Beim Aussetzen von Tieren droht sogar Haft

NRW verbietet Kauf von Gift-Tieren - heftige Auflagen für Halter von Schlangen und Spinnen

Ab 2021 gilt in NRW ein Gifttiergesetz. Der Kauf bestimmter gefährlicher Schlangen, Spinnen und Skorpione ist dann verboten. Die Auflagen für Halter wurden verschärft. 

  • In NRW gilt ab 1. Januar 2021 ein Gifttier-Gesetz
  • Das Gesetz verbietet den Kauf bestimmter Tiere
  • Es geht um bestimmte Schlangen, Spinnen und Skorpione

Düsseldorf - Der Landtag hat mit den Stimmen der Koalition aus CDU und FDP ein neues Gifttiergesetz für NRW beschlossen. Es soll ab dem 1. Januar 2021 in Kraft treten. Das Gesetz verbietet den Kauf bestimmter gefährlicher Schlangen, Spinnen oder Skorpione.

Wer bereits solche Tiere hält, muss künftig strenge Vorgaben erfüllen. Das Gesetz gilt zunächst für fünf Jahre. Unter anderem müssen Halter künftig alle ihre giftigen Tiere bei den Behörden melden, ein Führungszeugnis vorlegen und ab Mitte 2021 auch eine hohe Haftpflichtversicherung vorweisen.

Gifttier-Gesetz in NRW: Gefährliche Schlangen verboten

De Versicherung soll Kosten auffangen, die zum Beispiel beim Entweichen eines Tieres entstehen. Anlass war eine Monokel-Kobra, die im vergangenen Jahr in Herne entwischt war. Ein Häuserkomplex musste für Tage evakuiert werden.

Verstöße gegen das neue Gesetz sollen teuer werden: bis zu 50.000 Euro oder gar zwei Jahre Haft drohen, wenn man zum Beispiel ein Gifttier aussetzt.

Schlangenhalter und deren Interessensverband hatten die Novelle kritisiert. Die kommunalen Spitzenverbände dagegen begrüßten das Gesetz grundsätzlich. Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) teilte am Donnerstag mit: "Sehr giftige Tiere in Privatwohnungen stellen ein potenzielles Sicherheitsrisiko dar. Wenn Tiere unbemerkt entweichen, ist die Sicherheit der Nachbarschaft gefährdet. Das neue Gesetz soll für mehr Schutz für die Bürgerinnen und Bürger sorgen."

Das Gesetz wurde auf den letzten Drücker noch auf fünf Jahre begrenzt, um es dann zu bewerten. "Wegen der erheblichen Unsicherheit über die Zahl der in Nordrhein-Westfalen gehaltenen sehr giftigen Tiere" sei es wichtig, nach den ersten drei bis vier Jahren Bilanz zu ziehen, so die Koalition.

Gifttier-Gesetz: Tierschutzbund reagiert

Der Tierschutzbund begrüßte in einer Stellungnahme das Gifttier-Gesetz. Dennoch habe die Landesregierung die Gelegenheit einer vollumfänglichen und vernünftigen Regelung im Sinne des Tierschutzes verpasst“, kommentierte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Er sah dringenden "Nachbesserungsbedarf“.

Andere potenziell gefährliche Arten, wie Großkatzen, Primaten, Krokodile oder Riesenschlangen, fänden in dem neuen Gesetz keine Berücksichtigung. Auch beziehe sich das Verbot nur auf die Haltung der gelisteten Gifttiere; die Zucht mit Tieren aus Altbeständen und der Handel blieben erlaubt, so Schröder.

Die Tierschutzrechtsorganisation Peta fordert einen Verbot der Terraristika in Hamm.

Rubriklistenbild: © dpa

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