Enthaltsamkeits-Alternativen

Fasten im Lockdown: Tipps und Tricks für den Verzicht trotz Corona-Pandemie

Die Fastenzeit ab Aschermittwoch ist für viele eine gute Gelegenheit, Verzicht zu üben, sich zu besinnen und zu einem neuen Körpergefühl zu kommen. Tipps und Tricks.

Hamm - Wir verzichten auf viel in diesen Tagen. Auf den Besuch im Restaurant, den Urlaub, das Konzert, ja selbst auf das Treffen mit Freunden. Jetzt hat mit dem Aschermittwoch die Fastenzeit begonnen. 40 Tage, in denen wir Enthaltsamkeit üben, uns besinnen, bewusst „ohne“ eine liebe Gewohnheit auskommen sollen. Wie passt das mit dem Lockdown zusammen?

Fastenzeit 2021
ZeitraumAschermittwoch, 17. Februar, bis Ostersamstag, 3. April
BedeutungVorbereitung auf Ostern; Verzicht, Besinnung, Diät

Es gibt ziemlich praktische Überlegungen im Zusammenhang mit einer Fastenzeit im Corona-Lockdown. Einsame Abende ohne Schokolade, Wein, Serien-Streaming - das erscheint manchem in Pandemie-Zeiten unmöglich. Doch wer sich darauf besinnt, was der Sinn des Fastens sein soll, der findet für sich bestimmt eine Möglichkeit. Fasten kann man nämlich in beinahe jeder erdenklichen Variation. Wir haben ein paar zusammengesucht.

Fastenzeit im Corona-Lockdown: Darauf kann man noch verzichten

  • Klima-Fasten: Eine Möglichkeit, die vielleicht sogar leichter ist als in normalen Zeiten. Betrachten wir unseren CO2-Fußabdruck, so fällt unsere Bilanz schon per se besser aus: keine Flugreisen, weniger Autofahrten durch Homeoffice.. Doch wer viel Zeit zuhause verbringt, der verbraucht, zum Beispiel, mehr Strom oder heizt mehr. Da besteht definitiv noch Fasten-Potenzial: die Bildschirme öfter mal aus lassen, die Temperatur in weniger genutzten Räumen runterregeln. Und für den Weg zum Einkaufen möglichst das Fahrrad nehmen oder zu Fuß gehen. In Hamm gibt es schon seit Jahren die Aktion „Auto-Fasten“*. Auch beim Online-Shopping lässt sich CO2 sparen (und Geld übrigens auch). Zunächst einmal lohnt bei jedem Kauf die Überlegung, ob die Bestellung wirklich nötig ist. Und dann kann man auch mal sammeln und darauf achten, dass die Waren in einem Paket versendet werden.
  • Plastik-Fasten: Der Lebensmittel-Einkauf mag eines der wenigen Vergnügen sein, die uns im Lockdown noch geblieben sind. Das heißt aber nicht, dass wir da nicht auch verzichten können - auf Plastik, zum Beispiel. Viele Supermärkte bieten inzwischen Alternativen zum einzeln verpackten Lebensmittel an - in der Obst- und Gemüseabteilung schon längst, aber auch in vielen anderen Regalen. Unverpackt-Läden haben außerdem geöffnet. Vielleicht ist jetzt die richtige Zeit, sich dort einmal umzuschauen.
  • Fake-News-Fasten: Social Media ist voll von Falschmeldungen und Fake News. Eine tolle Idee für die Fastenzeit: Einfach nicht mehr lesen, was da verbreitet wird, aus den einschlägigen Telegram-Gruppen austreten und - falls ihr doch mal an was hängen bleibt - die Quelle überprüfen.
  • Schimpfwörter-Fasten: Diese Fasten-Variante ist vor allem für die geeignet, die mit jemandem zusammenleben. Vor allem in den ersten Tagen ist es spannend, mitzuzählen, wie oft sich das „Sch...“-Wort im Alltag so einschleicht.
  • Schlechte-Angewohnheiten-Fasten: Wer immer mit vollem Mund spricht, die Zahnpastatube offen lässt oder genussvoll vergisst, Toilettenpapier nachzulegen, der kann es in diesem 40 Tagen mal damit versuchen, ganz bewusst schlechte Angewohnheit sein zu lassen. Wer weiß, vielleicht hat das ja noch lange über Ostern hinaus einen positiven Effekt.
  • Chaos-Fasten: Der Schrank will schon mindestens seit dem ersten Lockdown mal richtig ausgemistet werden, der Dachboden steht voller Gerümpel und in den Keller wagt sich schon seit 2019 niemand mehr hinunter? Wegwerfen kann einen unglaublichen Effekt auf das seelische Wohlbefinden haben. In 40 Tagen kann man eine ganze Menge Ordnung schaffen - und viel Ballast loswerden. Idee: An jedem Tag ein Fach, eine Schublade oder eine Ecke aufräumen.

Wichtig bei allen Fasten-Varianten: Man sollte sie wirklich bewusst wählen und sich mit diesem Verzicht auch auseinandersetzen. Wer keine Ananas mag und 40 Tage darauf verzichtet, wird kaum Schwierigkeiten damit haben.

Fastenzeit auch in Corona-Zeiten: Tradition von Aschermittwoch bis Ostersamstag

Das Fasten hat in unserer westlichen Welt eine lange Tradition. Christen fasten 40 Tage von Aschermittwoch bis Ostersamstag und erinnern sich in dieser auch „Passionszeit“ genannten Zeit an das Leid und die Auferstehung Jesu. Typisch ist in dieser Zeit der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel, vor allem Süßigkeiten, Fleisch, aber auch auf Alkohol und Tabak. Viele nutzen die Fastenzeit, um eine Diät zu beginnen oder ihre Ernährung umzustellen.

In den letzten Jahren sind viele neue Fastentrends hinzugekommen. Einer der bekanntesten ist „Digital Detox“. Gemeint ist der Verzicht auf digitale Geräte wie das Handy.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe

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