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Dortmund: Anonyme Tierklappe soll kommen – was jetzt geplant ist

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Von: Florian Forth

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Immer wieder setzen Menschen Haustiere aus, weil sie mit ihnen überfordert sind. Für Hunde, Katzen und Vögel soll es in Dortmund bald eine Tierklappe geben.

Dortmund – Machen wir uns nichts vor: Für manche Menschen ist ein Haustier kein Freund fürs Leben. Sobald ihnen Pflege und Gassigehen nach einiger Zeit zu viel werden, wollen viele Halter ihr Tier wieder loswerden, berichtet RUHR24*. Das soll in Dortmund* bald auch anonym gehen: an einer Tierklappe.

StadtDortmund, NRW
IdeeTierklappe für Haustiere
ParteiTierschutzpartei

Dortmund soll Tierklappe bekommen: Haustiere könnten anonym abgegeben werden

Das fordert die Tierschutzpartei Dortmund in einer Stellungnahme vom Mittwoch (12. Januar). Bei der Tierklappe handelt es sich um eine Einrichtung ähnlich der Babyklappe. Halter sollen dort ihre Haustiere anonym abgeben können, die sie überfordern oder die sie zuvor unüberlegt etwa im Zoohandel im Ruhrgebiet* gekauft haben. Auch Fundtiere können abgegeben werden.

In der Tierklappe können Haustiere und Fundtiere anonym und sicher abgegeben werden.
In einer Tierklappe können Haustiere und Fundtiere anonym und sicher abgegeben werden. © Tierschutzpartei Dortmund

Damit hofft die Partei, dass künftig weniger Hunde, Katzen und Vögel einfach ausgesetzt oder anderweitig beseitigt werden. Vor allem in zwei Situationen geben Halter ihre Tiere häufig ab, schreibt Sebastian Everding von der Tierschutzpartei:

„In beiden Fällen ist die Abgabe und eine Vermittlung in ein geeignetes neues Zuhause der richtige Weg“, sagt Everding, der nach eigenen Angaben bereits im Vorstand eines Tierheims saß. Zuletzt mussten in Dortmund Tiere aus der Wohnung einer psychisch kranken Frau gerettet* werden.

Idee zur Tierklappe für Dortmund stammt aus Peine: 77 Tiere in wenigen Wochen abgegeben

Die Idee zu der Tierklappe stammt eigentlich aus Peine in Niedersachsen. Dort hatte ein Tierheim im August 2021 eine große eingezäunte Box eingerichtet. Über drei Türen konnten dort Hunde, Katzen sowie andere Kleintiere rund um die Uhr abgegeben werden.

Der Bedarf war offensichtlich groß. Bis Anfang Januar 2022 fischte das Tierheim 27 Hunde, 25 Katzen und 25 andere Tiere aus der weißen Kiste, berichtet der NDR. So viele, dass das Tierheim an seine Grenzen geriet. Die Klappe umgeht jedoch ein Problem, das bei vielen Tierheimen bislang besteht: Wer sein Haustier loswerden wollte, musste sich meistens persönlich melden. In Hessen gibt es deshalb mittlerweile sogar eine virtuelle Tierklappe.

Dortmund: Tierklappe hätte auch Nachteile – doch „Scham der Halter ist zu groß“

Auch in Dortmund wählen viele Menschen weiterhin den einfacheren Weg – und setzen Bello und Miezi einfach in der Pampa aus. Dort würden die ungeliebten Haustiere dann teilweise erst nach Stunden gefunden oder sind im schlimmsten Fall bereits unter ein Auto geraten, sagt Angelika Remiszewski, Kreisvorsitzende der Tierschutzpartei. „Der Scham der Halterinnen und Halter ist oftmals zu groß, die Tiere offiziell abzugeben“, sagt sie.

Eine weitere Hürde seien die Abgabegebühren, die von städtischen Tierheimen erhoben werden. „Deswegen wünschen wir uns eine so niederschwellige Lösung auch für Dortmund und weitere Städte“, sagt Remiszewski.

Wohin mit dem Haustier?

Wer sein Haustier loswerden möchte oder ein Heimtier sucht, ist beim Tierschutzzentrum Dortmund richtig.

In Dortmund vermittelt unter anderem auch die Vereine „Arche 90“ oder der Tierschutzverein Groß-Dortmund Haustiere.

Dass der Vorschlag nicht nur Vorteile hat, sei der Partei durchaus klar. Den Tierheimen entgehen dann die Gebühren, außerdem würden wohl mehr Tiere abgegeben werden als zuvor. Weil die positiven Argumente aber überwiegen, soll der Antrag bald über die gemeinsame Fraktion „Die Linke+“ mit Piraten und Linken zur Abstimmung in den Stadtrat Dortmund eingebracht werden. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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