Er wurde nur ein Jahr alt

Trauer um Nashorn: „Willi“ stirbt im Zoo Dortmund - Untersuchungsergebnisse liegen vor

Nashorn Willi, kurz nach seiner Geburt im Zoo Dortmund.
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Nashorn Willi, kurz nach seiner Geburt im Zoo Dortmund.

Baby-Nashorn Willi ist tot. Der Zoo Dortmund hat die traurige Nachricht am Dienstag verbreitet. Willi musste in der Nacht eingeschläfert werden.

Update vom 24. März, 18.06 Uhr: Nach der traurigen Nachricht vom Tod des Nashorns-Jungtiers Willi im Zoo Dortmund teilt die Stadt Dortmund nun die Ergebnisse der pathologischen Untersuchung mit. Demnach hat der Publikumsliebling an einem spontanen Darmverschluss gelitten.

Dazu teilt die Stadt wörtlich mit: „Die pathologische Untersuchung ergab, dass ein Verschluss des Dünndarms an zwei Stellen dazu führte, dass der Darminhalt nicht passieren konnte und ein Rückstau von Flüssigkeit bis in den Magen auftrat. Durch diesen Rückstau entstand eine hochgradige Darmentzündung, wodurch Giftstoffe aus dem Darm freigesetzt wurden.“

Letztlich habe das zu der lebensbedrohlichen Situation geführt. Der Mitteilung zufolge zeigten die Untersuchungsergebnisse nun, dass Willi die Nacht nicht überlebt hätte. Schweren Herzens hatten sich die Tierärzte zuvor entschieden, das Nashorn-Jungtier von seinem Leid zu erlösen.

Auch zum Hintergrund von Willis Erkrankung liefert Dortmund jetzt eine Erklärung. Eine solche Darmkolik könne spontan entstehen, da das darmeigene Nervensystem die Bewegungen im Magen-Darm-Trakt beeinflusse. Es liege daher für das Auftreten eines Darmverschlusses nicht immer ein konkreter Grund vor, wie beispielsweise ein Fremdkörper. Auch die freie Beweglichkeit des Darms könne zu einem Verschluss führen.

[Erstmeldung vom 23. März, 19.41 Uhr] Dortmund - Er wurde nur gut ein Jahr alt: Im Zoo Dortmund ist in der Nacht zu Dienstag Nashorn-Nachwuchs „Willi“ gestorben. Das Breitmaulnashorn musste gegen 2 Uhr von der Zoo-Tierärztin eingeschläfert werden, nachdem es am Nachmittag kolikartige Bauchschmerzen bekommen hatte, in deren Verlauf sich schnell eine lebensbedrohliche Situation einstellte.

Bis in die Nacht kämpften die Zoo-Tierärztinnen Dr. Christine Osmann und Johanna Steinecker-Quast um sein Leben. Als sich abzeichnete, dass der junge Nashornbulle den Kampf verlieren würde, entschlossen sie sich am Ende, das Tier von seinen Schmerzen zu erlösen und Willi einzuschläfern. Dabei wurde Willi von seinen vertrauten Tierpflegern begleitet. Bis zum Morgen bekamen Willis Mutter Shakina, Nashornkuh Jasira und Nashorn-Oma Natala die Möglichkeit, sich von Willi zu verabschieden, ehe auch die zuständigen Tierpfleger Abschied nahmen.

Der Zoo Dortmund sei tief getroffen über den Tod des jungen Nashorns, heißt es in einer Mitteilung des Tierparks. Willi sei nicht nur ein Magnet für die Zoo-Besucher mit einer riesigen Fangemeinde auch in den sozialen Medien, sondern ebenso der Liebling der Zoo-Mitarbeiter gewesen. „Wir sind geschockt und sehr traurig. Nun warten wir die Untersuchungsergebnisse – für uns kommt sein Tod völlig überraschend“, sagte Zoo-Direktor Dr. Frank Brandstätter. Eine pathologische Untersuchung soll die Ursache der schweren Kolik klären und weitere Aufschlüsse geben.

Willi wurde am 8. Januar 2020 im Zoo Dortmund geboren. Er war der zweite Nachwuchs für seine Mutter Shakina und Vater Amari. Dank einer Kamera im Nashornhaus und vieler Videos, unter anderem von seiner Geburt, seinen ersten Geh- und Spielversuchen, avancierte Willi mit seiner stürmischen und neugierigen Art trotz der pandemie-bedingten Zoo-Schließung rasch zum Star. Der letzte Facebook-Film mit Willi wurde erst am vergangenen Sonntag veröffentlicht. Es zeigt, wie Willi bei seiner Mutter erfolgreich um Milch quengelt und schließlich von ihr gesäugt wird.

Im Heidelberger Zoo ist die Freude groß über die Geburt von süßen Tigerbabys.

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