Corona-Schutzverordnung

Erste Fitnessstudios öffnen wieder im Lockdown - die Lage in NRW

Fitnessstudios dürfen wieder öffnen - aber nicht überall und nur unter Auflagen. Wie ist die Lage in NRW? Die Regel ist in der Corona-Schutzverordnung klar definiert.

Hamm - Sportler, die ihre Übungen in der Regel im Fitnessstudio machen, schauen schon länger in die Röhre. Seit dem im November begonnenen Lockdown müssen die besagten Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen wie auch in ganz Deutschland geschlossen bleiben. Es war eine von vielen Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus zum Start der zweiten Welle. (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
Fläche34.098 km²
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
Gründung23. August 1946

Erste Fitnessstudios dürfen im Lockdown wieder öffnen - die Lage in NRW

Einige Monate später entschieden sich Bund und Länder für erste Lockerungen im Lockdown. So durften am Montag, 8. März, erste Geschäfte in NRW wieder öffnen - als Teil der Öffnungsschritte 2 und 3 des beschlossenen Stufenplans. Doch was ist mit den Muckibuden, wie sie umgangssprachlich genannt werden?

Im Nachbarbundesland Hessen dürfen Fitnessstudios unter bestimmten Auflagen wieder öffnen*, berichtet hna.de*. Allerdings ist der Betrieb dort nicht wie in „normalen“ Zeiten erlaubt. Das Konzept ähnelt ein wenig dem „Click and Meet“-Modell, nach dem Geschäfte - auch in NRW - wieder öffnen dürfen.

In der Corona-Schutzverordnung des Landes Hessen heißt es: „In Fitnessstudios kann – bei entsprechenden Hygienevorkehrungen – mit Einzelterminen trainiert werden. Erlaubt ist nur eine Person je 40 qm Trainingsfläche (Datenerfassung).“ Auch Schleswig-Holstein hat „die generelle Schließung von Sportanlagen und Fitnessstudios aufgehoben. In dem zugelassenen Umfang darf der Sport auch in Sportanlagen oder im Sportstudio ausgeübt werden.

Fitnessstudios in Hessen öffnen, in NRW nicht: Keine einheitliche Regelung in Deutschland

Wie es nach den Corona-Gipfeln mit Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder üblich ist, gibt es am Ende bei den vielen Corona-Regeln Unterschiede in den Details - so auch in diesem Bereich.

Die NRW-Landesregierung von Armin Laschet (CDU) schreibt auch in der aktuellen Corona-Schutzverordnung von Nordrhein-Westfalen: „Der Freizeit- und Amateursportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Fitnessstudios, Schwimmbädern und ähnlichen Einrichtungen ist unzulässig.“ Ausnahmen gibt es in erster Linie für den Sport draußen - ebenfalls unterteilt in mehreren Öffnungsschritten.

Hessen öffnet Fitnessstudios - trotzt höherer Inzidenz als NRW

Die Fitnessstudios werden jedoch nicht berücksichtigt, wobei NRW eine etwas geringere Inzidenz hat als Hessen (Stand: 9. März, 3.11 Uhr). Laut RKI lag der Wert für Nordrhein-Westfalen bei 65,9 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner. In Hessen lag die Inzidenz zum gleichen Zeitpunkt bei 68,7.

Daher ist davon auszugehen, dass Sportler, aber allen voran auch Betreiber von Fitnessstudios diese Tatsache anprangern werden und mehr als nur in Frage stellen.

Die in Essen ansässige Fitnessstudio-Kette FitX hofft nach den Öffnungen in Hessen und Schleswig-Holstein, „dass wir noch diesen Monat flächendeckend öffnen können – selbstverständlichen mit umfassenden Hygienekonzepten und Sicherheitsmaßnahmen“, teilte das Unternehmen auf Nachfrage unserer Redaktion mit

Fitnessstudios wollen bundesweit wieder öffnen: Betreiber wollen Dialog mit NRW- und Bundesregierung

Weiter hieß es: „Wie auch im Frühjahr stehen wir im Kontakt mit der Politik und suchen den stetigen Austausch, um konstruktive Lösungen zu finden. Als in Essen ansässiges Unternehmen und vor dem Hintergrund, dass ein Großteil unserer Studios in NRW ist, hat der Austausch mit dem Land NRW selbstverständlich hohe Priorität für uns.“

Zuletzt hatte sich auch der Inhaber und Gründer der Kette „McFit“ per offenem Brief an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten gewandt. Eines seiner Argumente: Niemand verstehe, warum etwa Friseure und andere körpernahen Dienstleistungsbetriebe wieder öffnen dürfen, Fitnessstudios aber nicht.

Sein Appell daher: „Fitnessstudios sind für Millionen Menschen systemrelevant und sollten deshalb, unter Auflagen wie einem geprüften Hygienekonzept, wieder öffnen dürfen.“ Bislang herrscht nach einem Bund-Länder-Treffen einmal mehr ein Flickenteppich bei den Corona-Regeln von denen die führenden Politiker stets abraten. *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Photogenic/Claudia Alba

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