Versammlung in Essen

Galeria Karstadt Kaufhof: Entscheidung gefallen – tausende Angestellte verlieren ihre Jobs

Galeria Karstadt Kaufhof in Dortmund
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Galeria Karstadt Kaufhof in Dortmund

Die angeschlagene Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof soll gerettet werden. Dabei werden viele Arbeitsplätze verloren gehen.

  • In Essen wird heute über die Zukunft von Galeria Karstadt Kaufhof entschieden.
  • Die Gläubiger entscheiden über den Insolvenzplan der Unternehmensführung.
  • Mitarbeiter protestierten, Verdi warnt vor der Zerschlagung des Konzerns.

Update, Dienstag (1. September), 17.23 Uhr: Essen – Die Gläubigerversammlung von Galeria Karstadt Kaufhof hat dem Insolvenzplan zur Rettung der letzten großen deutschen Warenhauskette Unternehmenskreisen zufolge zugestimmt. Das berichtet die dpa.

Galeria Karstadt Kaufhof: Ja zu Insolvenzplan - "Startschuss für einen Neuanfang

In einem nach dem Ja der Gläubiger verschickten Mitarbeiterbrief sagte GKK-Chef Miguel Müllenbach: "Der heutige Tag ist der Startschuss für einen Neuanfang, denn unser Unternehmen hat jetzt wieder eine gesunde Basis und die Aussicht auf eine sichere Zukunft."

Das Insolvenzfahren soll nach den Plänen der Unternehmensführung noch in diesem Monat abgeschlossen werden. Der Warenhausriese könne sich dann voraussichtlich schon im Oktober wieder ohne insolvenzrechtliche Einschränkungen und schuldenfrei dem Wettbewerb um die Kunden stellen.

Insolvenzplan für Galeria Karstadt Kaufhof abgesegnet: 5.000 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs

Große Opfer verlangt die Sanierung auch von den Beschäftigen. Denn der Neuanfang bedeutet das Aus für fast 50 Warenhäuser, die nach Einschätzung der Firmenleitung keine Perspektive mehr haben - und der Schritt bedeutet den Verlust des Arbeitsplatzes für rund 5000 Mitarbeiter

In vielen der betroffenen Warenhäuser hat der Ausverkauf schon begonnen. Viele Kommunen befürchten durch die Schließung der Warenhäuser außerdem eine verringerte Attraktivität ihrer Fußgängerzonen.

Galeria Karstadt Kaufhof: Insolvenzplan soll verabschiedet werden - Verdi warnt

Ursprungsmeldung: Es ist ein wichtiger Tag für das Unternehmen Galeria Karstadt Kaufhof und seine Mitarbeiter: Heute (1. September) sollen in Essen die Weichen für die Zukunft des Unternehmens gestellt werden, berichtet RUHR24.de*. Die Gewerkschaft Verdi warnt vor der Zerschlagung des Konzerns.

Seit Monaten bangen die Mitarbeiter von Galeria Karstadt Kaufhof (alle Nachrichten dazu auf RUHR24.de)* um ihre Arbeitsplätze. Heute (1. September) ist der Tag der Entscheidung. Denn in Essen stellen die Gläubiger am Nachmittag die Weichen für die Zukunft des Traditionsunternehmens.

Die Gläubiger des Warenhauskonzerns stimmen auf dem Gläubigertreffen auch über den Insolvenzplan ab. Den hatte die Unternehmensführung zuvor ausgearbeitet. Verdi mahnt dazu, den Insolvenzplan anzunehmen.

Essen: Abstimmung über Insolvenzplan für Galeria Karstadt Kaufhof

Dieser Insolvenzplan der Unternehmensführung sieht unter anderem vor, dass Vermieter, Lieferanten und andere Gläubiger auf einen Großteil ihrer Forderungen an den Warenhauskonzern verzichten. Das soll dem Konzern den Neuanfang ermöglichen.

Insgesamt soll es Medienberichten zufolge um über zwei Milliarden Euro gehen. Außerdem sieht der Plan die Schließung von fast 50 Warenhäusern vor. Zunächst war die Rede von mehr als 60 Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof, die schließen* sollten. Anfang August wurde bekannt, dass das Haupthaus in Essen gerettet werden konnte.

Galeria Karstadt Kaufhof: Demonstrationen in Essen - Verdi mahnt zur Zustimmung

Vor dem Veranstaltungsort in Essen demonstrierten mehrere Dutzend Mitarbeiter der Warenhauskette für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Auf Transparenten forderten sie "Zukunft statt Kahlschlag" und "Übernahme der verbleibenden Mitarbeiter aus den Schließungsfilialen".

Verdi-Sprecherin Stefanie Nutzenberger gibt vor der Gläubigerversammlung von Galeria Karstadt Kaufhof in Essen ein Interview.

Die Gewerkschaft Verdi hat die Gläubiger des Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof aufgefordert, dem Insolvenzplan der Unternehmensführung zuzustimmen. Damit wäre der Weg für den Erhalt des Konzerns frei. "Die Alternative ist eine Zerschlagung des Konzerns", warnte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger am Dienstag in Essen.

Trotz aller Härten gilt die Annahme des Insolvenzplans als wahrscheinlich. Denn so können die Gläubiger hoffen, zumindest noch einen kleinen Teil ihres Geldes zurückzuerhalten. Bei einer Ablehnung des Insolvenzplans droht dagegen nach Einschätzung von Insolvenzexperten das Aus für den Konzern und damit möglicherweise ein Totalverlust der Forderungen.

Galeria Karstadt Kaufhof: Coronavirus sorgte für Milliarden-Minus

Der kriselnde Konzern Galeria Karstadt Kaufhof war durch die coronabedingte Schließung aller Filialen in eine schwere Krise geraten und hatte Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Anfang Juli war das Insolvenzverfahren gegen Galeria Karstadt Kaufhof eröffnet* worden. Das Unternehmen berichtete damals, es erwarte allein in diesem Jahr durch Corona einen Umsatzverlust von einer Milliarde Euro.

Die Schließungen wegen des Coronavirus setzten den Karstadt-Filialen wie hier in Dortmund schwer zu.

Durch Zugeständnisse von Vermietern und Kommunen gelang es, einige der zuvor von einer Schließung bedrohten Filialen zu retten. Dazu gehört etwa das Karstadt-Warenhaus in Dortmund*. Durch den Sanierungsplan erhofft sich Galeria Karstadt Kaufhof, innerhalb weniger Jahre in die schwarzen Zahlen zurückkehren zu können. Mit dpa-Material. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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