Spektakuläre Entwicklung

Feuerwehrmann stirbt nach Gasexplosion: Haftbefehl gegen 18-Jährige aufgehoben

In dem Haus in Lienen, in dem Bewohner vorher Gasgeruch festgestellt hatten, kam es zur Explosion, als Feuerwehrmänner auf der Suche nach der Ursache waren. Ein junger Feuerwehrmann starb. Vier weitere wurden verletzt. 
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In dem Haus in Lienen, in dem Bewohner vorher Gasgeruch festgestellt hatten, kam es zur Explosion, als Feuerwehrmänner auf der Suche nach der Ursache waren. Ein junger Feuerwehrmann starb. Vier weitere wurden verletzt. 

In Lienen wird die Feuerwehr wegen Gasgeruchs zu einem Mehrfamilienhaus gerufen. Wenig später gibt es eine riesige Explosion. Ein Feuerwehrmann stirbt. Die Ermittler finden wenig später eine Gasflasche und eine Kerze. Monate später gibt es eine Festnahme. Und wiederum Monate später wird der Haftbefehl aufgehoben.

  • Bei einer Gasexplosion in Lienen im Münsterland ist ein Feuerwehrmann ums Leben gekommen.
  • Die Polizei setzte eine Mordkommission ein.
  • Monate später wurde Haftbefehl gegen eine 18-Jährige erlassen. Dieser wiederum wurde nun aufgehoben.

Update, 16. August, 17.01 Uhr: Ein halbes Jahr nach dem Tod eines Feuerwehrmanns bei einer Gasexplosion in Lienen im nördlichen Münsterland hat das Landgericht Münster den Haftbefehl gegen eine 18-jährige Bewohnerin des zerstörten Hauses aufgehoben. Das Landgericht habe keinen dringenden Tatverdacht gegen die Beschuldigte gesehen, sagte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Die Entscheidung sei bereits in den Sommerferien gefallen. 

Der Haftbefehl - unter anderem wegen Mordes - gegen die damals noch 17-Jährige war erst im Mai erlassen worden, nachdem Experten des Landeskriminalamtes auf eine DNA-Spur am Ventil der Gasflasche gestoßen waren, die zu der Beschuldigten passten. Mit der Gasflasche soll die Explosion am 8. Februar ausgelöst worden sein. Die Jugendliche bestritt die Vorwürfe jedoch.

Während der Explosion waren sie und ihre Familie nicht in dem Haus. Der Feuerwehrmann war nach einer Gasexplosion von herabstürzenden Trümmerteilen getötet worden. Anwohner hatten zuvor die Rettungskräfte gerufen und sich in Sicherheit gebracht, nachdem sie Gasgeruch im Haus festgestellt hatten. Der 19-jährige Feuerwehrmann wurde erst nach einer komplizierten Bergung tot in den Trümmern gefunden.

Der Oberstaatsanwalt betonte, die Ermittlungen gingen weiter. Die 18-Jährige sei in den Augen der Staatsanwaltschaft weiter tatverdächtig.

Feuerwehrmann stirbt bei Explosion in Lienen: Haftbefehl gegen 18-Jährige

Update, 6. Mai, 16 Uhr: Nachdem ein junger Feuerwehrmann (19) bei einer Gasexplosion in Lienen im Februar ums Leben gekommen ist, gibt es nun eine überraschende Entwicklung in dem Fall: Am Dienstag nahmen die Ermittler eine erst 17 Jahre alte Bewohnerin des zerstörten Hauses vorläufig fest! Gegen die Jugendliche wurde Haftbefehl erlassen: Sie wird des Mordes in Tateinheit mit versuchtem Mord, dem Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge und Sachbeschädigung verdächtigt. Der Richter ordnete die sofortige Untersuchungshaft an.

Bei den seit Monaten laufenden Ermittlungen fanden Experten des Landeskriminalamtes eine weibliche DNA-Spur an dem Ventil der Gasflasche. Ein Vergleich ergab, dass alle Teile dieser Spur zu der DNA der Beschuldigten passen. Zudem brachte die intensive Auswertung von Handydaten die Ermittler auf die Spur der Jugendlichen.

Feuerwehrmann stirbt bei Explosion: Motiv der Verdächtigen noch unklar

"Das Motiv für die vorgeworfene Tat ist noch unklar", erläutert Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. "Die Hintergründe könnten in einer möglichen psychischen Labilität der Jugendlichen zu finden sein. Es besteht derzeit der dringende Verdacht, dass die Beschuldigte in einem Zustand psychischer Instabilität die Gasflasche geöffnet und eine Kerze angezündet hat." Sowohl sie, als auch ihre Familie waren zum Zeitpunkt der Explosion nicht zu Hause.

"Die 17-Jährige bestreitet die Tatvorwürfe", erklärt der Leiter der Mordkommission Kriminalhauptkommissar Thomas Götze. "Sie habe die Gasflasche noch nie gesehen und habe keine Erklärung dafür, wie ihre DNA an das Flaschenventil gekommen sei."

Im Rahmen der Anhörung beim Haftrichter äußerte sich die Beschuldigte nicht zu den Vorwürfen. Die Ermittlungen dauern an.

Update, 14. Februar, 13.15 Uhr: Lienen - Nach dem Tod eines jungen Feuerwehrmannes bei einer Gasexplosion in Lienen im Münsterland hat die Mordkommission Polizei die Spurensuche am Tatort abgeschlossen.

"Wir haben im Keller des Hauses ein Kerze gefunden und sichergestellt", erklärte der Leiter der Mordkommission Kriminalhauptkommissar Thomas Götze. "Nach den bisher durchgeführten Ermittlungen und Zeugenvernehmungen gehen wir davon aus, dass durch die brennende Kerze in Verbindung mit dem ausströmenden Gas die Explosion im Keller herbeigeführt worden ist."

Gasexplosion in Lienen: Feuerwehrmann von Trümmerteilen erschlagen

Der erst 19 Jahre alte Feuerwehrmann, der bei der Suche nach Personen im Haus verstarb, wurde im Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Münster obduziert.

"Der junge Mann ist von herabstürzenden Trümmerteilen erschlagen worden", schilderte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt das Obduktionsergebnis.

Die am Tatort sichergestellte Gasflasche und die Kerze werden nun "mit Vorrang beim Landeskriminalamt in Düsseldorf auf auswertbare Spuren untersucht".

Gasexplosion in Lienen: Ermittler hoffen auf DNA-Spuren

Man sei zuversichtlich, dass an den sichergestellten Gegenständen verwertbare Spuren gefunden werden können, sagte der Leiter der Mordkommission. "Insbesondere hoffen wir auf DNA-Spuren." Die Ermittlungen der 16-köpfigen Mordkommission gehen mit Hochdruck weiter, unter anderem hat die Kommission auch Experten des Landeskriminalamtes, sogenannte Profiler, eingebunden.

Gasexplosion in Lienen: Sollten Feuerwehrleute getötet werden? Das sagt der Staatsanwalt

"Wir haben derzeit keine Hinweise darauf, dass am vergangenen Samstag bewusst Feuerwehrleute getötet werden sollten", sagte der Oberstaatsanwalt. "Die Ermittlungen gehen in alle Richtungen, insbesondere müssen wir bedenken, dass das Haus frei zugänglich war und Mitglieder aller Wohnparteien sich am Vormittag des 8. Februars im Haus befanden. Wir können derzeit nicht ausschließen, dass die Tat von einer oder mehreren Personen begangen worden ist, die nicht in dem Haus lebten. Das Motiv für die Tat ist weiter unklar."

Die Mordkommission steht in engem Kontakt zu den Angehörigen und bittet auch in ihrem Interesse um sachdienliche Hinweise (02551-155678 oder per Email: hinweis.lienen@polizei.nrw.de)

Update, 12. Februar, 10 Uhr: "Die intensiven Ermittlungen am Wochenende deuten daraufhin, dass die Explosion durch Gasaustritt vorsätzlich herbeigeführt wurde", erläuterte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. "Die Ermittlungen hierzu stehen noch ganz am Anfang."

Im Keller des Haues konnte eine Gasflasche gefunden werden. Vermutlich ist das Gas aus dieser Flasche ausgetreten.

"Das Wohngebäude ist einsturzgefährdet und kann aktuell nicht betreten werden", erklärte der Leiter der Mordkommission Kriminalhauptkommissar Frank Schneemann. "Das erschwert die Tatortaufnahme und die Spurensuche. Aktuell vernehmen wir Zeugen und gehen ersten Hinweisen nach."

Am Morgen nach der Gasexplosion in einem Wohnhaus in Lienen nahe Osnabrück wurde am Sonntag die Leiche des 19-jährigen Feuerwehrmannes aus den Trümmern geborgen. Die Bergung des 19-Jährigen aus dem teilweise eingestürzten Haus sei kompliziert und schwierig gewesen, sagte ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen. Die Einsatzkräfte hätten dicke Betonteile zerschneiden müssen. Nun beginnt die Polizei mit den Ermittlungen zur Ursache der Explosion.

Im Laufe des Sonntages werde ein Statiker das Gebäude begutachten und entscheiden, ob die Polizei das Gelände betreten und mit den Ermittlungen beginnen kann. Das Wohnhaus sei gestern bereits mit Drahtseilen und Stützen gesichert worden, sagte ein Polizeisprecher.

Bewohner alarmieren wegen Gasgeruchs die Feuerwehr

Wegen Gasgeruchs hatten Bewohner am Samstagvormittag die Feuerwehr alarmiert. Nach bisherigen Erkenntnissen kam es zu der Explosion, während die Feuerwehrleute nach dem Ursprung des Geruchs suchten. 

Teile des Wohnhauses stürzten komplett in sich zusammen. Die Bewohner konnten zuvor in Sicherheit gebracht werden. 

Unklar, wie es zur Explosion kommen konnte - "bedrückende Situation" 

Wie es zu der Explosion kommen konnte, war am Abend noch unklar. "Das ist eine sehr bedrückende Situationen für die vielen Helfer", sagte der Polizeisprecher. 

Der Verband der Feuerwehren in NRW hat auf seiner Facebookseite einen Post veröffentlicht, demzufolge es sich bei dem tödlich verunglückten Mann um einen 19-jährigen ehrenamtlichen Feuerwehrmann handelt.  "Die Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus trauern mit der Familie um einen jungen Kameraden, der viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde", heißt es in dem Facebook-Post.

Es seien Notfallseelsorger vor Ort, die sich um die Betroffenen kümmerten. "Der tragische Tod des Feuerwehrmanns erfüllt mich mit tiefer Trauer", schrieb Innenminister Herbert Reul (CDU) auf Twitter. "Ich bin in Gedanken bei seiner Familie, Freunden und seinen Feuerwehrkameraden." - dpa/eB

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