Open-Air-Konzert

Giant Rooks aus Hamm begeistern live im Dortmunder Westfalenpark

Giant Rooks in Dortmund.
+
Giant Rooks in Dortmund.

Giant Rooks aus Hamm spielten am Freitagabend im ausverkauften Dortmunder Westfalenpark ein begeisterndes Konzert.

Dortmund – Als Schlussakt des 100-minütigen Konzertes steht Sänger Frederik Rabe alleine auf der Bühne im Westfalenpark und singt zusammen mit den Fans noch einmal Passagen aus dem Hit „Watershed“. Es ist ein hochemotionaler Abschluss eines intensiven Open-Air-Abends mit Giant Rooks unterhalb des Fernsehturms Florian. Etwa 1000 Zuschauer, mehr dürfen nicht dabei sein (neben denen, die von außerhalb des abgesperrten Geländes Blicke auf die Bühne erhaschen), saugen die Rockkonzert-Atmosphäre von Beginn an auf.

Wir sind superfroh, hier spielen zu können.

Sänger Frederik Rabe

Das Konzert ist bestuhlt und es gelten die üblichen Abstandsregeln. Aber auf den Sitzen hält es von den ersten Klängen des Eröffnungssongs „The Birth of Worlds“ an niemanden mehr und es wird getanzt wie eben auf einem richtigen Rockkonzert. Dazu trägt im erheblichen Maß auch die große Spielfreude der fünfköpfigen Band aus Hamm mit ihrer immensen musikalischen Bandbreite, ihrer großen Bühnenpräsenz und dem Einsatz von vielfältigen Lichtelementen und Nebel, bei.

Frederik Rabe (l.) und Luca Göttner.

„Wir sind superfroh, hier spielen zu können“, sagt Sänger Rabe. Er fragt später, wer 2019 beim richtigen Juicy Beats-Festival an dieser Stelle dabei war und wer denn alles aus Hamm angereist ist. Es gehen viele Hände hoch – der etwa zehnte Auftritt in diesem zweiten Corona-Sommer ist das Heimspiel für Frontmann Rabe, Gitarrist Finn Schwieters, Schlagzeuger Finn Thomas, Bassist Luca Göttner und Jonathan Wischniowski am Synthesizer. Am Wochenende davor durften sie sogar in einem Corona-Modellprojekt beim „Watt en Schlick“ in Dangast richtige Festival-Atmosphäre spüren und ausleben.

Das alles ist nur eine kleine Entschädigung dafür, dass der geplante Sprung in die Vereinigten Staaten an der Seite von Milky Chance, die bereits in den USA einen guten Namen haben, Pandemie-bedingt ausgefallen ist. Stattdessen hat das Quintett im Frühjahr per Zoom eine virtuelle Welttournee auf allen Kontinenten gespielt. „Dabei haben wir zur passenden Ortszeit in LA oder Mexiko City gespielt“, erklärt Rabe. Die dafür in Brandenburg eingespielten „Rookery Live Tapes“ bildeten dafür die Basis, sind zudem am 18. Juni veröffentlicht worden und bilden auch in Dortmund den nochmals erweiterten musikalischen Rahmen der vielseitigen und -schichtigen Indie-Rocker.

Komplette, komplette Klangkosmen

Als Blaupause dient hier „Bright Lies“. In diesem einen Song konstruiert die Band einen kompletten, komplexen Klangkosmos mit fast zarten Schlagzeugeinsätzen als Fundament, sanften Gitarren-, Synthesizer und Klavierelementen und dazu die warme und kraftvolle Stimme von Rabe, die sich immer wieder von der fast sphärischen Tonkulisse abhebt und den Grundmelancholismus der Lieder unterstreicht.

Sänger Frederik Rabe.

So sind Songs von Giants Rooks wie Reisen, mit dem Unbekanntes erkundet wird und gleichzeitig vertraut wirken durch ihre Eingänglichkeit, getragen von treibenden Grooves mit klanglicher Tiefe, aber ohne zu überfrachtet zu sein. Die dazukommende Präzision prägt das komplette Konzert, getragen durch eine klare und kraftvolle Soundabmischung. So ist die Coverversion „All Good Things (Come To An End)“ von Nelly Furtado eine maximal respektvolle Verbeugung vor dem Original, diesmal nur getragen von der markanten Stimme Rabes.

Charismatiker am Klavier

Variantenreicher fallen auch das kraftvolle „Head Up“ und der Hit „Wild Stare“ aus und leicht elektronisch-hymnischen mit verzerrter Stimme wird es beim epischen Siebenminüter „Into Your Arms“. Rabe, der zwischendurch auch auf eine Trommel eindrischt, Schwieters und Göttner wirbeln immer wieder über die Bühne – und die Fans singen lautstark beim Tanzen mit. „Ihr seid der Hammer, richtig krass. Wir haben einfach die beste Zeit hier oben“, ruft Rabe dem euphorisierten Publikum zu.

Der Charismatiker weiß um seine Wirkung. Als er „All We Are“ alleine am Klavier vorträgt, stellt er sich zum Songende wie ein Scherenschnitt kunstvoll ins Gegenlicht. Dazu leuchten Handydisplays in die blaue Stunde – es ist genau die Stimmung, die zu einem mit den „Rookeries“ passt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare