Im öffentlichen Verkehr und Supermarkt

FFP2-Masken in Bayern Pflicht: Darum prescht Markus Söder mit neuer Corona-Regel vor

Bayern führt im Kampf gegen das Coronavirus eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken in Bussen, Bahnen und Geschäften ein. Aber wieso? Und was unterscheidet sie von anderen Masken?

Hamm - In Deutschland und Nordrhein-Westfalen gelten seit Wochen harte Regeln im Alltag, doch das Coronavirus lässt sich kaum eindämmen. Im Gegenteil: Es wächst bereits die Sorge vor einem Lockdown bis Ostern. Um die Corona-Pandemie einzudämmen, verpflichtet Bayern nun seine Bewohner zum Tragen von FFP2-Masken da, wo es besonders eng zugeht: im öffentlichen Nahverkehr und im Supermarkt. Wird FFP2 bald auch in NRW zur Pflicht? (News zum Coronavirus)

FFP2Schutzklasse beim Atemschutz
BegriffserklärungFFP = filtering face piece
PrinzipEingeatmete und ausgeatmete Luft wird gefiltert
EignungZum Eigen- und Fremdschutz

FFP2-Masken gegen Corona-Infektion: Pflicht in Bayern - bald auch in NRW?

In der Corona-Pandemie ist der Mund-Nasen-Schutz seit Monaten ein selbstverständlicher Begleiter. Wo immer sich Menschen in der Öffentlichkeit nahe kommen, sind Masken Pflicht - etwa beim Einkaufen, in Bussen und Bahnen, in Innenstädten. Eine Maske - egal ob FFP1, FFP2 oder selbstgenäht - bremst die Ausbreitung der Atemluft. Je mehr Menschen sie tragen, desto geringer die Chance, sich mit Corona oder andere Viren anzustecken.

Eine bestimmte Schutzklasse war bislang nicht vorgeschrieben. Doch das hat sich geändert. Das Bundesland Bayern hat nun den FFP2-Standard in Teilen der Öffentlichkeit zur Pflicht gemacht. „Wir wollen auch den Alltag sicherer gestalten“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Sitzung des Kabinetts am 12. Januar.*

FFP2-Masken: So funktioniert der Corona-Schutz

Das Land NRW könnte bei dieser Verschärfung der Corona-Regeln nachziehen. Denn der Grund für die strengere Vorschrift ist einleuchtend: FFP2-Masken bieten einen besseren Schutz vor Corona - vor allem für den Träger selbst. „Auch FFP2-Masken bieten keinen hundertprozentigen Schutz vor dem Coronavirus. Aber sie senken die Gefahr für eine Ansteckung erheblich“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Schals oder Masken aus Stoff - sogenannte Alltagsmasken - verhindern nur das Austreten von Aerosolen. Eine OP-Maske schützt den Träger zwar zusätzlich vor größeren Tröpfchen des Gegenübers, doch nur eine FFP2- oder FFP3-Maske schützt ihn auch vor Aerosolen in der Luft. Oder: „Filtration von Tröpfchen und Aerosolen beim Einatmen“ - so formuliert es die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in ihrer Übersicht zum Thema Schutzmasken und Corona.

Wegen der höheren Schutzwirkung konnten sich Über-60-Jährige und Personen aus Risikogruppen vom 15. Dezember bis 6. Januar in NRW und anderen Bundesländern kostenfrei FFP2-Masken in Apotheken abholen. Im Januar verschicken die Krankenkassen fälschungssichere Coupons für weiteren Masken. Laut Coronavirus-Schutzmasken-Verordnung müssen die Anspruchsberechtigten dann einen Eigenanteil zahlen.

FFP2-Masken als Coronaschutz: Worauf muss ich beim Kauf achten?

Die FFP2-Masken sind unter anderem in Apotheken, Drogerien und im Online-Handel erhältlich. Grundsätzlich sind sie laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Einmal-Produkte und somit nicht zur erneuten Verwendung vorgesehen. Allerdings gibt es Tipps zur richtigen Reinigung einer FFP2-Maske.

Mitte Dezember begann die Ausgabe der kostenlosen FFP2-Masken in den deutschen Apotheken.

Eine Einweg-Maske kostet 3 bis 5 Euro. Mehrfachpacks sind in der Regel preiswerter. Doch gerade im Online-Handel sollte man gut aufpassen, dass man eine zertifizierte FFP2-Maske erhält. Immer wieder tauchen mangelhafte oder gefälschte Varianten auf. Eine zertifizierte FFP2-Maske muss laut Bundes­anstalt für Arbeits­schutz und Arbeits­medizin 94 Prozent aller Aerosole aus der Luft filtern. Kunden erkennen am CE-Zeichen, ob eine Corona-Maske die EU-Vorgaben erfüllt. Die Kennzeichnung besteht aus einer vierstel­ligen Zahl für eine der 41 zugelassenen Prüfungsstellen, der EU-Norm EN 149 und der Adresse des Anbieters.

Nicht alle FFP2-Masken auf dem deutschen Markt tragen das CE-Zeichen. Sogenannte N95-Masken aus den USA und Kanada sowie KN95-Masken aus China tragen das Zeichen nicht, erfüllen aber trotzdem die europäischen Standards.

Pflicht zur FFP2-Maske in Bayern: Das Tragen des Mundschutz‘ birgt Risiken

So muss die FFP2-Maske für maximalen Schutz gegen das Coronavirus getragen werden:

  • Mund, Nase und Wangen müssen bedeckt sein.
  • Die FFP2-Maske sollte nicht rutschen, sondern muss fest sitzen.
  • Die Maske muss so dicht wie möglich am Gesicht anliegen.

FFP2-Masken sollten höchstens 75 Minuten am Stück getragen werden. Wer nur sitzt und sich entspannt, kann sie allerdings auch länger aufbehalten. Insgesamt sollten FFP2-Masken nicht länger als 8 Stunden verwendet werden.

Noch gibt es Skepsis gegen die neue Regel aus Bayern in der NRW-Landesregierung. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte zur Pflicht im Nahverkehr und Supermarkt: „FFP2-Masken können zwar eine etwas höhere Sicherheit bieten - aber auch nur, wenn sie richtig getragen werden“, so Laumann am Dienstag. - *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa

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