Urteil gegen Werler Kraftfahrer aufgehoben

Familienvater bei Hamm/Bergkamen tödlich verunglückt: Tränen nach Urteil

+
An dieser Stelle auf der A1 starb der Bergkamener Motorradfahrer Anfang Oktober 2016.

Bergkamen/Hamm/Werl - Der tödliche Verkehrsunfall eines Familienvaters aus Bergkamen auf der A1 bei Hamm hat erneut die Justizbeschäftigt und im Gerichtssaal für Trauer und Unverständnis gesorgt. Vor Gericht stand ein Berufskraftfahrer aus Werl.

Der Lkw-Fahrer verließ jetzt als nicht vorbestrafter Mann den Gerichtssaal; das Strafverfahren gegen ihn wurde gegen Zahlung einer Geldbuße an die Witwe des Getöteten wegen "geringer Schuld" eingestellt. Er war Anfang Oktober 2016 frühmorgens auf der A1 Richtung Bremen unterwegs und hatte kurz nach der Einfahrt Hamm/Bergkamen ein Überholverbot für Lkw missachtet. Ein Motorradfahrer aus Bergkamen auf der Überholspur konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen, kollidierte mit dem Wagen und prallte anschließend gegen eine Leitplanke. Der zweifache Vater war auf dem Weg zur Arbeitsstelle; er starb noch am Unfallort.

In erster Instanz vor dem Amtsgericht Hamm war der bislang unbescholtene langjährig erfahrene Berufsfahrer wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je 30 Euro sowie einem einmonatigen Fahrverbot verurteilt worden. Die Amtsrichter waren davon ausgegangen, dass der Fahrer den herannahenden Motorradfahrer gesehen habe müsse und trotzdem die Spur gewechselt habe.

Falsches Bremsverhalten nach Fahrfehler?

In zweiter Instanz wurde jedoch weiter untersucht und analysiert. Ein weiterer Gutachter legte dar, dass das Unfallopfer eventuell auch einen Fahrfehler durch ein falsches Bremsverhalten begangen haben könnte. Es stehe auch nicht sicher fest, dass der Fahrer das Motorrad habe heranfahren gesehen.

Zeugen des fürchterlichen Geschehens gab es in der frühen Morgenstunde auf der Autobahn nicht. Staatsanwaltschaft und Gericht bewerteten die Schuld des angeklagten Fahrers daher als eher gering. Er habe zwar das Überholverbot missachtet, aber das alleine sei keine zwingende Erklärung für den tödlichen Unfall.

Eine juristische Deutung der Katastrophe, die die Witwe und ihre beiden Kinder weinend und kopfschüttelnd zur Kenntnis nahmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare