Politischer Paukenschlag

Friedrich Merz kandidiert für den Bundestag - Gegenkandidat zieht zurück

Friedrich Merz wollte CDU-Chef werden - doch er scheiterte gegen Armin Laschet. Jetzt will er offenbar in den Bundestag - das Sauerland hat ihn nominiert. Ein Gegenkandidat zog daraufhin zurück.

Update vom 5. März, 16.50 Uhr: Aus einem Drei- wird nun doch nur ein Zweikampf: Bernd Schulte, der sich neben Friedrich Merz und Patrick Sensburg für die CDU-Bundestagskandidatur im Hochsauerlandkreis zur Wahl stellen wollte, hat seine Kandidatur nach kurzer Bedenkzeit am Freitag offiziell zurückgezogen. In einem Brief unter anderem an den Kreisvorstand der CDU teilte er mit, nunmehr Friedrich Merz unterstützen zu wollen.

Name Friedrich Merz
geboren 11. November 1955 in Brilon
Heimatstadt Arnsberg
Größe1,98 Meter
EhefrauCharlotte Merz

Damit hat Merz, der zu Beginn des Jahres für den CDU-Bundesvorsitz kandidiert hatte, nur noch einen Konkurrenten: den aktuellen Abgeordneten Patrick Sensburg. „Bernd Schulte ist jung und engagiert. Ich bin mir sicher, dass die Entscheidung für ihn richtig sein wird. Jetzt geht es darum Ruhe ins Verfahren zu bringen, miteinander zu reden und dann den Delegierten am 17. April die Entscheidung zu überlassen“, sagte Sensburg zum Rückzug seines Gegenkandidaten.

Friedrich Merz kandidiert für den Bundestag - Entscheidung fällt in Sportstadion

Update vom 3. März, 10.05 Uhr: Jetzt steht auch fest, wann und wo die Entscheidung fallen wird, ob Friedrich Merz bei der Bundestagswahl im September für die CDU im Hochsauerlandkreis antreten wird. Wie die Partei mitteilte, werde die Aufstellungsversammlung des Kreisverbandes am 17. April im Stadion Große Wiese in Arnsberg-Hüsten stattfinden.

„Unser Kreisverband garantiert ein faires und transparentes Verfahren“, sagte der Kreisvorsitzende Matthias Kerkhoff. Rund 480 Delegierte aus allen Teilen des Hochsauerlandkreises werden dann darüber abstimmen, wer als CDU-Kandidat für den HSK ins Rennen geht. Die Versammlung stehe im Einklang mit der Corona-Schutzverordnung und werde „mit den notwendigen hygienischen Standards“ durchgeführt, erklärte die CDU.

Friedrich Merz macht Bundestags-Kandidatur offiziell - „politische und persönliche Heimat“

Update vom 2. März, 19.28 Uhr: Friedrich Merz, ehemaliger Kandidat für den CDU-Vorsitz, will in den Bundestag und zwar mithilfe des Hochsauerlandkreises. Der Politiker hat jetzt dem Spiegel bestätigt, dass er große Freude daran hätte, den HSK und seine Bewohner bei der nächsten Bundestagswahl zu vertreten. „Der Hochsauerlandkreis ist meine politische und persönliche Heimat“, sagte er dem Magazin, auch RND bestätigt dies.

Jetzt droht eine Kampf um die Kandidatur: Wird sich Friedrich Merz gegen Patrick Sensburg im Wahlkreis durchsetzen? Sensburg hatte gegenüber sauerlandkurier.de* bestätigt, dass er wieder kandidieren will.

Friedrich Merz im Sauerland nominiert: Wirbel um mögliches Bundestags-Comeback

Hochsauerland – Das wäre ein echter Paukenschlag: Friedrich Merz könnte in überraschender Funktion dauerhaft auf die politische Bühne zurückkehren. Die CDU-Stadtverbände Sundern und Arnsberg nominierten den 65-Jährigen jedenfalls am Montag als Kandidaten für den Hochsauerlandkreis bei der Bundestagswahl im September. Somit zeichnet sich nun auf Kreisebene ein Dreikampf ab.

Das Rennen um den Parteivorsitz der Bundes-CDU hat er denkbar knapp gegen NRW-Ministerpräsident Armin Laschet verloren, auf einen Posten im CDU-Präsidium „zugunsten der Frauen“ verzichtet und sein Angebot, das Amt des Wirtschaftsministers zu übernehmen, wurde von Bundeskanzlerin Angela Merkel abgelehnt – nun könnte Friedrich Merz in überraschender Funktion auf die große politische Bühne zurückkehren. So nominierten ihn die CDU-Stadtverbände Sundern und Arnsberg am Montag einstimmig als Kandidaten für den Hochsauerlandkreis bei der Bundestagswahl im September.

Damit zeichnet sich im CDU Kreisverband Hochsauerland offensichtlich ein Dreikampf ab – denn neben dem amtierenden Abgeordneten Prof. Dr. Patrick Sensburg hat auch der Stadtverband Meschede mit Bernd Schulte am Freitag einen eigenen Kandidaten nominiert. Der Remblinghauser war unter anderem sieben Jahre lang Vorsitzender der Jungen Union in Südwestfalen.

Könnte für einen politischen Fingerzeig sorgen: Friedrich Merz wurde von den CDU-Stadtverbänden Sundern und Arnsberg als Kandidat für den Hochsauerlandkreis bei der Bundestagswahl im September nominiert.

Friedrich Merz von Sundern und Arnsberg für Bundestag nominiert: Weitere Kandidaten treten gegen ihn an

Im Gespräch mit sauerlandkurier.de* bekräftigte Patrick Sensburg, dass er an seiner Kandidatur festhalten wolle. „Ich habe bereits im Januar deutlich gemacht, dass ich erneut für den Hochsauerlandkreis antreten möchte. An dieser Absicht hat sich nichts geändert.“ Zumal er sich in Berlin, wo er die Interessen des HSK bereits zum dritten Mal in Folge vertritt, durch seine Arbeit ein gewisses Standing erarbeitet habe, mit welchem er lokale Themen stärker in den Fokus rücken könne.

Hält an seiner Kandidatur fest: Der amtierende heimische Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Patrick Sensburg.

Natürlich, so ließ der Bundestagsabgeordnete, der seit Februar auch Mitglied im Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestags ist, durchblicken, würde mit Friedrich Merz ein „starker Herausforderer“ in den Ring steigen, „ein politisches Schwergewicht“. Zudem ist bekannt, dass der Arnsberger zahlreiche Anhänger und Unterstützer in seiner Sauerländer Heimat hat.

Trotzdem bewertet Patrick Sensburg die Gemengelage positiv: „Die CDU tritt mit drei starken Kandidaten im Hochsauerlandkreis an. Das ist ein Pfund, mit dem die Union wuchern kann und eigentlich eine Luxussituation, wenn man andere Kreise zum Vergleich nimmt, bei denen sich die Kandidatenfindung schwierig gestaltet.“ Ob eine mögliche Kampfkandidatur seine eigenen Chancen schmälere und wie er das generelle Vorgehen in dieser Sache bewertet, dazu wollte sich der Briloner nicht näher äußern. „Das muss jeder für sich selbst beurteilen“, so Sensburg.

Wurde vom CDU-Stadtverband Meschede als Kandidat nominiert: Dr. Bernd Schulte.

Friedrich Merz im Sauerland als Bundestags-Kandidat nominiert: Wirbel um mögliches Comeback

Auch Friedrich Merz hält sich derzeit noch bedeckt. Er würde mit seiner Kandidatur in jedem Fall zu seinen politischen Wurzeln zurückkehren. Der Arnsberger, der dem Vernehmen nach noch vor kurzer Zeit eine Kandidatur im Nachbarkreis „Olpe/Märkischer Kreis I“ als möglicher Nachfolger des dortigen scheidenden Bundestagsabgeordneten Matthias Heider abgelehnt haben soll, hat in seiner Laufbahn bereits viermal den Hochsauerlandkreis gewonnen, zuletzt 2005, bevor er sich vorübergehend aus der Politik zurückzog.

Der 65-Jährige ließ über einen Sprecher zwar Medienberichte über das Interesse an einer Kandidatur für die Bundestagswahl 2021 bestätigen, wolle sich aber nun zunächst intern beraten und in den nächsten Tagen äußern. Der CDU-Kreisverband Hochsauerland kündigte unterdessen für Dienstagabend eine Gremiensitzung an, bei der es um das Verfahren zur Aufstellung des Bundestagskandidaten gehen soll.

So oder so dürfte sich im Hochsauerlandkreis die Frage stellen, welche Absichten Merz mit seiner möglichen Kandidatur verfolgt und ob man mit ihm eher einen Neuanfang oder einen Rückschritt verbindet. Diese und viele weitere Fragen werden wohl endgültig auf einem Kreisparteitag im April beantwortet. Bis dahin bleiben die Geschehnisse im Hochsauerland nicht nur für den aktuellen Mandatsträger Patrick Sensburg „eine spannende Kiste.“ - *sauerlandkurier.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare