Skurrile Zeremonie

Schüler beerdigen defektes Schulskelett feierlich

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Das defekte Skelett wurde in einem weißen Pappkarton beerdigt. Die Frau stammte aus Asien, vermutlich aus Indien.

Düsseldorf - Die Knochen waren anonym gespendet und jahrzehntelang im Unterricht  eingesetzt worden. Jetzt haben Schüler ihr Schulskelett beerdigt. Etwa 30 bis 40 Schüler haben an der außergewöhnlichen Zeremonie teilgenommen. 

Ungewöhnliche Zeremonie auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof: Schüler des Friedrich-Rückert-Gymnasiums haben dort feierlich ihr Schulskelett zu Grabe getragen. "Das Skelett war Anfang der 1970er Jahre für die naturwissenschaftliche Sammlung angeschafft worden", sagte die stellvertretende Schulleiterin Sabine Husemeyer am Mittwoch. Die "Rheinische Post" hatte zuvor über die Beerdigung am Dienstag berichtet. 

Skelett stammt von einer Frau aus Asien

Die Knochen einer anonymen Körperspenderin waren jahrzehntelang im Unterricht eingesetzt worden. Das Skelett stammt von einer Frau aus Asien, vermutlich aus Indien, wie eine DNA-Analyse ergeben hatte. Das sei für die damalige Zeit nicht ungewöhnlich gewesen. "Heute klingt das sehr makaber, aber damals haben die Hersteller Skelette asiatischer Menschen verwendet, weil sie kleiner waren und deswegen besser unterzubringen." 

Der Name der Toten ist unbekannt, entsprechend auch das Grab anonym. Die Knochen seien in dem weißen Pappkarton beerdigt worden, in dem sie von der DNA-Analyse an der Düsseldorfer Universität zurückgekommen seien. Die Schüler hätten noch Symbole der verschiedenen Weltreligionen auf den Karton gemalt, weil ja unklar sei, welcher Religion die Tote angehört habe. 

Skelett wurde ausgemustert

Als feststand, dass das defekte Skelett aus der Sammlung der Schule ausgemustert wird, sei schnell klar gewesen, dass es ordnungsgemäß bestattet werden müsse. Etwa 30 bis 40 Schüler hätten an der Zeremonie teilgenommen. Der Schulpfarrer habe den Abschiedsgottesdienst gestaltet. "Es war eine skurrile, aber trotzdem sehr würdige Veranstaltung", sagte Husemeyer. Im Unterricht sei das Skelett bereits vor einiger Zeit durch ein künstliches Skelett ersetzt worden.

Lehrerverband spricht sich gegen echte Skelette aus

Vor drei Jahren hatte ein Gymnasium in Stolberg bei Aachen sein Schul-Skelett bestattet. Die Frau, von der die Knochen damals stammten, kam vermutlich aus Vietnam. Der Deutsche Lehrerverband hatte damals empfohlen, im Unterricht keine echten Skelette mehr einzusetzen. "Immerhin handelt es sich um menschliche Überreste." Wie viele echte Skelette sich noch im Besitz der Schulen befinden, ist unklar.

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