In Corona-Zeiten

Autofahrer-Massentreff mit Event-Charakter - Polizei Dortmund sagt Tunern und Rasern den Kampf an

Die Polizei Dortmund hat in der Nacht zu Sonntag, 10. Januar, Autofahrer kontrolliert, die in Massen in der Innenstadt unterwegs waren. Die Aktion ist Teil des Kampfes gegen Tuner und Raser.
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Die Polizei Dortmund hat in der Nacht zu Sonntag, 10. Januar, Autofahrer kontrolliert, die in Massen in der Innenstadt unterwegs waren. Die Aktion ist Teil des Kampfes gegen Tuner und Raser.

Die Polizei Dortmund hat an diesem Wochenende mit einer großen Aktion erneut Rasern und Tunern den Kampf angesagt. Insbesondere in Corona-Zeiten hat sich der Dortmunder Wall zur Ersatz-Disco entwickelt - mit unschönen Folgen.

Dortmund - Es ist wohl auf die Alternativlosigkeit in Zeiten der Corona-Beschränkungen zurückzuführen, dass der Dortmunder Wall für viele zur Ersatz-Disco, Auto-Flaniermeile und zum Kennenlern-Treffpunkt geworden ist. Er zieht nicht mehr nur die Raser-Szene an, sondern inzwischen jedes Wochenende viele hunderte junge Menschen aus dem Umkreis von bis zu 100 Kilometern. In Einzelfällen kommen die Fahrer auch aus einem noch weiteren Umkreis nach Dortmund.

Stadt Dortmund
BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner585.813 (2016)
Fläche280,7 km²

Mit den Fahrzeugen posen, laute Musik hören, und sich trotz aller Beschränkungen treffen - so geht es nach Einschätzung der Polizei Dortmund nicht weiter, weshalb sie in der Nacht zu Sonntag mit einer Aktion durchgriff, die ihresgleichen sucht.

Tuning Treffen auf dem Wall - Polizei Dortmund greift in Corona-Zeiten durch

„Die Polizei Dortmund hat an diesem Wochenende (8. bis 10. Januar) ihren Kampf gegen die Raser- und illegale Tuningszene noch einmal verstärkt, insbesondere in der Nacht von Samstag auf Sonntag setzte die Direktion Verkehr dabei auf deutlich verstärkte Kräfte, auch mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei, und setzte somit deutliche Zeichen gegen diese Szene“, teilt die Polizei dazu in ihrem Bericht mit.

Auch Autos mit Kennzeichen aus dem Umland landeten in der Nacht von Samstag auf Sonntag in der Kontrolle der Polizei Dortmund.

Der Kampf gegen die Raser- und illegale Tuningszene sei seit Jahren einer der Schwerpunkte der Polizei Dortmund. Illegale Beschleunigungsrennen, erhebliche Verkehrsgefährdungen und -beeinträchtigungen, massivste Lärmbelästigungen zur Nachtzeit, Vermüllung und in der Pandemie auch häufig Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung - das seien die Begleiterscheinungen dieser Szene, heißt es weiter.

Tuning-Treffen in Dortmund: Polizei mit ausführlicher Kontrolle auf der B54 - Dortmunder Wall gesperrt

Um kurz vor 23 Uhr in der Nacht zu Sonntag war es vorbei mit dem dichten Verkehr auf dem Dortmunder Wallring. Die Polizei sperrte die Stadtumfahrung und leitete den Verkehr auf die B54/Ruhrallee ab. Aus mehr als vier Fahrspuren wurde eine einzige, auf der jedes einzelne Fahrzeug per Sichtung kontrolliert wurde.

So standen hunderte Fahrzeuge mit Kennzeichen aus dem Umland im Stau, teils hupend, zum Teil mit lauter Musik. Entlang der Kontrollspur standen auch Polizisten mit Maschinengewehren. Abschleppfahrzeuge waren schon vor Ort, um sofort aus dem Verkehr gezogene Fahrzeuge mitzunehmen. Für ein junges Paar etwa ging die Reise nur noch zu Fuß weiter, nachdem sein Auto zuvor auf dem Abschlepper gelandet war.

Tuning-Treffen in Dortmund mit Event-Charakter - Polizei zieht Bilanz nach großem Einsatz

Viele Fahrzeuge wurden zu umfangreicheren Einzelkontrollen auf die Seite gezogen, die Polizei Dortmund ließ sich Zeit. Auch eine Stunde später war der Stau auf dem Wall nur unwesentlich kleiner,

Die Polizei verweist auf den Event-Charakter, den die Treffen in der Dortmunder Innenstadt annehmen. So sei es erklärlich, dass bereits am vergangenen Wochenende (2. und 3. Januar) eine hohe dreistellige Anzahl von PS-starken Fahrzeugen in der Innenstadt von Dortmund unterwegs war.

Lautstarke Treffen von Rasern und Tunern in Dortmund: Polizei mit Sperrungen, Kontrollen, Verkehrsableitungen

In der Nacht zu Sonntag, 10. Januar, stellte die Polizei in der Spitze bis zu 700 Fahrzeuge in der Dortmunder Innenstadt, mit Schwerpunkt auf dem Wallring fest. Mit zahlreichen Sperrmaßnahmen, Kontrollstellen und Verkehrsableitungen setzten die Beamten zunächst darauf, den Verkehrsfluss und somit die Möglichkeit des Rasens einzuschränken.

Diese Bilanz zieht die Polizei aus der Aktion in der vergangenen Nacht: Fünf Pkw wurden wegen des Verdachts des Erlöschens der Betriebserlaubnis sichergestellt, darüber hinaus ein Führerschein. Einige wenige Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung wurden konsequent geahndet. Über 160 Personen erhielten Platzverweise. Wegen des zum Teil erheblichen Lärms (Hupkonzerte, laute Musik) kam es erneut zu einer Vielzahl von Beschwerdeanrufen von Anwohnern aus der Innenstadt.

Und noch ein Blick auf die Nacht davor: Von Freitag auf Samstag zählte die Polizei nach eigenen Angaben in der Spitze bis zu 500 Fahrzeuge. Im Rahmen dieses Einsatzes registrierten die Einsatzkräfte zwei Verkehrsunfälle, „glücklicherweise ohne Personenschaden“. In einem Fall habe man einen Mann festnehmen müssen. „Er machte seinem Unmut über die polizeilichen Maßnahmen Luft durch mehrfaches lautes Anfahren mit quietschenden Reifen, gegen die polizeilichen Maßnahmen leistete er Widerstand und beendete die Nacht zunächst im Polizeigewahrsam.“

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