Ein Jahr Pandemie

„Ihr seid doch Spinner“ - Durchsage vom Rettungswagen an „Corona-Rebellen“ hat Konsequenzen

Seit einem Jahr erleben sie die Folgen der Corona-Pandemie. Jetzt hat die Besatzung eines Rettungswagens sogenannte „Corona-Rebellen“ als Spinner bezeichnet.

Update vom 12. März, 13.53 Uhr: „Ihr seid doch Spinner.“ Mit dieser Durchsage von einem Rettungswagen aus in Richtung „Corona-Rebellen“ hat sich Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mächtig Ärger eingehandelt. Es gibt Konsequenzen: Er erhalte ein Disziplinargespräch mit derzeitig offenem Ergebnis, sagte eine Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Er sei bereits darüber belehrt worden, dass das Handeln des DRK von Neutralität geprägt sei.

StadtDüsseldorf
BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner612.178 (2016)

„Wir haben ihm zudem deutlich gemacht, dass es nicht mit unseren professionellen Ansprüchen vereinbar ist, wenn über die Sprechanlage eines Einsatzfahrzeuges nicht einsatznotwendige Kommentare oder Aussagen, welchen Inhalts auch immer, abgegeben werden“, so die Sprecherin. Das Deutsche Rote Kreuz betreibt zusammen mit anderen Hilfsorganisation und der Düsseldorfer Feuerwehr den dortigen Rettungsdienst. Im Wagen, der die Durchsage gemacht hatte, saß ein Team des DRK.

„Ihr seid doch Spinner“ - Rettungswagen macht „Corona-Rebellen“ eine deutliche Durchsage

[Erstmeldung] Düsseldorf - Ein ungewöhnliches Video aus Düsseldorf sorgt im Internet für Aufsehen: In der kurzen Sequenz ist zu sehen, wie ein Rettungswagen mit Blaulicht und Martinshorn an einer Gruppe selbst ernannter „Corona-Rebellen“ vorbeifährt. Dabei ist zu hören, wie jemand - offenkundig die Besatzung des Wagens durch den Lautsprecher - „Ihr seid doch Spinner“ sagt. Das Video wurde am Donnerstag in mehreren sozialen Medien geteilt. (News zum Coronavirus)

Die Düsseldorfer Feuerwehr bestätigte den Vorfall, das Video sei am vergangenen Sonntag entstanden. Der betreffende Rettungswagen habe sich auf dem Weg zu einer Intensivverlegung befunden. „Die Äußerung über die Lautsprecheranlage des Fahrzeugs ist unangemessen und spiegelt nicht die Professionalität wider, die wir von allen Mitarbeitenden erwarten“, teilte die Feuerwehr in einer Stellungnahme mit. Es habe sich wohl um eine Reaktion „aus einer sehr belastenden Situation heraus gehandelt“.

Rettungsdienst-Mitarbeiter bezeichnen „Corona-Rebellen“ als „Spinner“

Die Rettungsdienst-Mitarbeiter erlebten die Corona-Pandemie nun seit mehr als zwölf Monaten hautnah und erführen dabei, wie schlimm und gefährlich die Krankheit sei. Daher teilten sie die Auffassung der Demonstranten nicht. Der betreffende Mitarbeiter, der die Durchsage machte, konnte den Angaben zufolge noch nicht ermittelt werden. „Es handelt sich dabei um einen Mitarbeitenden von einem unserer Partner im Rettungsdienst. Die Organisation wurde informiert und wird den Sachverhalt intern zunächst aufklären“, hieß es. Es sei bedauerlich, „wenn sich Demonstranten durch die Durchsage in ihrer freien Meinungsäußerung eingeschränkt gefühlt haben“. (dpa)

Im Internet wurde das Video des Rettungsdienstes auf YouTube gefeiert*, berichtet 24rhein.de*. „Ein Hoch auf den RTW-Fahrer“, heißt es da etwa. Oder: „Wo er recht hat, hat er recht“. - *24rhein.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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