Rauchsäule zog bis in den Märkischen Kreis / Mutmaßlicher Millionenschaden

Großbrand in Radevormwald: Das sind die Ergebnisse der Luft-Messungen

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[Update 18.17 Uhr] Radevormwald - Großbrand am Donnerstag in Radevormwald! Eine Rauchsäule stand über dem etwa 7000 Quadratmeter großen Komplex des Industriebetriebs Inter-Union im Gewerbegebiet Mermbach und zog bis in den Märkischen Kreis. Messungen haben ergeben: Es besteht keine Gefahr.

Fenster und Türen sollten geschlossen werden - insbesondere im Bereich Halver, Lüdenscheid, Nachrodt-Wiblingwerde und Iserlohn, aber auch in Ennepetal, Breckerfeld und Schwelm. Dazu wurde die Bevölkerung über die Katastrophen-App "Nina" wegen Geruchsbelästigung und des Rauchniederschlags aufgefordert.

Messungen ergaben jedoch später, dass der Rauch nicht gefährlich war. Das teilte Michael Kling, Kreisbrandmeister des Märkischen Kreises, um kurz nach 15 Uhr per Facebook mit. "Keine unserer Messeinheiten konnte eine Belastung in der Luft feststellen. Die Rauchwolke sah zwar teilweise bedrohlich aus, war jedoch nicht gefährlich", schrieb er. Um 15.35 Uhr kam die Entwarnung über "Nina".

Der ABC-Zug des Märkischen Kreises war von Kling in Marsch gesetzt worden, "um Luftmessungen und Wischproben vornehmlich in Halver, Schalksmühle, Nachrodt-Wiblingwerde und Iserlohn-Letmathe zu nehmen", hatte der Märkische Kreis am Donnerstagmittag mitgeteilt.

Der Stand um 18.15 Uhr: Vollständig gelöscht ist der Brand nicht, wie Kling gegenüber der Redaktion sagte. Aber die Einsatzkräfte haben das Feuer unter Kontrolle, der Rauch hat stark nachgelassen und ist lediglich noch in Radevormwald zu sehen. "Die Kollegen vor Ort sind zuversichtlich, dass das Feuer bald aus sein wird", sagte Kling am frühen Abend.

Für dieses Gebiet galt die NINA-Warnung.

In der Lagerhalle brannten Kunststoffe, Verpackungsmaterial und Pappen. Die Firma Inter Union Technohandel "bietet leistungsfähige Markensortimente in den Bereichen Autopflege, Autozubehör, Fahrrad- und Fahrradzubehör sowie Elektro", heißt es auf der Internetseite.

Ein Großaufgebot an Rettungskräften von Feuerwehr und Polizei war und ist zum Teil noch vor Ort. Bei den Löscharbeiten wurde einer der rund 100 eingesetzten Feuerwehrleute leicht verletzt. Auch ein Mitarbeiter der betroffenen Firma sei wegen Rauchgasproblemen behandelt worden, sagte ein Sprecher der Stadt.

Der Sachschaden indes dürfte in erheblicher Millionenhöhe liegen.

Hioer zieht der Rauch über Halver - Blick aus Brügge.

Das ist passiert:

Stand kurz nach 12 Uhr war der aufsteigende Rauch nicht mehr schwarz, sondern dunkelgrau. Die Feuerwehr hatte den Brand unter Kontrolle gebracht. Zumindest die Fassade eines zweiten Gebäudes ist ebenfalls betroffen, ein Funkmast wurde ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen.

Der ABC-Messzug des Märkischen Kreises prüft die Luftqualität und nimmt Wischproben.

Aufgrund der Windrichtung war der Rauch teilweise mit Ascherregen auch in den Märkischen Kreis gezogen. Es seien Beschwerden über Geruchsbelästigungen gemeldet worden. 

"Um eine Gefährdung der Bevölkerung auszuschließen, erkundet der ABC-Messzug des MK jetzt die Luftqualität. Insgesamt sind 30 Einsatzkräfte aus Nachrodt, Werdohl, Plettenberg, Halver, Meinerzhagen, Herscheid und Neuenrade unterwegs. Die Einsatzleitung hat sich im Kreishaus Lüdenscheid eingerichtet", hattte der Kreis am Mittag mitgeteilt. Am Abend waren alle Kräfte wieder zurückgezogen.

Auch Feuerwehreinheiten aus den Städten Remscheid oder Hückeswagen wurden nach Radevormwald alarmiert. Das Industriegebiet wurde evakuiert.

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