An der Baustelle zwischen Dortmund-Lanstrop und Kamen/Bergkamen

Drei schwere Unfälle auf A2: Lkw-Fahrer fahren oft unaufmerksam ins Stauende

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Kommt es zum Stau fahren unaufmerksame Lkw-Fahrer häufig auf das Ende auf.

Dortmund/Kamen/Bergkamen - Drei schwere Lkw-Unfälle innerhalb von nur einer Woche, einer davon tödlich: Auf der A2 zwischen Dortmund-Lanstrop und Kamen/Bergkamen kracht es im Moment häufig in der Baustelle. Die Polizei beobachtet immer wieder unaufmerksame Lkw-Fahrer.

Auf Höhe der Ausfahrt Kamen/Bergkamen wird seit Beginn des Jahres eine Brücke neu gebaut. Auf einer Strecke von rund eineinhalb Kilometern sind die Fahrspuren verengt und es darf nur maximal 60 km/h gefahren werden. Nahezu täglich gibt es Stau.

In der vergangenen Woche kam es dort in Richtung Hannover an gleich zwei Tagen hintereinander zu Lkw-Unfällen: Am Dienstag fuhr ein Lastwagen auf das Stauende auf - insgesamt vier Lkw und ein Auto waren am Unfall beteiligt. Keine 24 Stunden später prallten dann an derselben Stelle zwei Lkw ineinander.

An diesem Montag übersah dann wohl wieder ein Lkw-Fahrer das Stauende. Der 53-Jährige aus den Niederlanden verstarb noch an der Unfallstelle.

Während der Fahrt Fernsehen geschaut

Die Polizei beobachtet in solchen Fällen immer wieder abgelenkte Fahrer. "Auf der A2 wird schon früh vor der Baustelle und möglichem Stau gewarnt", sagt Gunnar Wortmann von der Polizei Dortmund. "Häufig beachten die Lkw-Fahrer die Schilder aber nicht und brettern durch die Baustelle durch."

Verstärkt macht die Polizei deshalb auf der A2 Kontrollen. "Wir haben schon Fahrer rausgezogen, die während der Fahrt auf dem Smartphone Fernsehen geschaut haben", sagt der Pressesprecher. Oft seien die Fahrer auch zu lange am Stück unterwegs und übermüdet.

Tatsächlich zeigt auch die Verkehrsunfallstatistik der Polizei NRW, dass die Unfälle durch auffahrende Lkw am Stauende zunehmen. 194 solcher schweren Unfälle gab es in 2017. Das ist ein Anstieg von 44 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Häufig sei der Mindestabstand nicht eingehalten worden, stellt die Polizei fest.

Karte: Die unfallreiche Baustelle bei Kamen/Bergkamen

Als wirksames Mittel gegen die Unaufmerksamkeit sieht Wortmann vor allem Abstandswarner und andere Assistenzsysteme in den Lkw.

Auch in der Unfallkommission der Bezirksregierung Arnsberg war der A2-Abschnitt bei Kamen/Bergkamen schon Thema. Das nächste Treffen sei zwar noch nicht terminiert, angesichts der aktuellen schweren Unfälle sei der Unfallschwerpunkt aber sicherlich auch dann wieder Thema, sagt Pressesprecher Benjamin Hahn. Die Kommission berät dann, ob die Baustelle noch weiter abgesichert werden muss und wie Unfälle hier vermieden werden können.

Baustelle bleibt noch bis Januar

Gunnar Wortmann von der Polizei hofft, dass es in den kommenden Tagen ruhiger ist auf dem A2-Abschnitt. Er befürchtet aber, dass es schon bald wieder zu einem Zusammenstoß kommt: "Viele Baustellen bedeuten viele Staus und viele Gefahrenstellen", sagt er. Passieren kann noch viel: Die Baustelle dauert planmäßig noch bis Mitte Januar 2019.

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