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Feuer sorgt für Bahnchaos - doch wie konnte das passieren?!

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Von: Jörn Funke

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Ein Brand an einem alten Stellwerk im Hauptbahnhof Hamm soll für die große Störung des Zugverkehrs am Dienstagnachmittag verantwortlich gewesen sein.
Ein Brand an diesem alten Stellwerk im Bereich des Hauptbahnhofs Hamm war ursächlich für die große Störung des Zugverkehrs am Dienstagnachmittag. © wa.de

In einem alten Stellwerk am Hauptbahnhof Hamm brennt es, und die Auswirkungen sind enorm. Doch wieso eigentlich - es galt doch als stillgelegt? Eine Frage, auf die die Antwort noch fehlt...

Hamm - Der Brand in einem stillgelegten Bahn-Stellwerk an der Hafenstraße hat am Dienstag den gesamten Hauptbahnhof zum Stillstand gebracht, weil die alte Anlage immer noch mit dem Hauptstellwerk verbunden war. Vier Stunden lang konnten Züge Hamm nicht anfahren; Tausende Fahrgäste waren von Ausfällen und Verspätungen betroffen - und zwar längst nicht nur in Hamm. Zur Brandursache ermittelt die Polizei.

Bei dem abgebrannten Gebäude handelt es sich um einen sogenannten Rangierposten, über den seit 1981 von Norden her die Zufahrt zum Paketumschlag der Deutschen Post („Pakum“) geregelt wurde. Als die Post den Paketbahnhof Ende 1997 schloss, ging auch der Rangierposten außer Betrieb – und wurde wie die inzwischen überwucherten Gleise für 25 Jahre praktisch sich selbst überlassen. Das Pakum selbst wurde 2004 zum Technischen Rathaus umgebaut.

Stellwerk „schon lange abgebunden“... eigentlich

Eigentlich sei das alte Stellwerk „schon lange abgebunden“ gewesen, sagte ein Bahnsprecher am Mittwoch. Eine Verbindung zum Hauptstellwerk habe es aber trotzdem noch gegeben. Technische Details nannte der Sprecher nicht. Er bestätigte aber Angaben der Bundespolizei, nach denen der Brand an der Hafenstraße mittelbar das Stellwerk am Schwarzen Weg außer Gefecht gesetzt hat. Über Letzteres wird der Zugverkehr in Hamm gesteuert.

Die Feuerwehr war gegen 14 Uhr alarmiert worden. Um den Brand im ersten Obergeschoss des leerstehenden Stellwerks löschen zu können, mussten die Feuerwehrleute zunächst eine 200 Meter lange Wasserleitung durch unwegsames Gelände verlegen. Inzwischen hat die Polizei die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Ergebnisse lagen am Mittwoch noch nicht vor.

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