Falsche Polizisten, Enkeltrick

Fast 180.000 Euro Beute! Miese Betrüger-Masche hat Erfolg - so gingen die Täter vor

Geldscheine
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Sie täuschen vor, Polizisten zu sein, führen geschickt Telefongespräche und bringen Senioren um das Ersparte: Immer wieder gelingt es Kriminellen, wertvollen Schmuck und hohe Bargeldbeträge zu erbeuten. Bei zwei Taten in Dortmund wurden zuletzt fast 180.000 Euro erbeutet. So gingen die Täter vor.

  • Die Polizei warnt wieder einmal vor Telefon-Betrügern, die sich unter anderem als falsche Polizisten ausgeben.
  • Fast 180.000 Euro sind zuletzt bei zwei Fällen in Dortmund erbeutet worden.
  • Auch der Apothekerverband warnt mittlerweile vor einer ähnlichen Masche!

Ein Täter rief laut Angaben der Polizei Dortmund bei einem 79-jährigen Senior an und behauptete, ein Angehöriger zu sein, der dringend Bargeld benötige. "Durch geschickte Gesprächsführung gelang es ihm, den Vornamen eines tatsächlich existierenden Familienmitglieds zu erfragen und in der vorgetäuschten Notlage das notwendige Vertrauen für eine trickreich eingeleitete Geldübergabe zu erschleichen", erklärte Polizeisprecher Peter Bandermann.

Nach diesem ersten Anruf schellte das Telefon des Seniors erneut: Der zweite Anrufer gab an, ein Polizeibeamter des Landeskriminalamtes zu sein und erklärte, dass der erste Anrufer ein Betrüger sei. Um ihn festnehmen zu können, müsse in einem Mülleimer auf einem Platz in der Dortmunder Innenstadt ein mit Geld gefüllter Briefumschlag abgelegt werden. Die Polizei werde den Täter beim Abholen des Geldes fassen. Der 79-Jährige fuhr zu seiner Bank, hob 8500 Euro ab und hinterlegte das Geld in dem Mülleimer.

Falsche Polizisten: Ehefrau ruft die echte Polizei - doch es ist schon zu spät

Dort muss einer der Täter das Geld abgeholt haben. Die inzwischen von der Ehefrau verständigte Polizei konnte weder das Geld, noch einen Tatverdächtigen entdecken. Personenbeschreibungen gibt es in diesem Fall derzeit nicht.

Ähnlich gingen Unbekannte in einem zweiten Fall vor: Ein Unbekannter schellte an einem Mehrfamilienhaus bei einem älteren Ehepaar an und gab vor, für seine Mutter und seine Schwester eine Wohnung zu suchen." Der 82-jährige Senior und seine 79-jährige Ehefrau führten den Mann in eine tatsächlich freie Wohnung. Inseriert hatten sie die Wohnung nicht. Der Besucher äußerte sein Interesse, fragte nach einer Telefonnummer und verließ die Wohnung wieder", so die Polizei.

Falsche Polizisten: Täter bekommen Bargeldversteck gezeigt - und sind weg

Etwa sechs Stunden später, gegen 17 Uhr klingelte es erneut an der Tür: Ein Mann stellte sich als Polizeibeamter vor. Er habe vermutlich eine Person festgenommen, die am gleichen Tag in dem Mehrfamilienhaus eine Wohnung besichtigt habe. An der Tür erkundigte sich der angebliche Polizist nach Bargeld - nicht ohne Grund: "Denn durch mehrere Anrufe an den Tagen zuvor fragten falsche Polizisten solange nach Geld, bis das Ehepaar über Bargeldreserven sprach. Die Senioren führten den Betrüger zu einem Geldversteck. Er nahm 170.000 Euro an sich, verschloss eine Tür und verließ das Haus", erklärte Polizeisprecher Bandermann.

In diesem Fall konnten die Täter von ihren Opfern beschrieben werden

Wohnungsinteressent: 

  • Mann
  • 1,70 Meter groß 
  • schwarze Mütze 
  • Schnurrbart 
  • schwarze Kleidung.

Falscher Polizist: 

  • Mann 
  • 1,90 Meter groß 
  • dunkle Mütze 
  • dunkle lange Jacke.

Hinweise auf verdächtige Personen, auf die diese Täterbeschreibung zutrifft, bitte an die Kriminalwache unter Tel. 0231/132 7441.

Die Dortmunder Polizei warnt ausdrücklich vor Trickbetrügern, die den seit vielen Jahren bekannten "Enkeltrick" anwenden oder sich als Polizisten ausgeben und betont: "Bitte informieren Sie sofort den Polizei-Notruf 110, wenn sich Unbekannte als Polizisten ausweisen. Lassen Sie sich nicht darauf ein, Bargeld abzuheben, vorzuzeigen oder - an welchem Ort auch immer - zu übergeben. Sprechen Sie mit älteren Angehörigen oder Nachbarn über die Arbeitsweise der Täter, die häufig mit akzentfreiem Deutsch kommunizieren."

Auch der Apothekerverband warnt mittlerweile vor einer ähnlichen Masche. Die Betrüger würden sich neuerdings nicht nur als Polizisten, sondern auch als Apotheker ausgeben!

Die Vielzahl der Fälle, das geschickte manipulative Auftreten der Täter und hohe Beutebeträge zeigen, dass Information und Aufklärung weiter gehen müssen.

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