Neue Wölfin in NRW nachgewiesen – sie kommt aus Belgien
In NRW wurde ein neuer Wolf gesichtet: Die Wölfin „GW3650f“ kommt aus Belgien und hat in Borken mindestens ein Schaf gerissen. Doch wo sie jetzt ist, ist unklar.
Borken – Immer wieder kommt es in NRW zu Sichtungen per Wildtierkameras oder nachweislichen Nutztierschäden von Wölfen. Bislang wurden vom NABU die Regionen „Westmünsterland“, „Dümmer-Geest-Niederung“, „Senne-Eggegebirge“, „Märkisches Sauerland“, „Oberbergisches Land“ und „Eifel-Hohes Venn“ als offizielle Wolfsgebiete nachgewiesen. Nun wurde jedoch ein Wolfsnachweis außerhalb dieser Regionen offiziell bestätigt.
Neue Wölfin in NRW gesichtet: „GW3650f“ kommt aus Belgien

Die Wölfin soll am 5. März 2024 in Borken, südwestlich von Münster, ein Schaf gerissen haben. Das tote Tier wurde vom Senckenberg Forschungsinstituts in Gelnhausen untersucht. Das teilt nun das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) mit. Durch einen sogenannten Nutztierschaden konnte das Weibchen GW3650f erstmals offiziell in NRW nachgewiesen werden.
So entsteht der Name des jeweiligen Wolfs
► GW steht als Abkürzung für „Genetic Wolf“.
► Die Nummer ist die jeweilige und individuelle Nummer des Tieres.
► Der letzte Buchstabe steht dafür, ob es sich um ein Männchen (m) oder ein Weibchen (f) handelt.
Bei dem Schafsriss im März 2024 handelt es „eindeutig“ um einen Wolfsriss von „GW3650f“, lautet das Ergebnis der Untersuchung. „Das Tier stammt aus dem Rudel Hechtel-Eksel in Belgien und wurde im Juli 2023 erstmals in der Nähe von Oudsbergen bestätigt“, heißt es vom LANUV weiter.
Wölfin „GW3650f“ in Borken gesichtet: Wo sie jetzt ist, ist unklar
Wo das Tier jetzt ist, ist bislang nicht klar. Die letzte nachgewiesene Spur stammt vom besagten Schafriss am 5. März. Allerdings wurden am selben Tag in Raesfeld – nur wenige Kilometer südlich von Borken – drei weitere Schafe von einem Wolf gerissen. Hier steht allerdings noch eine Gen-Anylse aus, ob es sich dabei ebenfalls um die belgische Wölfin handelt. Und auch zweieinhalb Wochen später wurde ein Schaf in der Region gerissen. Hier laufen allerdings noch die Untersuchungen, ob es sich bei dem sogenannten Nutztierschaden überhaupt um einen Wolfsriss handelt.
Trotz zahlreichen Wolfsregionen in NRW: Begegnung relativ unwahrscheinlich
Das Thema Wölfe in NRW beschäftigt die Menschen im bevölkerungsreichsten Bundesland schon länger. In Köln wurde im Jahr 2021 sogar mitten in der Stadt ein Wolf gesichtet. Und auch Wölfin Gloria löst immer wieder hitzige Debatten um den Abschuss von Wölfen in NRW aus.
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Der LANUV betont jedoch auch, dass es äußerst unwahrscheinlich ist, einen Wolf in freier Wildbahn zu Gesicht bekommen. Die Tiere meiden die Nähe des Menschen. Vor allem bei jungen und unerfahrenen Wölfen kann es aber vorkommen, dass die Neugier stärker ist als die Furcht.
Wenn Sie einem Wolf begegnen, sollten Sie sich wie folgt verhalten:
- Nicht versuchen, sich dem Wolf zu nähern, ihn anzufassen oder zu füttern!
- Nicht weglaufen, am besten stehen bleiben und abwarten, bis sich der Wolf zurückzieht.
- Wenn man selbst den Abstand vergrößern will, langsam zurückziehen.
- Man kann den Wolf auch vertreiben, indem man auf sich aufmerksam macht (laut ansprechen, in die Hände klatschen, mit den Armen winken).
- Quelle: LANUV
(jw)