Ursache für Lungen-, Harnwegs- und Wundinfektionen

Gefährlicher Keim in Praxis: Starb 84-Jähriger nach Infektion mit dem Bakterium?

+
Pseudomonas aeruginosa

Hygiene- und Infektionsexperten halten das Auftreten eines gefährlichen Bakteriums in einer Kölner Radiologiepraxis für dramatisch. Möglicherweise ist ein 84-jähriger Patient an einer Infektion mit dem Bakterium gestorben. Weitere 28 Personen sind erkrankt - auch in diesen Fällen braucht es noch Klärung.

Köln - Sollte sich bestätigen, dass sich mindestens 28 Patienten in der Praxis mit Pseudomonas aeruginosa infiziert haben, wäre es "meines Wissens einer der schwerwiegendsten Vorfälle mit diesem Erreger in einer ambulanten Einrichtung in Deutschland, wenn nicht sogar in Europa", sagte der Infektiologe Peter Walger. Er ist Vorstandssprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene. 

Die Kölner Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob der Tod eines 84-Jährigen sowie die Erkrankungen weiterer Patienten auf eine Infektion mit dem Bakterium zurückzuführen sind. Der Kölner Stadt-Anzeiger hatte zuvor über den Fall berichtet. 

Meistens trifft es nicht gleich mehrere Patienten

Infektionen mit dem Keim in Praxen oder Kliniken gebe es in Europa immer wieder, sagte Mikrobiologe Alexander Friedrich von der Universität Groningen in den Niederlanden. "Meist betrifft es einen einzelnen Patienten, in den meisten publizierten Fällen weniger als zehn Patienten", sagte er. Nur selten seien es mehr. 

Pseudomonas aeruginosa kann unter anderem Lungenentzündungen sowie Harnwegs- und Wundinfektionen verursachen. Zur Infektion benötigt der Erreger meist eine Eintrittsstelle in den menschlichen Körper - etwa eine Wunde oder einen Katheter. Die im aktuellen Fall betroffenen Patienten sollen nach einem Bericht des Kölner Stadt-Anzeigers Spritzen in den Rücken bekommen haben. -dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare