Corona-Reisewarnung

Einkaufen in den Niederlanden: Geschäfte werben um NRW-Touristen - aber was ist erlaubt?

Die Niederlande locken deutsche Touristen zum Einkaufen. Menschen aus NRW fragen sich, ob der Grenzübertritt überhaupt erlaubt ist. Was bei einem Ausflug nach Holland zu beachten ist.

NRW - Viele potenzielle Tagesausflügler und Touristen aus Nordrhein-Westfalen sind sich unsicher, ob ein Ausflug in die Niederlande zum Shoppen oder Einkaufen erlaubt ist. Können beliebte Ziele wie Ter Huurne und Roermond problemlos angesteuert werden? (News zum Coronavirus)

BundeslandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,93 Millionen (2019)

Grenze Niederlande/NRW: Einkaufen bei Ter Huurne und Shoppen in Roermond erlaubt?

In Deutschland und NRW gibt es erste Lockerungen im Corona-Lockdown, doch grundsätzlich sind Geschäfte nach wie vor geschlossen. Seit Dezember sieht das in den Niederlanden nicht anders aus. Neben einer strengen nächtlichen Ausgangssperre sind dort Gaststätten und Geschäfte geschlossen. Allerdings haben mit Ter Huurne und weiteren Vertretern in Holland noch jene Einzelhändler auf, die sich in NRW besonderer Beliebtheit erfreuen. Und auch das Designer-Outlet-Center in Roermond hat ein Schlupfloch gefunden, um deutsche Kunden zu locken.

Tatsächlich gibt es vom Auswärtigen Amt derzeit eine bedingte Reisewarnung für die Niederlande. Vor nicht notwendigen Reisen wird gewarnt. Außerdem hat die Niederlande Deutschland zum Risikogebiet erklärt. Reisende aus Deutschland sollen sich nach Einreise dringend in den Niederlanden für 10 Tage in Hausquarantäne begeben, was auch Ferienunterkünfte mit einbezieht. Schlechte Nachrichten für Ausflügler aus NRW? Nicht unbedingt - denn für Tagestouristen, die zum Einkaufen bei Ter Huurne oder Shoppen in Roermond die Grenze nach Holland passieren wollen, gibt es Ausnahmen.

Wie auch Ruhr24.de* berichtet, ermöglicht eine Abmachung zwischen NRW und den Niederlanden den Shopping-Spaß in Holland. Nach der nordrhein-westfälischen Einreiseverordnung sind demnach nämlich grenzüberschreitende Kurzaufenthalte bis zu 24 Stunden ohne Testpflicht erlaubt. Das deckt eben jene Tagesauflügler ab. Die Einschränkung lautet dabei jedoch, dass Touristen nicht weiter als 30 Kilometer in die Niederlande hinein dürfen.

Einkaufen in den Niederlanden: Ter Huurne wirbt um Besucher aus NRW

Niederländische Geschäfte werben deshalb bewusst um Kunden aus NRW. Der in Nordrhein-Westfalen beliebte HollandmarktTer Huurne“ befindet sich nahe der deutsch-holländischen Grenze und richtet sich vor allem an Klientel aus den Landkreisen Borken und Coesfeld. „Die Grenze Deutschland-Niederlande ist offen“, betont das Unternehmen auf seiner Homepage. Es gebe zudem am Grenzübergang Alstätte-Buurse keine Kontrolle.

Ein Einkauf bei Ter Huurne ist dementsprechend erlaubt - und auch ohne Weiteres möglich. Laut dem Unternehmen sei ein negativer Corona-Test nicht vorausgesetzt, „da wir uns binnen 30 Kilometern von der Grenze befinden. Bitte informiert Euch über die Internetseiten Eures Gesundheitsamtes über die in Deutschland geltenden Regeln“, so Ter Huurne.

Stand jetzt darf in NRW der „kleine Grenzverkehr“ stattfinden. Shoppen, Tanken und Einkaufen sind dort mit einbegriffen. Es besteht keine Test- oder Quarantänepflicht bei Aufenthalten unter 24 Stunden binnen 30 Kilometer von der Grenze. Das wird NRW-Touristen freuen. Denn Ter Huurne und andere holländische Geschäfte bieten neben allseits beliebten Fischprodukten auch Kaffee an, der bei Deutschen auf besonders viel Zuspruch stößt, da dieser in den Niederlanden nicht versteuert wird.

Einkaufen in den Niederlanden: Outlet in Roermond weicht auf Click-and-Collect aus

Wer nicht etwa bei Ter Huurne oder ähnlichen Geschäften einkaufen möchte, sondern vielmehr einen Shopping-Trip plant, der sieht sich anderen rechtlichen Bedingungen ausgesetzt. Denn anders als Einzelhändler dürfen Klamotten-Geschäfte so wie in Deutschland auch nicht öffnen. Trotzdem wirbt das Designer-Outlet in Roermond, welches sich in der Nähe von Mönchengladbach befindet, ebenfalls um deutsche Touristen.

Volle Einkaufsstraßen sind in NRW aktuell kaum vorstellbar. In den Niederlanden sieht das anders aus.

Dabei macht Roermond auch Gebrauch von der 30-Kliometer-Regel. Sein Geschäft setzt das Outlet-Center über das sogenannte Click-and-Collect-Konzept um. Das Shopping selbst findet demnach online statt. Nach einer Terminvereinbarung können Shopping-Fans aus NRW ihr ergattertes Produkt dann vor Ort problemlos abholen.

Ob Shopping oder Einkaufen - solange der „kleine Grenzverkehr“ gewahrt wird, ist ein Grenzübertritt für Menschen aus NRW in die Niederlande durchaus erlaubt. Wer länger in Holland bleiben will, der sieht sich strengeren Corona-Regeln und Maßnahmen ausgesetzt. In jedem Fall gilt aber nach wie vor: Vor nicht notwendigen Reisen in die Niederlande wird abgeraten.

Um coronabedingte Beschränkungen zu erleben, muss es nicht gleich ein Grenzübertritt sein. Stattdessen haben mehrere NRW-Städte mit harten Maßnahmen auf die Besuchermassen des vergangenen Wochenendes reagiert. Fortan gilt an mehreren Orten in Düsseldorf ein sogenanntes Verweilverbot, was bei Twitter-Nutzern für Fassungslosigkeit sorgt.

Rubriklistenbild: © Daniel Naupold/dpa

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