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Gottesdienste an Weihnachten 2021: Die Corona-Regeln in Kirchen in NRW

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Von: Tobias Hinne-Schneider

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An Weihnachten besuchen besonders viele Menschen einen Gottesdienst. Welche Corona-Regeln gelten 2021 in Kirchen in NRW? 3G? 2G? Das sind die Regeln.

Hamm - Weihnachten rückt immer näher und die hohen Corona-Zahlen in Nordrhein-Westfalen verunsichern viele Gemeinden. Die Corona-Schutzverordnung lässt Kirchen und Religionsgemeinschaften viele Freiheiten. Aber was gilt Heiligabend (24. Dezember) und Weihnachten (25. und 26. Dezember) tatsächlich in den Kirchen an den besucherstärksten Gottesdiensten im Jahr? 3G, 2G, 2G-plus oder kein G?

BundeslandNordrhein-Westfalen
MinisterpräsidentHendrik Wüst (CDU)
Bevölkerung17,9 Millionen (2021)

Gottesdienste an Weihnachten 2021 (NRW): In Kirchen gelten diese Corona-Regeln

Im Jahr 2020 standen Weihnachtsgottesdienste vor dem Aus - angesichts hoher Corona-Zahlen. Schlussendlich durften die Gläubigen doch gemeinsam feiern unter strenger Einhaltung der AHA-Regeln - Abstand halten, Hygieneregeln beachten und Alltagsmaske tragen. In vielen Gemeinden wurde der Gottesdienst schließlich an der freien Luft oder online gefeiert. Jetzt sind die Corona-Zahlen in NRW noch höher.

In der aktuell gültigen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW, die bis zum 12. Januar 2022 gilt, steht, dass bei allem Spielraum, der den Glaubensgemeinschaften eingeräumt wird, beim gemeinsamen Singen eine medizinische Maske getragen werden muss. Denn die Maskenpflicht beim „gemeinsamen Singen“ in NRW ist am Donnerstag, 16. Dezember, angepasst worden.

Ab sofort dürfen nach der neuen Corona-Schutzverordnung nur noch immunisierte - also geimpfte oder genesene - Chormitglieder bzw. Sänger bei Auftritten und den zugehörigen Proben auf das Tragen einer Maske verzichten. Wer nicht im Chor bzw. als Sänger auftritt oder probt, muss einen Mund-Nasen-Schutz tragen - also auch die Besucher von Gottesdiensten an Weihnachten.

Gottesdienste an Weihnachten 2021: Empfehlung der Evangelischen Kirche

„Die Bistümer haben sich darauf verständigt, dass Pfarreien 2G oder 3G für die Weihnachtsgottesdienste einfordern, bei denen eine hohe Nachfrage zu erwarten ist. Zusätzlich sollen in Randzeiten auch Gottesdienste ohne diese Regeln angeboten werden“, sagte der Leiter des Katholischen Büros NRW, Antonius Hamers, der Rheinischen Post. Zudem „Zusätzlich gelten die üblichen Maßgaben - wie Maske und Abstände“, so Hamers. Das Katholische Büro und die Staatskanzlei in Düsseldorf legen die Rahmenbedingungen für Gottesdienste in Abstimmung fest. Am Ende wird aber in den Gemeinden die endgültige Entscheidung getroffen.

Kirchen und Religionsgemeinschaften können weitgehend eigenständig entscheiden, welche Zugangsbeschränkungen für Weihnachtsgottesdienste gelten.
Kirchen und Religionsgemeinschaften können weitgehend eigenständig entscheiden, welche Zugangsbeschränkungen für Weihnachtsgottesdienste gelten. © Tobias Hase/dpa

Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) empfiehlt ihren Gemeinden, „für die Weihnachtsgottesdienste die 2G-Regel anzuwenden, auf Abstände zu achten und während des gesamten Gottesdienstes das Tragen von FFP2-Masken vorzusehen.“ Ungeimpfte Personen sollen sich demnach „zum eigenen Schutz vor einer Infektion mit möglicherweise schwerem Krankheitsverlauf“ nicht der Gefahr einer Menschenansammlung aussetzen. Für alle anderen Gottesdienste empfiehlt die EKvW neben Masketragen und Abstandhalten weiter die 3G-Regel.

Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) empfiehlt ihren Gemeinden 2G-Regel

Auf gemeinsames Singen müssen die Besucher der Weihnachtsgottesdienste vermutlich nicht verzichten. Die katholische Kirche hatte sich schon vor der Anpassung der Corona-Schutzverordnung entsprechend positioniert. Es dürfe nur mit Maske gesungen werden, hieß es. „Die Chöre dürfen ohne Maske singen, aber nur, wenn alle Mitglieder immunisiert sind“, wird Hamers zitiert.

Unterschiedliche Regeln in unterschiedlichen Gemeinden: Einige Beispiele.

Einen Gottesdienst-Livestream bieten ein Großteil der Gemeinden in Deutschland zu Weihnachten an.

„Die große Debatte in diesem Jahr ist, ob man 3G, 2G oder 2G-plus für Gottesdienste vorschreibt“, hat Religionssoziologin Anna Neumaier, die das Kompetenzzentrum Digitale religiöse Kommunikation leitet, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland gesagt. Die Kirchen wollen zwar, dass der Weihnachtsgottesdienst allen Menschen offensteht. Doch die Gemeinden stehen demnach vor einem Dilemma, erläutert Anna Neumaier: „Öffnet man den Gottesdienst nur für Geimpfte und Genesene (2G), würde man alle Ungeimpften ausschließen.“ Wenn man auch Ungeimpfte zuließe (3G), würde man vulnerable Gruppen ausschließen, weil diese aus Angst vor einer Ansteckung womöglich zu Hause bleiben. 

Gottesdienste an Weihnachten 2021: Wichtige Sozialkontakte und eine feste Struktur

Weihnachtsgottesdienste seien auch deshalb so wichtig, weil sie vielen Menschen Sozialkontakte und feste Struktur an Weihnachten bieten, erklärt die Psychologin Meike Watzlawik. „Die Besucherinnen und Besucher fühlen sich als Teil einer großen Gemeinschaft, singen zusammen und unterhalten sich vor und nach dem Gottesdienst mit Bekannten.“ Watzlawik hält den Gottesdienst-Livestream zwar für eine geeignete Möglichkeit, um zu Hause am Ritual des Weihnachtsgottesdienstes teilzunehmen. „Onlinegottesdienste können aber das soziale Miteinander und die besondere Atmosphäre eines Weihnachtsgottesdienstes nicht ersetzen“, erklärt die Psychologin.

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