Räume in Dortmund „sehr, sehr voll“

Munitions- und Waffenfunde nehmen kein Ende: Am Abend wieder kontrollierte Sprengung

Feuerwehrleute stehen auf der gesperrten Volksgartenstraße in Dortmund bei einem Einsatz.
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Bei einer Wohnungsdurchsuchung im Dortmunder Stadtteil Lütgendortmund entdeckten Spezialisten des Landeskriminalamtes und der Dortmunder Kriminalpolizei Waffen, Munition und chemische Stoffe. Seither dauern die Durchsuchungen an.

Die Durchsuchungen in einem Haus und einer Garage in Dortmund-Lütgendortmund dauern wohl noch die ganze Woche an. Dort wurden Waffen, Munition und chemische Stoffe entdeckt.

  • In Dortmund-Lütgendortmund hat die Polizei Waffen, Munition und chemische Stoffe entdeckt.
  • Bereits seit Tagen werden die Räume in dem beschlagnahmten Haus systematisch durchsucht.
  • In der Folge werden immer wieder Munitionsfunde gezielt gesprengt.

Update, Montag, 19.52 Uhr: Es nimmt einfach kein Ende: Sprengstoffspezialisten des Landeskriminalamtes NRW haben in den Räumen eines 68-Jährigen in Dortmund erneut Sprengstoff gefunden. Die Substanz sollte noch am Montag auf einem Feld in der Nähe kontrolliert gesprengt werden. „Für die Bürgerinnen und Bürger werden Knallgeräusche hörbar sein. Eine Gefahr besteht nicht“, twitterte die Polizei am frühen Abend.

Die Experten der Tatortgruppe Sprengstoff sowie Spezialisten der Analytischen Task Force der Feuerwehr Dortmund untersuchen bereits seit vergangenem Mittwoch Wohnung, Boden- und Kellerräume sowie eine Garage des Mannes. Bislang wurden an jedem Tag gefährliche Gegenstände gefunden, die fast täglich kontrolliert zur Explosion gebracht wurden. Am Sonntag hatten die Experten sogenannte Eisenbahnknallkapseln entdeckt, die bei Arbeiten an Bahngleisen benutzt werden, um die Arbeiter vor herannahenden Zügen zu warnen. Auch sie wurden gezündet, um sie unschädlich zu machen.

Waffen und Sprengstoff gefunden: Räume sind „sehr, sehr voll“

Der Mann war noch am Mittwoch festgenommen worden, danach aber mangels Haftgründen aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden. Gegen ihn wird wegen Verstößen gegen das Waffengesetz ermittelt. Nähere Einzelheiten über die Motive des Mannes teilten die Ermittler bislang nicht mit.

Polizeisprecher Torsten Sziesze ging am Montag davon aus, dass die Durchsuchungen der Räumlichkeiten noch die ganze Woche andauern werden. Die Räume seien „sehr, sehr voll“. Bei den Durchsuchungen gingen die Experten wegen der Gefährlichkeit der gefundenen Gegenstände „sehr kleinteilig und vorsichtig“ vor. Das Haus mit insgesamt zwei Wohnungen sei beschlagnahmt worden. Derzeit sei es nicht bewohnt.

Waffen und Sprengstoff gefunden: Straßensperrung erforderlich

Update, Samstag, 19.45 Uhr: Die Polizei hat die Durchsuchung der Wohnung auch am Samstag fortgesetzt und dabei wieder „eine kleine Menge an Waffen, Waffenteilen und Munition entdeckt“, teilten die Beamten mit. Die Durchsuchungen seien noch nicht abgeschlossen und würden fortgesetzt. Eine Sprengung sei - anders als zuvor - nicht notwendig gewesen. Die Straße, in der sich das Mehrfamilienhaus im Stadtteil Lütgendortmund befindet, war am Samstag wieder für mehrere Stunden gesperrt. Die Einsatzkräfte kämen gut voran, hatte ein Sprecher der Polizei am Samstagnachmittag mitgeteilt.

Update, Freitag, 21.11 Uhr: Die Sprengung war erfolgreich. Die Polizei teilt mit, dass sie auf einem Feld stattgefunden hat. Der Durchsuchungseinsatz sei weiterhin noch nicht abgeschlossen und werde auch am Samstag fortgesetzt.

Waffen und Sprengstoff gefunden: Nächste kontrollierte Sprengung

Update, Freitag, 20.32 Uhr: Wie die Polizei mitteilt, ist heute Abend wieder eine kontrollierte Sprengung notwendig. Die Einsatzkräfte haben erneut in einem Wohnhaus und einer Garage in Dortmund Sprengstoff gefunden. Den genauen Ort für die Sprengung wird die Polizei auch heute nicht nennen. Auch der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest. Für die Bürgerinnen und Bürger werden heute Abend mehrere Knallgeräusche zu hören sein. Eine Gefahr besteht für sie nicht.

Update, Freitag, 15.57 Uhr: Ein 68-jähriger Tatverdächtiger, den die Polizei am Mittwoch festgenommen hatte, ist mittlerweile mangels Haftgründen aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden. Zurzeit liegen keine rechtlichen Voraussetzungen für eine freiheitsentziehende Maßnahme vor, wie die Polizei Dortmund mitteilte. Im Rahmen der Ermittlungen werde permanent geprüft, „ob weitere Fakten hinzukommen, die an dieser Rechtslage etwas ändern.“

Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Landeskriminalamt NRW durchsuchen am Freitag weiter das Wohnhaus in Dortmund-Lütgendortmund.

Waffen und Sprengstoff gefunden: Polizei setzt Durchsuchung in Dortmund fort

Update, Freitag, 11.30 Uhr: Die Dortmunder Polizei setzt die Durchsuchung der Lütgendortmunder Wohnung am Freitag fort. In dem Mehrfamilienhaus hatten Ermittler eine große Menge chemischer Substanzen, Waffen und Sprengstoff gefunden. Ein Teil davon - so eine Mine aus dem Zweiten Weltkrieg und mehrere Kilogramm TNT hatten kontrolliert gesprengt werden müssen. Eine Polizeisprecherin sagte, ihre Kollegen seien von der Menge der Dinge, die dort gefunden wurden, überrascht worden.

Update, Donnerstag, 21.19 Uhr: Nach dem Fund einer größeren Menge verdächtiger Substanzen und zahlreicher Waffen in einer Dortmunder Wohnung ermittelt die Polizei gegen den Bewohner. Der 68-Jährige sei nach der Durchsuchung seiner Wohnung und seiner Garage festgenommen worden und befinde sich weiter in Gewahrsam, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Am Donnerstag entdeckten die Ermittler auch mehrere Kilogramm TNT.

Der Sprengstoff wurde am Abend nach Polizeiangaben kontrolliert gesprengt. Er sei abtransportiert und etwa zwischen 18.45 und 19.30 Uhr von Spezialisten des LKA kontrolliert und mit großem Sicherheitsabstand auf einem Feld gesprengt worden. „Zu keinem Zeitpunkt bestand für die Bürgerinnen und Bürger eine Gefahr“, hieß es. Der Durchsuchungseinsatz soll am Freitag weitergehen.

Waffen und Sprengstoff gefunden: Ganzes Ausmaß nicht absehbar

Zur Person des 68-Jährigen und zu Hintergründen, warum er die chemischen Substanzen und Waffen sowie Waffenteile hortete, äußerten sich die Ermittler zunächst nicht. „Die chemische Analyse der am Vortag aufgefundenen Stoffe ist noch nicht abgeschlossen.“ Weitere Aussagen zu den Funden vom Mittwoch, auch zur Gesamtzahl der aufgefunden Waffen seien derzeit nicht möglich.

Ein Polizeisprecher sagte auf die Frage, ob der Mann mutmaßlich allein handelte: „Er war alleiniger Nutzer dieser Wohnung.“ Bei der Polizeiaktion am Mittwoch war auch eine Mine entdeckt worden, die Spezialisten in der Nacht zu Donnerstag auf einem Feld kontrolliert sprengten.

Anlass für die Durchsuchung war der Verdacht auf einen Verstoß gegen das Waffengesetz. Die Kriminalpolizei erhielt einen Hinweis auf zunächst eine Waffe, die der 68-Jährige einem anderen Mann übergeben haben soll. „Dies führte zu einem Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Dortmund, mit dem die Wohnung und die Garage aufgesucht wurden.“ Die Polizei wollte aber keine Angaben dazu machen, woher konkret der Hinweis gekommen war. Man stecke noch am Anfang der umfangreichen Ermittlungen.

Waffen und Sprengstoff gefunden: Kontrollierte Sprengung notwenig

Update, Donnerstag, 19.01 Uhr: Im Zuge des Durchsuchungseinsatzes in einem Wohnhaus und einer Garage in Dortmund-Lütgendortmund wird am Donnerstagabend (10. September) wieder eine kontrollierte Sprengung notwendig sein, wie die Polizei Dortmund am späten Nachmittag mitteilte.

„Die Einsatzkräfte haben am Nachmittag in der Wohnung mehrere Kilogramm TNT gefunden. Dieser muss abtransportiert und in den Abendstunden durch Kräfte des LKA NRW zusammen mit der Feuerwehr Dortmund kontrolliert gesprengt werden“, heißt es wörtlich.

Den genauen Ort für die Sprengung werde die Polizei auch heute nicht nennen, so die Mitteilung weiter. Auch der Zeitpunkt stehe noch nicht fest. Für die Bürger seien am Donnerstagabend mehrere Knallgeräusche zu hören.“Eine Gefahr besteht für sie nicht“, so die Polizei.

Der Durchsuchungseinsatz ist demnach weiterhin noch nicht abgeschlossen. Er soll auch am Freitag unter Beteiligung von Kräften der Feuerwehr und des LKA NRW fortgesetzt werden.

Lesen Sie hier unsere Erstberichterstattung:

Dortmund - Nach dem Fund einer größeren Menge verdächtiger Substanzen und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg in einer Dortmunder Wohnung samt Garage ermittelt die Polizei gegen den Bewohner. Der 68-Jährige sei nach der Durchsuchung festgenommen worden und befinde sich in Polizeigewahrsam, sagte ein Sprecher.

Die Kriminalpolizei wollte die Durchsuchungen am Donnerstagmittag voraussichtlich bis in die Abendstunden fortsetzen. Die chemische Analyse der am Vortag aufgefundenen Stoffe sei indes noch nicht abgeschlossen. Weitere Aussagen dazu und zur Gesamtzahl der aufgefunden Waffen seien derzeit nicht möglich, so Staatsanwaltschaft und Polizei Dortmund. Spezialisten der Feuerwehr hätten die Stoffe gesichert und analysierten diese nun. Auch Experten des Landeskriminalamtes waren im westlichen Dortmunder Stadtteil Lütgendortmund im Einsatz.

Angemietet habe die Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in einer Reihenhaussiedlung sowie die Garage ein 68-jähriger Dortmunder, der am Mittwoch festgenommen worden sei und der sich weiter im Polizeigewahrsam befinde. Die Kriminalpolizei habe einen Hinweis auf zunächst eine Waffe erhalten, die der 68-Jährige einem anderen Mann übergeben haben soll. „Dies führte zu einem Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Dortmund, mit dem die Wohnung und die Garage aufgesucht wurden. Der Verdacht auf Verstoß gegen das Waffengesetz und die Funde führen nun zu umfangreichen Ermittlungen“, so Staatsanwaltschaft und Polizei am Donnerstagmittag (10. September).

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