Stand der Landesregierung

Gottesdienste an Weihnachten in NRW? Machtwort von Laschet - sein Vize ist anderer Meinung

Gottesdienste an Weihnachten in NRW: Ministerpräsident Armin Laschet hat sich klar zur Frage eines möglichen Verbots geäußert. Doch in seiner Regierung herrscht Uneinigkeit.

Hamm - Gottesdienste in der Kirche an Weihnachten 2020: Dürfen sie in Nordrhein-Westfalen angesichts der weiterhin kritischen Coronavirus-Lage überhaupt stattfinden? Armin Laschet (CDU) hat sich nur kurz vor dem Fest mit der Familie klar zu dem Thema geäußert.

LandNordrhein-Westfalen (NRW)
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
Gründung23. August 1946
HauptstadtDüsseldorf

„Die strengen Regeln sind für die Gottesdienste gerade an Weihnachten einzuhalten: Abstand; Maske, Hygienekonzepte, Anmeldungen“, erklärte Armin Laschet und betonte, dass es keine Gesänge geben darf: „Kein ‚Stille Nacht‘, kein ‚O du Fröhliche‘ - nichts soll gesungen werden.“

Gottesdienste an Weihnachten in NRW: Armin Laschets Landesregierung will nichts verbieten

Mit dieser Reglung könnte auch das Weihnachtsfest - für das es ohnehin strenge Maßnahmen gibt - in aller Vorsicht gefeiert werden, sagte der NRW-Ministerpräsident. Den jeweiligen Kirchengemeinden bleibe freigestellt, ob Gottesdienste an Weihnachten in NRW stattfinden.

Ist das der Fall, müsse dies in großen Kirchen passieren, betonte Armin Laschet. Dabei stelle der NRW-Landeschef auch klar: „Die Landesregierung wird keine Gottesdienste untersagen.“ Dabei verwies er auf eine Absprache der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Präsenzgottesdienste unter Einhaltung strenger Hygiene-Auflagen zuzulassen.

Laschets Stellvertreter in der NRW-Regierung ist da anderer Meinung. Denn kurz vor der Pressekonferenz von Armin Laschet schlug Joachim Stamp (FDP), Vize-Ministerpräsident von NRW, via dpa die entgegengesetzte Richtung ein: Er rief die Kirchen in ganz Deutschland zur Absage aller Präsenz-Gottesdienste zu Heiligabend und Weihnachten auf.

„Die völlig unabsehbare Entwicklung der Pandemie und die Nöte auf den Intensivstationen in vielen Teilen Deutschlands“ machten dies seiner Meinung nach unausweichlich, sagte Joachim Stamp.

Unterschiedliche Auffassungen über Gottesdienste an Weihnachten in NRW: Stamp für Verbot

Weiter meinte FDP-Politiker Joachim Stamp: „Als bekennender und praktizierender Christ fällt es mir schwer, zum generellen Verzicht auf Präsenzgottesdienste an Weihnachten aufzurufen.“ Ihm sei durchaus bewusst, dass viele Gemeinden vor Ort hervorragende Corona-Hygienekonzepte entwickelt hätten. „Aber es ist in dieser Lage schwer zu verantworten, dass sich größere Menschenmengen treffen und sich dann doch außerhalb des Gottesdienstes angesichts des Weihnachtsfestes eng begegnen und auch umarmen werden.“

Die katholischen Bistümer lehnen einen kompletten Verzicht auf Präsenzgottesdienste an Weihnachten ohnehin ab. Pfarrer Antonius Hamers vom Katholischen Büro NRW hatte der dpa gesagt, er habe am Vortag Kontakt mit der Düsseldorfer Staatskanzlei gehabt und in Absprache mit den fünf katholischen Bistümern in NRW erklärt, dass ein genereller Verzicht auf Präsenzgottesdienste für sie nicht in Frage komme.

In der evangelischen Kirche hingegen unterscheiden sich die Meinungen zu denen der katholischen. Viele evangelische Kirchenleitungen in NRW hatten wegen der aktuellen Corona-Lage bereits ihren Gemeinden geraten, auf Präsenz-Gottesdienste an Weihnachten zu verzichten. Im Rheinland, wo die Entscheidung den örtlichen Kirchen überlassen wurde, hatten nach Angaben eines Sprechers vom Montag zwischen 80 und 90 Prozent von sich aus die Gottesdienste abgesagt. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Philipp Schulze

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