Nach heftiger Kritik

Douglas will sich gegen Lockdown wehren - jetzt rudert die Parfümeriekette zurück

NRW befindet sich im Lockdown, die Geschäfte sind zu. Nachdem Douglas einen Teil seiner Filialen offen halten wollte, ist die Parfümeriekette nun zurückgerudert.

Update vom 17. Dezember, 8.18 Uhr: Douglas bleibt nun doch nicht geöffnet. Die Parfümeriekette hat die trotz des Lockdowns beibehaltene Öffnung einiger Filialen wieder zurückgenommen. Zuvor hatte es Kritik gegeben, denn für viele Menschen sei die Entscheidung, einige Filialen mit Drogerie-Sortimenten offenzuhalten, inmitten des Corona-Lockdowns nicht nachvollziehbar gewesen. So teilte es das Unternehmen selbst mit. (News zum Coronavirus)

UnternehmenParfümerie Douglas
Gründung1821
SitzDüsseldorf

„Ab heute bleiben alle unsere deutschen Filialen daher bis auf Weiteres geschlossen“, schrieb die Chefin der größten deutschen Parfümeriekette Douglas, Tina Müller, in einem offiziellen Statement. Darin bat sie auch „diejenigen um Entschuldigung, die wir mit unserem Vorgehen befremdet oder vor den Kopf gestoßen haben“.

Trotz Corona-Lockdown in NRW: Douglas will einige Filialen offen halten

Düsseldorf, Ursprungsmeldung - Wer noch kein Weihnachtsgeschenk hat, steht seit Mittwoch, 16. Dezember, in den Innenstädten vor geschlossenen Geschäften. Wegen steigender Corona-Zahlen ist NRW in den harten Lockdown gegangen, der Einzelhandel musste zum zweiten Mal in diesem Jahr dicht machen. Auch die Parfümeriekette Douglas muss ihre Filialen schließen, will einen Teil aber offen halten - auch in Nordrhein-Westfalen.

Trotz Lockdown in NRW: Douglas will einige Filialen offen halten - als Drogerieläden

Alle Geschäfte, die keine Artikel des täglichen Bedarfs verkaufen, müssen mindestens bis zum 10. Januar schließen. Ausgenommen sind dabei etwa Supermärkte, Apotheken, Kioske - und Drogerien. Und als solche sieht die Parfümerie Douglas einige ihrer Filialen. Betroffen sein soll knapp ein Viertel der Filialen bundesweit.

„In diesen Filialen bieten wir den Großteil des klassischen Drogeriesortiments an: Körperpflegeprodukte wie Cremes, Shampoo, Seife, Deodorants, Make-up, Parfüms und Hygieneprodukte“, sagte eine Unternehmenssprecherin am Mittwoch der Deutschen Presseagentur.

Trotz Lockdown in NRW: Douglas will einige Filialen offen halten - Grund sorgt für Kritik

Auch Filialen in NRW sollen betroffen sein, wie die Sprecherin auf Nachfrage von wa.de mitteilte. In welchen Städten sich die geöffneten Filialen befinden, konnte sie allerdings nicht sagen. Es würde keine Übersicht für Kunden geben. Es handele sich aber um „Filialen in frequenzstarken Bereichen“.

Kritik an dem Vorgehen von Douglas gab es von der Gewerkschaft Verdi in Hessen. Sie sprach von einem „anrüchigen Unterlaufen des Lockdowns“. „Wer den dringenden Lockdown und das erlaubte Weiterführen bestimmter Geschäfte auf solche Weise fehlinterpretiert, macht sich nicht nur unglaubwürdig“, erklärte der Fachbereichsleiter Handel bei Verdi Hessen, Bernhard Schiederig.

Trotz Lockdown in NRW: Douglas will einige Filialen offen halten - nur Angebot von Drogerieprodukten

Douglas konterte: Das Unternehmen halte sich an alle geltenden Verordnungen. Die Corona-Verordnungen sähen vor, das Drogerien weiter geöffnet bleiben könnten. Der Begriff Drogerie sei rechtlich nicht spezifiziert. Im allgemeinen Sprachgebrauch würden darunter Einzelhandelsbetriebe verstanden, die unter anderem Körperpflege-, Schönheits-, Kosmetik- und Hygieneprodukte verkauften. Daher werde auch ein Teil der Douglas-Filialen mit einem Angebot von Drogerieprodukten für den Einkauf geöffnet bleiben.

Die Sprecherin betonte auf Anfrage von wa.de noch einmal, dass Filialen, die den Schwerpunkt auf Luxus-Kosmetik liegen hätten, definitiv schließen würden.

Laut Bild liegt Verdi Hessen das Schreiben der Douglas-Geschäftsführung vor, in dem das Personal angewiesen sei, Dekoartikel und Schmuck von der Verkaufsfläche zu räumen. Auch soll die Geschäftsführung die Mitarbeiter laut Bild auf mögliche Kontrollen durch die Ordnungsämter vorbereitet haben.

Rubriklistenbild: © Roberto Pfeil/dpa

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