„Bett statt Schlafsack“

Obdachlose kämpfen im Winter: Besonderer Schlafplatz in Dortmund soll helfen

In Dortmund gibt es eine besondere Notunterkunft für Obdachlose.
+
In Dortmund betteln Obdachlose in der Innenstadt um Kleingeld - aus Bochum kommen aktuell noch mehr dazu.

Damit die Obdachlosen im Winter nicht erfrieren, haben Hilfsorganisationen aus Dortmund eine besondere Unterkunft geschaffen. Das Konzept gibt es auch in anderen Städten.

Dortmund – Schneefall, Minusgrade und Bodenfrost: Was für viele Menschen ein ganz normaler Winter ist, wird für Obdachlose schnell zur tödlichen Gefahr, berichtet RUHR24.de*. Mit einem besonderen Konzept wollen Hilfsorganisationen aus Dortmund diesen Menschen jetzt genau das geben, was ihnen fehlt: ein Dach über dem Kopf.

Vereinbodo e.V.
Gründung1994
ZielAnlaufstellen für Wohnungslose in Dortmund und Bochum
KontaktTelefon: 0231 950 978 0

Dortmund: Besonderer Schlafplatz für Obdachlose in einem ungenutzten Hotel

In Dortmund gibt es gleich mehrere Übernachtungsstellen für Obdachlose. Zudem hat der Verein „Bodo“ am Dortmunder U ein großes Zelt* aufgestellt, ein wichtiger Schutzort für Menschen, die in der Corona-Krise draußen leben. Dennoch rutschen einige der Betroffenen weiterhin durchs Raster. Bereits Ende November wurde der Obdachlose „Teddy“ tot an seinem Schlafplatz in Dortmund* gefunden.

Diese Lücke wollen die drei Initiativen der Wohnungslosenhilfe – das „Gast-Haus“ an der Rheinischen Straße, das Team vom Wärmebus und der Verein „Bodo“ – nun schließen. Sie haben eine niederschwellige Notübernachtung für wohnungs- und obdachlose Menschen geschaffen. „Wir möchten da helfen, wo keine anderen Strukturen und Hilfsangebote mehr greifen, um unseren in Not geratenen Gästen eine schnellstmögliche unbürokratische Unterbringung zu ermöglichen“, wird Klaus Bathen vom Team Wärmebus in einer Mitteilung zitiert.

Dortmund: Hotel in der Innenstadt stellt Zimmer für Obdachlose zur Verfügung

Und die Unterbringung ist keine schlechte: Ein Hotel in der Innenstadt von Dortmund (alle News aus Dortmund auf RUHR24.de) hat zunächst zehn Doppel- und Einzelzimmer für Obdachlose zur Verfügung gestellt, teilt „Bodo“ mit. Dort sollen im Corona-Winter vulnerable Menschen untergebracht werden, für die sonst keine Unterkunft infrage kommt.

Dass die Obdachlosen nicht in eine andere Unterkunft dürfen, kann gleich mehrere Gründe haben:

  • Sie bekommen keine Transferleistungen.
  • Sie haben einen Hund.
  • Sie können als Paar nicht gemeinsam unterkommen.
  • Sie meiden die Übernachtungsstelle wegen psychosozialer Probleme.

Obdachlose in Dortmund müssen für Notunterbringung im Hotel einige Vorgaben erfüllen

Doch wonach richtet sich, wer ein Zimmer im Hotel bekommt? Laut „Bodo“ wendet sich die Notunterbringung an Wohnungs- und Obdachlose, die an die Angebote des „Gast-Hauses“, „Bodo“ oder des Teams Wärmebus angebunden sind. Sie müssen jedoch in der Lage sein, selbstständig im Hotel zu wohnen.

In Dortmund gibt es eine besondere Notunterkunft für Obdachlose.

Mit jeder Bewohnerin und jedem Bewohner wurden vorher intensive Gespräche geführt, Sozialarbeiter aus den Einrichtungen sind täglich zur Beratung vor Ort, begleiten und betreuen die Gäste während ihres Aufenthalts und sind Ansprechpartner und Vermittler. Dafür hat das Hotel zusätzlich einen eigenen Beratungsraum zur Verfügung gestellt, berichtet „Bodo“. Die Träger finanzieren die Notunterbringung aus Eigenmitteln und Spenden.

Video: Christel Grossek kämpft für Obdachlose in Marl

Obdachlose müssen sich an Regeln halten – ähnliches Angebot in Bochum

„In der Vorarbeit für dieses Pilotprojekt ist uns sehr schnell klar geworden, dass das Angebot so niederschwellig wie möglich sein muss, um unsere Gäste nicht mit einem Maßnahmenkatalog zu überfordern“, sagt Heinrich Bettenhausen, Vorsitzender des Vereins „Gast-Haus“. Die Obdachlosen müssten sich natürlich an Regeln halten, werden aber auf Augenhöhe dabei begleitet. „Das ist uns sehr wichtig“, sagt er.

Auch in anderen Städten im Ruhrgebiet gibt es bereits ähnliche Angebote. In Bochum wurde eine Notunterkunft für Obdachlose in einer Schule* eingerichtet. Dadurch, dass Menschen ohne Dach über dem Kopf in ohnehin nicht genutzte Hotels oder Hostel ziehen, würde sich auch die Belegung in den anderen Unterkünften entzerren, sagt „Bodo“-Geschäftsführerin Tanja Walter: „Wir schaffen aus der Not heraus ein Angebot, das gerade nötiger ist denn je.“ *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare