In Greven im Münsterland

Tödlicher Messerangriff in Unterkunft für Geflüchtete: Leichnam obduziert, Beschuldigter in U-Haft

Ein Mann hält ein Messer in der Hand.
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In Greven wurde ein Mann mit mehreren Messerstichen tödlich verletzt.

Tödlicher Messerangriff in Greven: Ein Mann hat in einer Unterkunft für Geflüchtete im Münsterland einen 35-Jährigen getötet und ein weiteres Opfer schwer verletzt.

Update vom 6. Juli, 12.30 Uhr: Wie die Polizei Münster am Dienstag mitteilte, hat ein Richter auf Antrag der Staatsanwaltschaft am noch am Montagnachmittag, 5. Juli, Haftbefehl wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung gegen den Beschuldigten erlassen. Der 25-Jährige befindet sich nun in Untersuchungshaft.

Update vom 5. Juli, 17.08 Uhr: Nach dem Messerangriff in einer kommunalen Unterkunft in Greven am Sonntagabend, bei dem ein 35-jähriger Mann getötet und ein 43 Jahre alter Mann schwer verletzt wurde, haben Polizei und Staatsanwaltschaft neue Details mitgeteilt.

Der Leichnam ist der Mitteilung zufolge am Montag im Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Münster obduziert worden - mit einem eindeutigen Ergebnis: „Ursächlich für den Tod waren zahlreiche Messerstiche in den Oberköper und Hals des 35-Jährigen“, teilte Oberstaatsanwältin Barbara Vogelsang zum Ergebnis mit.

Erste Ermittlungen der Mordkommission zum Tathergang haben der Mitteilung zufolge ergeben, dass es zwischen dem Beschuldigten und einem 43-jährigen deutschen Bewohner zu einem Streit gekommen sein soll. Ein 35-jähriger Aserbaidschaner wollte die Auseinandersetzung schlichten und wurde dabei selbst von dem 25-jährigen Afghanen mit einem Messer attackiert. Durch den Angriff erlitt der 35-Jährige tödliche Verletzungen.

„Warum die beiden Männer in Streit gerieten, ist weiter unklar“, erklärte Kriminalhauptkommissar Dirk Bommert. „Die Mordkommission ermittelt in alle Richtungen, es gibt aktuell jedoch keine Hinweise darauf, dass die Tat politisch motiviert war. Der Beschuldigte hat sich bislang nicht zu den Tatvorwürfen eingelassen.“

Die Staatsanwaltschaft Münster hat beim zuständigen Amtsgericht einen Antrag auf Erlass eines Haftbefehls wegen Totschlags gegen den 25-jährigen Beschuldigten gestellt, heißt es weiter. Der 43-jährige Deutsche werde in einem Krankenhaus behandelt, er befinde sich nicht in Lebensgefahr. Die Ermittlungen dauern an.

Greven: Tödliche Attacke in Unterkunft für Geflüchtete - die Erstmeldung

[Erstmeldung vom 5. Juli, 9.06 Uhr] Greven - Bei einem Messerangriff in einer Unterkunft für Geflüchtete im Münsterland ist ein 35 Jahre alter Bewohner getötet worden. Zudem erlitt ein 43-Jähriger bei der Tat in Greven schwere Verletzungen, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Montagmorgen mitteilten.

Der mutmaßliche Täter, ein 25 Jahre alter Afghane, sei geflohen und schließlich in einem angrenzenden Feld entdeckt und widerstandslos festgenommen worden. Bei der Suche nach ihm kam demnach auch ein Hubschrauber zum Einsatz.
Noch seien die Hintergründe der Tat nicht geklärt, hieß es.

Greven/NRW: Tödlicher Messerangriff in Unterkunft für Geflüchtete

Die zuständige Oberstaatsanwältin erklärte: „Der mutmaßliche Täter ist im Jahr 2015 nach Deutschland eingereist, seit Januar 2018 lebt er in dieser Einrichtung. Möglicherweise stand er zum Zeitpunkt der Tat unter Alkohol- und Drogeneinfluss.“

Zeugenaussagen zufolge soll er kurz vor dem Angriff „Allahu Akbar“ (deutsch: Gott ist groß) gerufen haben. Das Todesopfer stammt nach Polizeiangaben aus Aserbaidschan. Der schwerverletzte Deutsche war ebenfalls ein Bewohner der Einrichtung für Asylbewerber und Obdachlose. - dpa

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