Wichtiger Zeuge weiterhin gesucht

Schüler locken Lehrer in Hinterhalt und wollen ihn töten - Anklage erhoben

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In diesen Garagenhof sollen die Schüler ihren Lehrer gelockt haben.

[Update] Es scheint nicht viel gefehlt zu haben für ein schreckliches Verbrechen. Weil ein Schüler sich in Dortmund ungerecht behandelt fühlte, soll er beschlossen haben, einen Chemie- und Deutschlehrer zu töten. Jetzt wurde Anklage erhoben.

Dortmund – In dieser Sache ist zwei Monate nach der Tat vor dem Landgericht Dortmund (Jugendkammer) Anklage u.a. wegen versuchten Mordes gegen die drei Beschuldigten erhoben worden. Das teilen Staatsanwaltschaft Dortmund und Polizei Dortmund in einer gemeinsamen Erklärung vom 17. Juli mit.

Das ist der Bericht vom 16. Mai:

Drei Dortmunder Schüler zwischen 16 und 18 Jahren sollen versucht haben, einen Lehrer in einen Hinterhalt zu locken und ihn dann mit Hammerschlägen auf den Kopf zu töten. 

Zur Klärung der Tat sucht die Polizei jetzt einen Spaziergänger, der am vergangenen Donnerstag an der Gesamtschule in Dorstfeld gesehen wurde. Er könnte wichtige Hinweise zum Tathergang geben.

Der Mann soll demnach mit seinem Hund gegen 14 Uhr in der Nähe der Martin-Luther-King-Gesamtschule unterwegs gewesen. "Dieser Unbekannte könnte entscheidend dazu beitragen, die Tat aufzuklären und juristisch einzuordnen", so Staatsanwalt Felix Giesenregen.

Am Donnerstag veröffentlichen Polizei und Staatsanwaltschaft deshalb Fotos des Garagenhofs, zu dem der Lehrer gelockt worden war, und des Umfelds.

Das war der Grund für die Aktion der Schüler

Ein 16-jähriger Schüler soll laut Staatsanwaltschaft so unzufrieden mit seiner Benotung gewesen sein, dass er einen 17-Jährigen Schulkameraden und einen 18-Jährigen Bekannten angestiftet haben soll, ihm zu helfen, den Lehrer zu töten.

Ein Schüler mimte den Verletzten, die anderen beiden alarmierten den Lehrer. Der jedoch schöpfte offensichtlich Verdacht, da sich die Schüler auffällig verhalten haben sollen. Also vermied er es, den Schülern den Rücken zuzukehren, während er sich dem „Verletzten“ widmete. 

Er wählte schließlich den Notruf und organisierte so professionelle Hilfe. Bei allen drei Jugendlichen wurde anschließend ein Hammer entdeckt.

Einer der Schüler fühlte sich offenbar von dem Lehrer ungerecht behandelt. Seine gefährdete Versetzung könnte demnach das Motiv für die Tat gewesen sein. "Er fühlte sich so ungerecht behandelt, dass er den Lehrer loswerden wollte", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Felix Giesenregen. 

Die Tat ereignete sich bereits am Donnerstag vergangener Woche, doch erst am Montag wurde sie an der Schule bekannt. Die informierte daraufhin sogleich die Polizei.

Der Zeuge wird gebeten, sich bei der Kriminalwache der Dortmunder Polizei unter der Telefonnummer 0231/1327441 zu melden. -dpa/eB

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