Euro 2020

Regenbogen-Flitzer bei EM-Spiel: Mann aus NRW muss Strafe zahlen - Fans sammeln Geld

Ein 18-Jähriger aus NRW ist beim EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn mit einer Regenbogenfahne aufs Spielfeld gelaufen. Dem Flitzer droht jetzt eine Geldstrafe.

Hamm - Vor dem EM-Gruppenspiel Deutschland gegen Ungarn sorgte ein Flitzer vor Anpfiff für Aufsehen. Mit einer Regenbogenfahne stürmte er während der ungarischen Nationalhymne aufs Spielfeld und legte sich vor der Mannschaft auf den Rasen. Ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt, das dem 18-Jährigen aus Nordrhein-Westfalen jetzt teuer zu stehen kommt. Doch der Regenbogenflitzer hat eine Menge Unterstützer.

WettbewerbUEFA EURO 2020
Gründung1958
Teilnehmende Teams24
OrtEuropa

Regenbogenflitzer bei EM-Spiel: Mann aus NRW muss Strafe zahlen - Fans sammeln Geld

Vor dem letzten EM-Spiel in der Gruppe F gab es heftige Debatten um die Regenbogen-Beleuchtung des Münchner Stadions. Die UEFA genehmigte die Stadionbeleuchtung nicht, die als Antwort auf ein umstrittenes Gesetz in Ungarn geplant war. Das Gesetz schränkt die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität in Ungarn ein und gilt als besonderes Anliegen von Ministerpräsident Viktor Orban.

Das hielt Fans nicht davon ab, während des Deutschlandspiels trotzdem Flagge zu zeigen: Im Stadion schwenkten etliche Zuschauer Regenbogenfähnchen - und ein Flitzer lief mit Regenbogenfahne aufs Spielfeld. Er ließ sich widerstandslos von den Ordnern abführen. Deutschland holte ein Remis gegen Ungarn und steht nun im Achtelfinale der EM 2021, welches live im TV und Stream übertragen wird. Alle Begegnungen sind im Spielplan der Euro 2020 zu finden.

Regenbogenflitzer aus NRW bei EM-Spiel: Protest bei Deutschlandspiel hat Konsequenzen

Diese Aktion hat ein Nachspiel. Wie der Kölner Stadtanzeiger (Ksta) berichtet, wird gegen den jungen Mann aus NRW wegen Hausfriedensbruch ermittelt. Das teilte die Polizei München mit. Er habe die Polizeiwache in München schon am Mittwochabend wieder verlassen können. Laut Ksta kommt der 18-Jährige aus Frechen bei Köln.

Um den Flitzer zu unterstützen, haben Fans auf der Spendenplattform GoFundMe eine Aktion gestartet. „Nach dieser großartigen Aktion des Regenbogenflitzers beim Deutschlandspiel erwartet ihn eine Geldstrafe von bisher unklarer Höhe“, heißt es auf der Seite. Die Rede ist von bis zu 5000 Euro. 

Am Freitagmittag, 12.30 Uhr, war die Zielsumme von 5000 Euro bereits erreicht. 5.125 Euro waren zu diesem Zeitpunkt bei der Aktion „Spende für den Regenbogenflitzer“ zusammengekommen. Demnach haben 403 Menschen gespendet. Die Initiatoren versprechen, das Geld, das zu viel auf dem Spendenkonto eingeht, an eine „passende Organisation“ zu spenden. Der persönliche Kontakt zu dem 18-Jährigen aus Frechen würde bestehen.

Vor EM-Spiel Deutschland - Ungarn: Regenbogen-Verbot der UEFA erhitzt Gemüter

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hatte eine Reise zu dem EM-Spiel nach München abgesagt. Er hatte zuvor an die deutsche Politik appelliert, das UEFA-Verbot zu akzeptieren. „Ob das Münchner Fußballstadion oder ein anderes europäisches Stadion in Regenbogenfarben leuchtet, ist keine staatliche Entscheidung“, sagte Orban der Deutschen Presse-Agentur. Auch in Budapest gehören Orban zufolge „die Regenbogenfarben selbstverständlich zum Straßenbild“.

Zur Begründung des Verbots der UEFA sagte Präsident Aleksander Ceferin in der Welt, dass aus seiner Sicht die Angelegenheit politisch sei, weil gegen die Entscheidung der Regierung eines anderen Landes protestiert werden sollte. „Die UEFA kann kein Werkzeug für jeden Politiker sein, der uns anruft und sagt: Ihr macht jetzt bitte dies und jenes gegen diesen oder jenen Politiker“, sagte der Slowene. Ceferin kündigte an, dass der Kontinentalverband in den nächsten Tagen eine Kampagne „auf den Weg bringen“ wolle. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa

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