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Hamm: Tote Frau entdeckt - Opfer ist 17-jährige Vermisste aus Iserlohn

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Von: Markus Hanneken, Frank Lahme, Kristina Köller

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Unter dem Zelt ist der Fundort der Leiche.
Unter dem Zelt ist der Fundort der Leiche. Ein Teil des Weges scheint von einem Feuer verkohlt zu sein. © Frank Lahme

In Hamm wurde am Freitag eine Frauenleiche entdeckt. Sie wurde angezündet. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus. Laut Staatsanwaltschaft Hagen handelt es sich um eine 17-jährige Vermisste aus Iserlohn.

Hamm - Im Bereich „Am Tibaum“ in Hamm hat ein 35-jähriger Fahrradfahrer am Freitag, 24. Juni, gegen 5.30 Uhr auf dem Weg zur Arbeit die Leiche einer Frau entdeckt und per Notruf gemeldet. Der Fundort liegt gut 250 Meter außerhalb der Straße gleichen Namens, auf einem Verbindungsweg („Mitteldamm“) südlich des Gersteinwerks im dortigen Naturschutzgebiet. Dieses liegt im Hammer Ortsteil Sandbochum und grenzt an Werne-Stockum beziehungsweise an den Kreis Unna.

StadtHamm
Fläche:226,3 km²
Bürgermeister:Marc Herter

Hamm: Tote Frau in Sandbochum entdeckt - neue Informationen am Samstag

Am Freitagabend teilten die Staatsanwaltschaft Hagen und die Polizei Hagen mit, dass es sich nach bisherigem Stand der Ermittlungen bei der Frau um eine seit zehn Tagen vermisste 17-Jährige aus dem Märkischen Kreis handle. Zuvor hatten verschiedene Medien unter Berufung auf Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli genau das berichtet, die Bestätigung stand aber noch aus.

Fundort der Leiche in Hamm-Sandbochum am Samstag
24 Stunden nach der grausigen Entdeckung deutet am Fundort kaum noch etwas darauf hin, dass hier am Freitag ein großer Polizeieinsatz war. © Markus Hanneken

Der Mitteilung zufolge hat die Polizei Hagen die Ermittlungen zum Tötungsdelikt übernommen und eine Mordkommission eingerichtet. Die Kriminalpolizei bittet die Bevölkerung um Zeugenhinweise. „Wer verdächtige Beobachtungen gemacht hat oder Hinweise zu einem möglichen Täter/zu einer möglichen Täterin geben kann, wird gebeten sich unter der Rufnummer 02331-9862066 zu melden“, heißt es.

Hamm: Tote junge Frau ist offenbar 17-jährige Vermisste aus Iserlohn

Die 17-jährige Carina S. aus Iserlohn-Letmathe wurde seit Dienstag, 14. Juni, vermisst. Sie kehrte von einem Spaziergang mit ihrem Schäferhund nicht wieder zurück. Das Tier wurde zwei Tage später mit Halsband und Leine im Wald gefunden, etwa 200 Meter vom Wohnort der 17-Jährigen entfernt. Zu ihrer Schulabschlussfeier sei die 17-Jährige nicht erschienen, hieß es seinerzeit in der Suchmeldung der Polizei.

Hamm: Ermittlungen am Tatort in Sandbochum

Am Fundort in Hamm erschien die Polizei am Freitagmorgen mit einem Großaufgebot. „Nach derzeitigem Kenntnisstand wird von Fremdverschulden ausgegangen“, hieß es am Vormittag in einer gemeinsamen Mitteilung der Polizei und der zu diesem Zeitpunkt noch zuständigen Staatsanwaltschaft Dortmund. Eine Mordkommission der Polizei Dortmund übernahm zunächst die Ermittlungen.

Die Obduktion des Leichnams fand am Freitag statt; sie bestätigte, dass die junge Frau gewaltsam zu Tode kam. Nach WA-Informationen sollen genauere Erkenntnisse der Untersuchung sowie mögliche weitere Ermittlungsergebnisse aber wohl erst im Lauf des Samstags bekanntgegeben werden.

Die Spurensicherer sind auf dem Weg im Einsatz.
Spurensicherer auf dem Weg im Einsatz. Rechts ist das Zelt der KTU zu sehen, dort war auch der Fundort der Leiche. © Lothar Zimmermann

Schrecklicher Fund in Hamm-Sandbochum: Leichnam wurde angezündet

Dass der Leichnam der Frau angezündet wurde, wurde am Freitagnachmittag von der Staatsanwaltschaft Dortmund zumindest indirekt bestätigt. Der verbrannte Boden an der Fundstelle hatte darauf schließen lassen. „Sie hatte Brandverletzungen, aber diese waren nicht todesursächlich“, so Staatsanwalt Henner Kruse.

Gegen 11.15 Uhr am Freitagvormittag holte ein Leichenwagen die Frau ab. Der Fundort der Leiche blieb am Freitag bis zum späten Vormittag weiträumig abgesperrt. Kriminaltechniker (KTU) aus Dortmund sicherten Spuren; zudem setzten sie am Morgen Drohnen ein, um das Gebiet zu scannen.

Es gibt offiziell noch keine Hinweise darauf, wie das Opfer überhaupt an den Fundort in Sandbochum kam und wie lange es schon dort gelegen hat. Insofern ist zunächst unklar, ob der von den Ermittlern wegen des Regens mit einem Zelt der Feuerwehr überspannte Fundort auch der Tatort ist.

Die Nachrichtenagentur dpa zitierte diesbezüglich am frühen Abend einen Sprecher der Staatsanwaltschaft mit den Worten: „Wir gehen davon aus, dass sie schon mehrere Tage tot war und der Leichnam nur dort verbrannt wurde, um Spuren zu beseitigen.“

Leichenfund in Hamm-Sandbochum: Opfer ist 17-jährige Vermisste

Die Vermutung, dass das Opfer nicht aus Hamm oder dem Kreis Unna stammt, kam bereits relativ früh auf, da zumindest der Polizei Hamm aktuell keine Vermisstenmeldungen vorliegen.

Leichenfund in Hamm-Sandbochum: Fundort gleich Tatort?

Erst vor wenigen Wochen stach ein Mann an der HSHL in Hamm wahllos auf mehrere Menschen ein. Eine Frau starb in der Folge an ihren Verletzungen. In Lünen kam es zu einem Tötungsdelikt - eine Frau wurde tot in ihrer Wohnung gefunden, die Tatortspuren führten zum Nachbarn, berichtet RUHR24.de.

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