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RS-Virus-Alarm in Dortmund: Krankheit breitet sich unter Kindern rasant aus

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Von: Anika Hinz

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In Dortmund und in vielen anderen Städten im Ruhrgebiet grassiert derzeit ein Virus, der sich vor allem unter Kindern ausbreitet. Die Dortmunder Kinderklinik schlägt Alarm.

Dortmund – Die Dortmunder Kinderklinik ist nach eigenen Angaben bis „zum Anschlag“ ausgelastet. Grund dafür ist aber nicht etwa das Coronavirus*,sondern ein anderes Virus, das aber ganz ähnlich wie Sars-CoV-2 die Atemwege angreift und unter anderem für Husten und Schnupfen sorgt, berichtet RUHR24*.

VirusRS-Virus (Humanes Respiratorisches Synzytial-Virus)
SymptomeSchnupfen, Husten, Fieber, Atemnot
BetroffenKinder und Säuglinge

Dortmund: RS-Virus macht sich unter Kindern breit und kann zu Atemnot und Fieber führen

Wie der Chef der Kinderklinik, Dominik Schneider, am Donnerstag (21. Oktober) gegenüber Radio 91.2 mitteilte, leiden die Kinder ungewöhnlich früh und stark an dem sogenannten RS-Virus (Humanes Respiratorisches Synzytial-Virus). Dabei handelt es sich um ein Virus, das die Atemwege und dabei vor allem die Schleimhäute, Luftröhre und Bronchien befällt.

Während sich das Virus bei älteren Kindern durch Schnupfen und Husten äußert, kann es bei frühgeborenen oder vorerkrankten Kindern schwerwiegende Krankheitsverläufe mit Fieber und Atemnot auslösen. In sehr schlimmen Fällen müssen die Kinder sogar beatmet werden. Besonders tückisch: Die Symptome ähneln einer Corona-Infektion*.

Virus-Infektionen unter Dortmunder Kindern wohl auf Corona-Pandemie und Lockdown zurückzuführen

Inzwischen seien laut Klinik-Chef Schneider ein Viertel der Betten mit Kindern belegt, die mit dem RS-Virus infiziert sind. Viele Säuglinge, aber teils auch etwas ältere Kinder bräuchten aufgrund von schwerer Infektionen zusätzlich Sauerstoff.

Normalerweise würde das RS-Virus unter Kindern erst zwischen November und Ostern gehäuft auftreten. Dass die Infektionen in diesem Jahr so früh grassieren, sei zwar ungewöhnlich, aber wenig überraschend. Grund für die vielen frühen Erkrankungen sei das Coronavirus, sagt Axel Gerschlauer, Sprecher des Berufsverbands der Kinder und Jugendärzte Nordrhein gegenüber Radio 91.2.

Kinder in ganz NRW mit dem RS-Virus infiziert – wegen eines zu schlechten Immunsystems?

Durch die Kontaktbeschränkungen, die langen Lockdowns und die vielen Hygiene-Regeln habe das Immunsystem ein Jahr Pause gemacht und sei kaum noch auf Infektionskrankheiten wie das RS-Virus vorbereitet, wie auch wa.de* berichtet. Dadurch könne eine Infektion im Körper viel schneller ausbreiten, wie es jetzt in vielen Teilen NRWs der Fall ist.

Die Kinderkliniken seien nicht nur in Dortmund* wegen der mit RSV infizierten Kinder ausgelastet, sondern im ganzen Ruhrgebiet. Auch in Duisburg, Münster, Düsseldorf und Köln breitet sich derzeit eine Krankheitswelle des RS-Virus aus.

Ein Kind schnäuzt sich mithilfe eines Erwachsenen in ein Taschentuch.
Vor allem für kleine Kinder kann das RS-Virus gefährlich werden. © Silvia Marks/dpa

Robert Koch-Institut: Zahl der RSV-Infektionen bei Kindern 2021 doppelt so hoch

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtet, dass seit dem diesjährigen Spätsommer die Zahl der Krankenhaus-Einweisungen aufgrund des RS-Virus bei Kleinkindern stark gestiegen sei. Allein im September 2021 sei die Zahl doppelt so hoch gewesen wie in den Jahren zuvor (mehr Nachrichten aus dem Ruhrgebiet bei RUHR24*).

Wie Axel Gerschlauer vermutet auch das RKI, dass die vielen RSV-Infektionen mit der Corona-Pandemie zusammenhängen: Durch Kita-Schließungen und andere Maßnahmen seien die Kinder deutlich seltener mit Krankheitserregern in Kontakt gekommen. Etwaige Infektionen würden nun nachgeholt werden, heißt es. *RUHR24 und wa.de sind Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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