Corona-Einschränkungen

Geschenke umtauschen nach Weihnachten trotz Lockdown in NRW: Geht das auch danach?

War an Weihnachten das falsche Geschenk dabei? Das direkte Umtauschen in den Geschäften ist wegen des Corona-Lockdowns in NRW nicht möglich. Geht es auch danach?

Hamm - Weihnachten ist nicht nur das Fest der Liebe, sondern für die allermeisten auch das Fest des Schenkens. Doch wie immer stellt sich die Frage: Gefällt es der- beziehungsweise demjenigen auch? (News zum Coronavirus)

FesttagWeihnachten
DatumFreitag, 25. Dezember 2020

Klar: Zur Not wird das Geschenk einfach umgetauscht. Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr bieten sich förmlich dafür an. Nicht aber im Corona-Jahr 2020. Deutschland befindet sich im Lockdown mit vielen Regeln und Verboten - auch in NRW. Die Geschäfte des Einzelhandels haben dicht.

Geschenke nach Weihnachten umtauschen - auch in Corona-Lockdown? So handeln die Geschäfte

Doch was ist mit den Geschenken, die ich vor dem Corona-Lockdown gekauft habe? Lassen sich diese Waren noch umtauschen, sobald die Geschäfte wieder geöffnet sind?

So viel vorab: Eine klare Regelung für die Rückgabe von Geschenken nach Weihnachten gibt es nicht. „Grundsätzlich müssen Verbraucher beachten, dass Geschenke, die im stationären Handel gekauft wurden, nicht automatisch umgetauscht werden können, wenn sie nicht gefallen. Viele Händler bieten trotzdem ein Rückgaberecht an, das an bestimmte Voraussetzungen geknüpft werden kann“, erklärt Iwona Huesmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen im Gespräch mit dem WA und verweist in diesem Zusammenhang auf die Vorlage von Kassenbons oder die Originalverpackung.

Die Kulanz der Händler gilt umso mehr für den Lockdown in NRW. Nach Angaben der Expertin bleibt es zunächst abzuwarten, „ob Händler dieses freiwillige Umtauschangebot bis nach dem Ende des Lockdowns verlängern werden“, sagt sie. Ganz gleich, ob der Lockdown ab 10. Januar tatsächlich endet oder möglicherweise verlängert wird.

Geschenke nach Weihnachten trotz Lockdown umtauschen: eine freiwillige Leistung der Händler

Doch Iwona Huesmann gibt Entwarnung: „Da es sich um eine freiwillige Leistung des Händlers handelt, ist es nicht unwahrscheinlich, dass diese Fristen so ausgeweitet werden, dass ein Umtausch auch nach Ende des Lockdown möglich sein wird.“ Stefan Hertel vom Handelsverband Deutschland (HDE) meint ebenfalls mit Blick auf den Umtausch von Geschenken nach Weihnachten: „Viele Unternehmen sind kulant und lassen sich auf einen Umtausch ein.“

Ein genereller Tipp von der Verbraucherzentrale NRW: direkt beim Kauf fragen, wie es mit dem Umtauschrecht aussieht. „Häufig ist es auch möglich, stationär gekaufte Ware über den Online-Shop zu retournieren“, sagt die Expertin.

Doch nicht alle Geschenke lassen sich einfach umtauschen. Personalisierte Ware, wie maßgeschneiderte Schuhe oder bestickte Handtücher, ist in aller Regel vom Umtausch ausgeschlossen - natürlich auch nach Weihnachten. Denn: Der Händler kann die Produkte nicht mehr anderweitig verkaufen.

Geschenke nach Weihnachten trotz Lockdown umtauschen: Klare Rechte der Käufer bei Reklamationen

Neben dem Umtausch von Geschenken nach Weihnachten kann es unter Umständen auch zu Reklamationen kommen. Ist die gekaufte Ware nicht in Ordnung - die Verbraucherzentrale NRW nennt als Beispiel eine streikende Spielekonsole oder den klemmenden Reißverschluss -, hat der Käufer klare Rechte gegenüber dem Verkäufer. Denn bei Neukäufen besteht zwei Jahre lang die Möglichkeit, Ansprüche beim Händler geltend zu machen.

Doch bevor der Kunde den Kaufpreis der fehler­haften Ware zurückerhält oder mindern kann, muss er dem Händler die Möglichkeit einräumen, sie zu reparieren oder mangelfreien Ersatz zu liefern.

Wegen des Lockdowns vor Weihnachten werden viele ihre Geschenke (auch) in einem Online-Shop gekauft haben. Dort gilt bei bestellten Waren in aller Regel ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Das bedeutet: Kunden können in dieser Zeit die Ware zurückschicken und bekommen ihr Geld zurückerstattet. Dafür müssen keine Gründe genannt werden.

Es kann aber vorkommen, dass der Anbietet dem Kunden die Kosten für die Rücksendung auferlegt. Ausgenommen vom Umtausch in Online-Shops und Apps ist auch hier personalisierte Ware. „Wichtig ist aber, dass die Widerrufsfrist an den Weihnachtsfeiertagen noch nicht abgelaufen ist“, schreibt die Verbraucherzentrale.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa | Tobias Hase

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