Diskussion um Messen

Gottesdienste ein Corona-Risiko? Bischof hält dagegen: Besuch der Kirche weniger gefährlich als ...

Gottesdienste an Weihnachten dürfen stattfinden. Die Kirchen verteidigen diesen Schritt. Ein Bischof behauptet: Im Supermarkt ist das Corona-Risiko größer als in der Kirche.

Hamm - Die Diskussionen nehmen kein Ende. Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen ist weiterhin hoch. Und auch die Todesfälle nehmen weiterhin zu. NRW und Deutschland sind rund um Weihnachten im Lockdown. (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
Gründung23. August 1946
HauptstadtDüsseldorf

Mittlerweile steht fest: Gottesdienste an Weihnachten werden in NRW stattfinden, sofern die Kirchengemeinden es wollen. Ein generelles Verbot werde es in Nordrhein-Westfalen nicht geben, stellte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) klar.

Gottesdienste an Weihnachten in NRW: Bischof verteidigt Präsenz-Angebote der Kirche

Ein Fehler? Ist die Gefahr der Ansteckung in der Kirche zu groß: Helmut Dieser hält dagegen. Aachens Bischof hat Gottesdienste an Weihnachten trotz der Corona-Pandemie und den weiterhin hohen Fallzahlen vehement verteidigt. Gerade in Zeiten des Lockdowns und den strengen Regeln und Verboten seien sie vielen Christen „eine Quelle der Orientierung, des Trostes und seelischen Wohlergehens“, sagte der Bischof bei WDR5.

Dabei behauptete der Aachener Bischof: „Ich vermute, dass ein Besuch des Gottesdienstes weniger Virusgefahr birgt als zum Beispiel ein Einkauf im Supermarkt.“ Eine mitunter gewagte These, die wissenschaftlich nicht explizit belegt ist.

Nichtsdestotrotz rate Helmut Dieser jedem, der Risiko-Patient oder unsicher sei, nicht an Präsenz-Gottesdiensten in der Kirche teilzunehmen. Es werde über Weihnachten viele alternative Angebote in Hörfunk und Fernsehen geben sowie Live-Übertragungen im Netz.

Auch de Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hat sich gegen eine generelle Absage von Präsenz-Gottesdiensten an Weihnachten zum Schutz vor Corona-Infektionen ausgesprochen. „Nein, keine generelle Absage-Empfehlung“, sagte Bedford-Strohm in der Radiosendung Bayern 2-radioWelt des Bayerischen Rundfunks. „Das muss jetzt vor Ort entschieden werden.

Gottesdienste an Weihnachten in NRW: Entscheidung liegt bei den Gemeinden vor Ort

Generell liege die Entscheidung über Präsenz-Gottesdienste an Heiligabend und Weihnachten bei den Pfarreien vor Ort und richte sich auch nach den personellen Kapazitäten, die sie zur Überwachung der Schutzmaßnahmen hätten. Generell seien die Konzepte der Kirchen „sehr sicher“, meinte Dieser.

Politik, Wissenschaft und Kirchen haben sich sehr kontrovers geäußert, ob Gottesdienste in Pandemie-Zeiten vertretbar oder gefährlich sind. Eine einheitliche Linie sei laut Dieser „sehr schwer“ zu finden.

Selbst in der NRW-Landesregierung herrschte darüber Uneinigkeit: Während Joachim Stamp (FDP), Familienminister und stellvertretender Ministerpräsident, sich für ein bundesweites Verbot von Gottesdiensten an Weihnachten aussprach, stellte NRW-Landeschef Armin Laschet klar, dass es kein Verbot der Politik in Nordrhein-Westfalen geben werde. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Philipp Schulze

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