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Europol-Fake: Vorsicht bei diesem Anruf - Frau verliert viel Geld

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Von: Simon Stock

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Betrüger machen NRW mit einer neuen Masche unsicher: dem „Europol-Fake“. Eine junge Frau fiel darauf herein und verlor viel Geld. Die Polizei gibt Tipps.

Iserlohn - Der Erfindungsreichtum von Betrügern scheint grenzenlos. Jetzt haben sich Kriminelle als falsche Ermittler ausgegeben und einer 27-jährigen Frau aus Iserlohn (NRW) viel Geld abgeknöpft. Sie wurde Opfer des „Europol-Fake“.

BehördeEuropol
SitzDen Haag (Niederlande)
Gründung1. Oktober 1998

Europol-Fake: Betrug mit Telefonanruf - Frau aus NRW verliert viel Geld

Am Donnerstag (31. März) ging das Telefon der Frau. In der Leitung war ein Mann, der Englisch mit indischem Akzent sprach. Angeblich sei ihre „ID“ für eine Straftat genutzt worden, sagte er der Iserlohnerin. Sie müsse deshalb nun mit Europol, der „Abteilung Geldwäsche und Drogen“, zusammenarbeiten. Andernfalls drohte ihr der Anrufer mit „erheblichen Folgen“ bis hin zu einer Gefängnisstrafe. Europol ist eine europäische Polizeibehörde mit Sitz in Den Haag (Niederlande).

Mies: Die angebliche Anruf-Nummer stimmte mit einer echten Telefonnummer von Europol überein. Die Täter nutzen dabei laut Bundeskriminalamt (BKA) ein spezielles technisches Verfahren, weshalb ihre Opfer eine tatsächlich zu Europol oder einer deutschen Polizeidienststelle gehörende Telefonnummer angezeigt bekommen.

Die Zusammenarbeit im konkreten Falle der Iserlohnerin sah so aus, dass die Frau einen Discounter aufsuchen und draußen auf dem Parkplatz warten sollte. Dort bekam sie wiederum per Anruf die Anweisung, Guthabenkarten zu kaufen und dem Anrufer die wertvollen Codes durchzugeben. Das tat sie.

Europol-Fake: Betrüger lassen Frau Guthabenkarten kaufen

Im weiteren Verlauf lotste sie der Betrüger zu mehreren weiteren Geschäften und brachte sie zum Kauf weiterer Guthabenkarten, bis das Tageslimit ihrer Bankkarte erreicht war. So könnte angeblich ihr Geld „in Sicherheit“ gebracht werden. Im nächsten Schritt musste sie mehrere Überweisungen von ihrem Sparkonto auf ein Konto in Thailand vornehmen, was jedoch nicht klappte. Außerdem gab die Iserlohnerin ihre Personalausweisnummer durch.

Europol-Pressekonferenz zur organisierten Kriminalität
Betrüger geben am Telefon als Europol-Ermittler aus. Die echte europäische Polizeibehörde mit Sitz in Den Haag (Foto) hat damit nichts zu tun. © Jerry Lampen/dpa

Natürlich war nicht Europol am Telefon, und auch die „ID“ der Frau war nicht für eine Straftat benutzt worden. Was nach der Aktion weg war, war eine „hohe Geldsumme“, wie die Polizei im Märkischen Kreis mitteilte.

Europol-Fake: Polizei und BKA warnen vor neuer Betrugsmasche

Die Polizei warnt dringend davor, am Telefon Angaben zu persönlichen oder finanziellen Verhältnissen zu machen. Weder Polizei noch Europol oder Interpol bitten um Überweisungen oder den Kauf von Guthabenkarten. „Europol hat keinerlei Befugnis, Bußgelder zu verhängen. Folgen Sie keinesfalls den Aufforderungen der Anrufer!“, warnen die Polizeibehörden. Am besten schütze man sich von solchen Betrügern, indem man auflegt. Anschließend sollten Betroffene Anzeige bei der örtlichen Polizei erstatten.

Unter dem Slogan „Deutschland fährt gratis“ ist eine Fake-Kampagne zum ÖPNV aufgetaucht. Stecken Jan Böhmermann mit seinem ZDF Magazin Royale dahinter? *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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