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Drohende Gasknappheit: NRW greift ein - Preisexplosion soll verhindert werden

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Gasknappheit und steigende Preise am Weltmarkt bedrohen die heimischen Energieunternehmen existenziell. Das Land NRW greift ein.

Düsseldorf - Das russische Gas wird knapp, die Preise am Weltmarkt steigen. In Deutschland versuchen die Kommunen bereits an allen Enden zu sparen. Freibäder und Sporthallen werden vielerorts nicht mehr beheizt. Die Lage gefährdet die heimischen Energieunternehmen, allen voran die Stadtwerke. Das Land Nordrhein-Westfalen musste nach eigenen Angaben bereits in einem Fall aktiv werden.

BundeslandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,9 Millionen

Drohende Gasknappheit: NRW greift ein - Preisexplosion soll verhindert werden

Ein Schutzschirm ist geplant. Das sagte NRW-Kommunal- und Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) der Rheinischen Post. Wie dieser konkret aussehen soll, ließ die Ministerin offen. Auch zu dem benannten Fall, in dem das Land bereits aktiv werden musste, machte sie keine weiteren Angaben.

So könnte es sich etwa um die angeschlagene Firma Uniper aus Düsseldorf handeln. Uniper spielt eine zentrale Rolle für die deutsche Energieversorgung und beliefert viele Stadtwerke. Sie ist Deutschlands größter Importeur von russischem Erdgas. Der Konzern kann aber derzeit Mehrkosten beim Einkauf von Gas nicht an die Kunden weitergeben. Daraus entstünden deutliche finanzielle Belastungen, hatte das Düsseldorfer Unternehmen bekannt gegeben. Die Bundesregierung verhandelt mit Uniper über staatliche Hilfen. Möglich ist, dass sich der Bund beteiligt.

Auch auf Bundesebene will die Regierung Energieunternehmen stützen, um Verbraucher vor Preisexplosionen zu bewahren. Priorität sollen Stabilisierungsmaßnahmen haben - damit Gasversorger ihren Kunden nicht massenhaft die Verträge kündigen und die Tarife erhöhen. Das ist vielerorts bereits geschehen. In Hamm kündigten die Stadtwerke zum 1. Oktober eine Preissteigerung um etwa 25 Prozent an.

Drohende Gasknappheit: Letzter Mechanismus wäre eine Umlage über alle Gaskunden

Zugleich soll aber auch ein Mechanismus als Option geschaffen werden, um Lasten im Fall der Fälle gleichmäßiger auf alle Kunden verteilen zu können. Dabei handelt es sich um ein Umlagesystem - ähnlich wie bei der inzwischen abgeschafften EEG-Umlage. Die Umlage würde über alle Gaskunden erfolgen und wäre für alle Kunden gleich hoch. Die Bundesregierung will aber verhindern, dass dieses Instrument zum Einsatz kommen muss.

Auch der Stadtwerkeverband VKU hatte angesichts der drohenden Verwerfungen im Gasmarkt einen Schutzschirm nicht nur für angeschlagene Energieunternehmen, sondern auch für Stadtwerke gefordert.

Hintergrund der derzeitigen Gaskrise ist die Drosselung russischer Gaslieferungen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1. Die Probleme könnten sich verschärfen. Am 11. Juli beginnen jährliche Wartungsarbeiten von Nord Stream 1, die in der Regel zehn Tage dauern. Die große Sorge ist, dass Russland nach der Wartung den Gashahn nicht wieder aufdreht. Wirtschaftsminister Robert Habeck hatte bereits Ende Juni die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. (mit dpa-Material)

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