H5N8-Virus

Erster Geflügelpest-Fall in NRW: Hochansteckendes Virus bei totem Wildvogel entdeckt

Seit Wochen waren die Behörden in NRW alarmiert, jetzt ist der erste Fall bekannt geworden: Bei einem toten Wildvogel ist die Geflügelpest nachgewiesen worden.

Emmerich - Ende Oktober wurde erstmals in Norddeutschland die Geflügelpest nachgewiesen. Jetzt hat das H5N8-Virus auch NRW erreicht. Eine Wildgangs in Emmerich ist an der Pest verendet, berichtete der Kreis Kleve am Donnerstag.

BundeslandNordrhein-Westfalen
LandeshauptstadtDüsseldorf
Fläche34.110,26 km²
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)

Erster Geflügelpest-Fall in NRW: Hochansteckendes Virus bei totem Wildvogel entdeckt

Demnach handele es sich um den ersten amtlich bestätigten Fall bei einem Wildvogel in NRW. Zuvor hatte die Rheinische Post berichtet.

Es wurde laut der Mitteilung auf das Einrichten von Schutzzonen um den Fundort verzichtet. Die Entscheidung hätten die Veterinärexperten des Kreises getroffen, weil sich der Fundort in einem Gebiet ohne hohe Geflügeldichte befindet. Die Lage werde aber weiterhin intensiv beobachtet. 

Erster Geflügelpest-Fall in NRW: Landwirtschaftsministerium mahnt zu erhöhter Wachsamkeit

Bei einer weiteren Ausbreitung müsse damit gerechnet werden, dass im gesamten Kreisgebiet eine Stallpflicht für Geflügel angeordnet werde, hieß es weiter.

Das NRW-Landwirtschaftsministerium mahnte die hiesigen Geflügelhalter zu erhöhter Wachsamkeit. „Nur konsequent eingehaltene Biosicherheitsmaßnahmen können Hausgeflügelbestände effektiv vor einer Eintragung des Erregers schützen“, teilte das Ministerium mit.

Eine Aufstallpflicht werde noch nicht angeordnet. Derzeit stehe in NRW noch die Prävention im Vordergrund. Für Menschen sei die Geflügelpest im Regelfall ungefährlich, betonte das Ministerium. Bei intensivem Kontakt mit infiziertem Geflügel könne eine Ansteckung aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Erster Geflügelpest-Fall in NRW: Appell an die Halter

Die Halter seien unter anderem aufgerufen, ihre Tiere nur an für Wildvögel unzugänglichen Stellen zu füttern. Auch dürfe kein Oberflächenwasser für das Tränken der Tiere genutzt werden, zu dem Wildvögel Zugang hätten. Futter und Einstreu müssten für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden, um die Gefahr einer Ausbreitung der Geflügelpest zu mindern.

Das Ministerium rief Bürger auf, Funde von verendeten wildlebenden Wasservögeln oder Greifvögeln dem Veterinäramt des jeweiligen Kreises und der kreisfreien Stadt zu melden.

Erster Geflügelpest-Fall in NRW: Sterberate bei bis zu 100 Prozent

Die auch Vogelgrippe genannte Geflügelpest ist eine Infektionskrankheit, die vor allem bei Wasservögeln und anderen Vögeln vorkommt. Bei Hühnern und Puten werden nach Angaben des Ministeriums die höchsten Erkrankungs- und Sterberaten beobachtet - teilweise bis zu 100 Prozent.

Die Geflügelpest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche und wird daher staatlich bekämpft. In Deutschland sind seit Ende Oktober zahlreiche Geflügelpestfälle bei Wildvögeln an der Nord- und Ostseeküste sowie in Hamburg aufgetreten. Auch in den Niederlanden wurde die Erkrankung schon nachgewiesen.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch dpa/lni

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