„Event“ im Lockdown

Raser, Tuner, Poser auf dem Dortmunder Wall - Polizei greift zwei Nächte in Folge hart durch

Kontrolle auf Dortmunder Wall
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Hunderte Autos, die der Raser- und Tuning-Szene zugeordnet werden, hat die Polizei bei einem erneuten Großeinsatz an drei Stellen in Dortmund kontrolliert.

Die Clubs geschlossen, Szenetreffen abgesagt - so wird der Dortmunder Wallring im Lockdown mehr und mehr zum Treffpunkt für junge Leute, für Raser, Tuner und Poser. Die Polizei kontrollierte deshalb an diesem Wochenende in zwei Nächten in Folge.

Update vom 17. Januar, 13 Uhr: Nach den Kontrollen in der Nacht zu Samstag hat die Polizei auch in der darauffolgenden Nacht Raser, Tuner und Poser in der Dortmunder Innenstadt kontrolliert. 218 Autos und 373 Personen wurden laut Polizei überprüft. Sechs Fahrzeuge wurden dabei sichergestellt, 57 Platzverweise wurden ausgesprochen. Bei Geschwindigkeitskontrollen wurden 181 Verstöße festgestellt. Außerdem gab es 28 Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) machte sich laut Polizei-Mitteilung am Samstagabend ein Bild von der Lage. Die Beamten würden mit solchen Aktionen „mit vielen Nadelstichen am Ball bleiben, um denen, die sich hier so daneben benehmen, das Leben schwerzumachen“.

Großkontrollen auf dem Dortmunder Wall: 350 Autos versammelt

Dortmund - Die Dortmunder Polizei greift hart durch: Mit einem Großeinsatz reagiert die Behörde auf „das Schaulaufen von [...] Autofahrerinnen und -fahrern, die den Wall in der Innenstadt entweder zu einer Rennstrecke umfunktionieren oder für das Posen in den meist euren und PS-starken Autos nutzen wollten.“ In der Nacht zum Samstag hatten sich gut 350 Fahrzeuge samt Insassen versammelt - am Samstag der Vorwoche hatte die Polizei dort gut 700 Pkw gezählt.

Großkontrolle gegen Raser und Tuner auf dem Dortmunder Wall.

An mehreren Kontrollstellen rund um den Wall zeigte die Polizei am Freitagabend Präsenz, beobachtete die Fahrzeuge der Szene aufmerksam. An mehreren Stellen wurden die Fahrzeuge dann abgeleitet, wie zum Beispiel am Dortmunder U. Dort entstand durch die Sperrung bedingt wieder eine lange Schlange: Einzeln wurden die Fahrzeuge, die zur Kontrolle sollten, ausgewählt und auf ein Gelände hinter dem Dortmunder U gelotst. Das gleiche an der Ruhrallee/B54; über die Hauptverkehrsstraße sollten die Fahrzeuge nach der Kontrolle gleich wieder die Stadt verlassen.

Großkontrollen auf dem Dortmunder Wall - Appelle in Sozialen Medien

Permanent wandte sich die Polizei über die Sozialen Medien an die jungen Leute, die sich dort treffen wollten, und wies sie unter dem Hashtag #RuheaufdemWall darauf hin, dass der öffentliche Straßenverkehr kein Event- und Erlebnisraum sei. Bis weit in die Nacht hinein dauerten die Kontrollen an.

Nach Polizeiangaben waren die meisten Fahrer aus dem Kreis Unna, dem Münsterland, dem Märkischen Kreis und Ruhrgebietsstädten wie Gelsenkirchen und Herten nach Dortmund gekommen. „Die weite Anfahrt nach Dortmund lohnte sich nicht: Kaum auf dem Wall, standen die Fahrzeuginsassen vor den Kontrollstellen im Stau“, heißt es im Bericht der Pressestelle.

Kontrollen gegen Raser und Poser auf dem Wall in Dortmund: „Keine Toleranz“

Polizeirätin Stephanie Luzemann, die den Einsatz leitete, sah wichtige Ziele erreicht: „Wir wissen, dass bei vielen Anwohnern die Nerven blank liegen. Deshalb zeigen wir bei Regelverstößen keine Toleranz.“ Anders als in den Wochen zuvor registrierte der Polizei-Notruf in der Nacht zum Samstag nur wenige Beschwerden über Lärmbelästigung.

Bei der Großkontrolle am Freitag kontrollierte die Polizei 446 Personen, überprüfte 280 Pkw. Für drei Fahrzeuge endete die Fahrt in Dortmund - sie wurden sichergestellt, weil aufgrund technischer Mängel die Betriebserlaubnis erloschen war. 51 Platzverweise sprachen die Beamten aus, 13 Anzeigen sind wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung anhängig. Ein Mann erhielt eine Strafanzeige, weil er einen Autofahrer mit einer Taschenlampe geblendet hatte.

Weitere ähnliche Einsätze könnten folgen - Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange hatte Maßnahmen gegen die „Unfallrisiken durch rücksichtslose Raser und gegen die unerträglichen Ruhestörungen“ zu einem behördenstrategischen Schwerpunkt erklärt. - news4 Videoline/eB

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