebetriebs - und schließlich um einen Schadstoffaustritt, der zu einem Großeinsatz führte.

Gummersbach - Ein Routine-Einsatz für die Feuerwehr ist am Mittwochnachmittag in Gummersbach „eskaliert“. Gegen 14 Uhr wurden Kräfte zu einem Industriebetrieb im Ortsteil Becke entsandt, dort war es zur Auslösung der Brandmeldeanlage gekommen. Doch während des Kontrollrundganges durch die Werkshallen traten bei den Feuerwehrleuten plötzlich Augen- und Atemwegsbeschwerden auf.

Nicht nur bei ihnen: Auch Mitarbeiter des kunststoffverarbeitenden Betriebes klagten über derartige Symptome. Die Ursache war schnell gefunden, erklärte Lars Hohmuth, stellvertretender Wehrführer der Gummersbacher Feuerwehr: „An einer überhitzten Maschine wurden Reinigungsarbeiten vorgenommen. Dabei bildeten sich formaldehydhaltige Gase.“ Diese seien gesundheitsgefährdend, glücklicherweise konnte die Firma schnell den entscheidenden Hinweis geben, der bei der Suche nach der Ursache half.

Aufgrund der Gefährdungslage wurde sofort hochalarmiert: Es wurden mit dem Stichwort „Messung 1“ weitere Feuerwehrleute mit entsprechender Messtechnik geordert, vor allem wurde aber mit „ManV 8“ (Massenanfall von Verletzten) eine umfangreiche Alarmierung des Rettungsdienstes ausgelöst: „Der war mit fünf Rettungswagen und zwei Notärzten hier, außerdem kam der organisatorische Leiter des Rettungsdienstes“, erläuterte Hohmuth den Großeinsatz. So seien am Ende neben 25 Feuerwehrleuten 15 Kräfte des Rettungsdienstes vor Ort gewesen.

Wie groß die Zahl der Verletzten tatsächlich war, blieb zunächst unklar. Acht Personen wurden von den Notärzten untersucht, vier kamen letztendlich ins Krankenhaus. Dabei handelte es sich um zwei Feuerleute der Hauptamtlichen Wache sowie zwei Ehrenamtliche. Die betroffenen Mitarbeiter der Firma brauchten nicht weiter betreut zu werden, sie gelten als unverletzt.

Die Halle, in der es zu dem Vorfall kam, wurde mit schwerem Gerät gelüftet. Eine weitere Gefährdung konnte ausgeschlossen werden. Weitergearbeitet wurde aber anschließend nicht mehr. Ein Geheimnis wird wohl bleiben, wodurch die Brandmeldeanlage ursprünglich ausgelöst wurde.

In Hamm war die Feuerwehr am Mittwochabend bei einem Scheunenbrand im Einsatz.

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