Massenanfall von Verletzten

Großeinsatz bei Tönnies: Verdacht auf Ammoniak-Unfall

Großeinsatz bei Tönnies: Verdacht auf Ammoniak-Unfall
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Rettungskräfte rückten in der Nacht zum Fleischwerk Tönnies aus.

18 Mitarbeiter klagten in der Nacht zu Dienstag kurz nach 2 Uhr im Fleischwerk Tönnies über brennende Augen und lösten so ein Großeinsatz aus.

Rheda-Wiedenbrück - Die Feuerwehr eilte mit 90 Einsatzkräften der Löschzüge Lintel, Rheda, Wiedenbrück und Batenhorst zum Schlachtbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück, ferner wurde noch ein Massenanfall von bis zu zehn Verletzten ausgelöst.

UnternehmenTönnies Holding
HauptsitzRheda-Wiedenbrück
InhaberClemens Tönnies

Großeinsatz bei Tönnies: Verdacht auf Ammoniak-Unfall - keine Mitarbeiter im Krankenhaus

„Ins Krankenhaus musste aber niemand“ berichtete noch in der Nacht Feuerwehr-Pressesprecher Matthias Köpp. Vor Ort sei man auf 18 Betroffene gestoßen, die vom Notarzt sowie dem Leitenden Notarzt untersucht wurden.

Zwei Feuerwehrleute rüsteten sich mit Atemschutzgeräten aus und erkundeten die Anlage. Das übel riechende Gas wird in dem Unternehmen zur Kühlung eingesetzt. Weder bei der Erkundung noch später beim kontrollierten Anfahren der Anlage habe man Fehler feststellen können. Rund zweieinhalb Stunden waren die Einsatzkräfte auf dem Betriebsgelände, erst dann waren alle Mitarbeiter untersucht.

Verdacht auf Ammoniak-Unfall bei Tönnies - nicht der erste Einsatz dieser Art

Vor fast zehn Jahren, Anfang Juni 2011 war es bei Wartungsarbeiten zu einem größeren Ammoniakunfall in dem Werk gekommen, damals mussten 372 Personen vor Ort untersucht und 16 ins Krankenhaus eingeliefert werden. Einen Tag später kam es am 5. Juni bei Tönnies zu einem weiteren Großeinsatz wegen Ammoniak, diesmal mussten 26 Personen vorsorglich ins Krankenhaus gebracht werden.

Auch Anfang August 2012 war es auf dem Firmengelände zu einem Unfall mit dem stark stechend riechenden, farblosen, wasserlöslichen und giftigen Gas gekommen. Damals wurden neun Menschen leicht verletzt in Krankenhäuser transportiert.

Ammoniak kann im menschlichen Körper zu Koordinationsstörungen führen, ebenso zu Krämpfen oder Störung der Körperhaltung. Auch Lebervergrößerungen oder Atemnot sind als Folge einer Vergiftung bekannt. Da das Gas aber schon in geringen Konzentrationen durch seinen Geruch auffällt, sind Vergiftungen sehr selten.

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