Feuerwehr

Großeinsatz in der Nacht: Scheune brennt komplett nieder - Pferde gerettet

Bei einem dramatischen Großbrand auf einem Bauernhof brannte eine Scheune komplett aus.
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Bei einem dramatischen Großbrand auf einem Bauernhof brannte eine Scheune komplett aus.

In Rheda-Wiedenbrück brannte eine Scheune mit dutzenden Pferden in der Nacht zu Donnerstag nieder. Die Feuerwehr trat mit einem Großaufgebot an.

Rheda-Wiedenbrück - Komplett niedergebrannt ist am Mittwochabend eine rund 500 Quadratmeter große Scheune samt Pferdestall auf einem Bauernhof in Nordrheda, in Rheda-Wiedenbrück in NRW. Die Feuerwehr wurde gegen 20.30 Uhr gerufen, den Anwesenden gelang es gerade noch, rund ein dutzend Pferde vor dem schrecklichen Feuertod zu retten.

StadtRheda-Wiedenbrück
Größe86,66 km²
Einwohner48.672 (2020)

Großeinsatz in der Nacht: Scheune brennt komplett nieder

Aufgrund der dramatischen Notrufmeldung und der abgelegenen Lage des Hofes zwischen Umgehungsstraße und Gütersloher Straße in Pixel wurde sofort Großalarm für die Löschzüge Rheda und Wiedenbrück ausgelöst, nach dem Eintreffen der ersten Helfer wurden gleich weitere Fahrzeuge aus Herzebrock-Clarholz und Gütersloh nachalarmiert.

Insbesondere die schwierige Wasserversorgung stand im Mittelpunkt, daher wurden etwa eine Stunde nach dem ersten Alarm auch noch die wasserführenden Fahrzeuge der übrigen drei Löschzüge Batenhorst, Lintel und St. Vit alarmiert. Ferner waren unter anderen die Löschzüge Herzebrock, Quenhorn und Gütersloh im Einsatz.

Vom Kreisfeuerwehrverband wurde unter anderem eine Drohne eingesetzt, um sich aus großer Höhe ein Überblick über die Ausbreitung der Flammen und den Abstand zu gefährdeten Nachbargebäuden zu machen.

Nach Angaben von Feuerwehrchef Christian Kottmann gelang es seinen Kameraden, das gesteckte Ziel, die benachbarten Gebäude durch eine Riegelstellung zu schützen. Das Dach sei beim Eintreffen der ersten Kameraden schon aufgrund der Hitze bereits nahezu abgedeckt gewesen, das Gebäude habe in Vollbrand gestanden.

Großeinsatz in der Nacht: Scheune auf Bauernhof komplett in Flammen

Um möglichst eine beständige und kontinuierliche Wasserversorgung zu Gewährleisten, wurde an der Einfahrt zu dem Hof der Abrollbehälter Wasser des Kreisfeuerwehrverbandes abgelassen und als Puffer genutzt. Der Tank fasst 30.000 Liter Wasser und konnte von den wasserführenden Fahrzeugen, die zwischen der Einsatzstelle und verschiedenen Zapfstellen pendelten, immer wieder aufgefüllt werden.

Hierzu wurden die umliegenden Straßen, unter anderem der Moorweg sowie die Emser Landstrasse für die ungehinderte Anfahrt der Löschfahrzeuge durch den örtlichen Bauhof für den übrigen Verkehr gesperrt.

Zusätzlich wurden im weiteren Verlauf drei parallel verlaufende B-Leitungen zur 600 Meter entfernten Ems verlegt, so dass alleine stetig rund 2400 Liter Wasser aus dem Fluß zur Brandstelle gepumpt werden konnten. Aufgrund der großen Entfernung waren zwischendurch Verstärkerpumpen zwischen den Leitungen geschaltet, um das Wasser mit dem entsprechenden Druck an die Brandstelle zu bringen.

Großeinsatz in der Nacht: Scheune brennt komplett nieder - deutlicher Brandgeruch

Bis in die frühen Morgenstunden waren die Feuerwehrleute mit den Löschmaßnahme beschäftigt, Gefahren durch den in Richtung Gütersloh-Kattenstroth abziehenden Rauch bestanden für die Bevölkerung aber nicht. Allerdings war ein deutlicher Brandgeruch im südlichen Stadtgebiet Güterslohs.

Gegen Mitternacht waren rund 150 Feuerwehrkräfte im Kampf gegen die Flammen im Einsatz, der bis in die Morgenstunden andauern dürfte. Noch in der Nacht kam der Bagger eines Rietberg Abrissunternehmens zum Einsatz, der das Stroh auseinanderzog. So konnten die Feuerwehrleute letzte Glutnester löschen, das verbrannte Stroh wurde schließlich in dem Anhänger eines Traktors auf eine Wiese gefahren und ausgebreitet.

Der Löschzug Gütersloh stellte mit einem Hilfeleistungslöschfahrzeug und der Drehleiter den Grundschutz für die zweitgrößte Stadt im Kreisgebiet sicher für mögliche Paralleleinsätze.

Die Helferinnen und Helfer des Deutschen Rote Kreuzes kamen ebenfalls zum Einsatz, sie versorgten die Feuerwehrleute mit Essen und Getränken.

Die Ermittlungen zur Schadenshöhe und zur Brandursache dauern an. Hierzu wurde die Brandstelle durch die Polizei zur weiteren Spurensicherung beschlagnahmt.

Nach fast 17 Stunden waren die riesigen Heu- und Strohvorräte endgültig abgelöscht, alle Schläuche wieder eingerollt. „Alles, was wir aufgebaut haben, mussten wir auch wieder abbauen“, erläutert Kottmann am Donnerstagmittag. Während die mehr als zwei Kilometer Schläuche bei der Kreisschlauchpflegerei in St. Vit gereinigt werden, muss die Einsatzkleidung ebenso gereinigt werden wie der Atemluftflaschen wieder aufgefüllt werden müssen.

Am frühen Morgen war gegen 6 Uhr das Personal auf rund 50 Einsatzkräfte reduziert worden. Die Löschzüge Lintel und St. Vit waren als erste heimische gegen 2 Uhr aus dem Einsatz verabschiedet worden, mussten dann aber am frühen Morgen wieder die Arbeiten aufnehmen. So konnten sich die Feuerwehrleute, die die ganze Nacht durchgearbeitet hatten, endlich auch ein wenig Ruhe genießen.

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