Kontakt zur rechtsextremen Szene?

Maskenverweigerer aus Reichsbürger-Milieu rastet im Supermarkt aus - mehrere Polizisten verletzt

Ein polizeibekannter Maskenverweigerer aus dem Reichsbürger-Milieu hat in einem Dortmunder Supermarkt randaliert und Polizisten verletzt. Der Staatsschutz ermittelt.

  • Ein Maskenverweigerer (44) ist in einem Supermarkt in Dortmund (NRW) ausgerastet.
  • Der Mann aus dem dem Reichsbürger-Milieu verletzte Polizisten so schwer, dass sie ins Krankenhaus mussten.
  • Der Staatsschutz überprüft außerdem mögliche Kontakte zur rechtsextremen Szene.

Dortmund - Just an jenem Tag, als die NRW-Landesregierung noch einmal die Bedeutung der Maskenpflicht betont und für Verstöße dagegen in Bus und Bahn sogar eine Ordnungsstrafe von 150 Euro angekündigt hat, ist ein polizeibekannter Maskenverweigerer in einem Supermarkt in Dortmund völlig ausgerastet.

kreisfreie GroßstadtDortmund
BundeslandNordrhein-Westfalen
Fläche280,71 km²
Einwohner588.250
OberbürgermeisterUllrich Sierau (SPD)
Kfz-KennzeichenDO

Der Mann (44), der offenbar dem Reichsbürger-Milieu zuzuordnen ist und Kontakt zur rechtsextremen Szene haben könnte, war bereits in der jüngeren Vergangenheit durch einen nicht näher konkretisierten Verstoß gegen die Coronaschutzverordnung aufgefallen.

Diesmal weigerte er sich nach Polizeiangaben, in einem Supermarkt an der Bornstraße eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Dabei blieb es am Montagabend (11. August) gegen 22 Uhr allerdings nicht: Der 44-Jährige habe einen Mitarbeiter mit einem Einkaufswagen gerammt, so dass der Sicherheitsdienst die Polizei alarmierte. Zahlreiche Kunden wurden Zeugen des unwürdigen Schauspiels, wie WA.de* berichtet.

Maskenverweigerer aus Reichsbürger-Milieu: Szenerie gefilmt

Der Maskenverweigerer habe außerdem die Szenerie gefilmt und den eintreffenden Polizisten währenddessen erklärt, dass er nicht verpflichtet sei, eine Corona-Schutzmaske zu tragen.

„Eine ärztliche Bescheinigung, die ihn vom Tragen einer Maske befreit, legte der Mann nicht vor. Zudem listete er eine Reihe von Paragraphen auf, die jedoch nicht mit den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland übereinstimmen. Wie sich später herausstellte, gibt es Hinweise, dass der 44-Jährige dem Reichsbürger-Milieu zuzuordnen ist. Die Sonderkommission Rechts des
Staatsschutzes überprüft darüber hinaus Kontakte zur rechtsextremen Szene“, so die Polizei Dortmund.

Beim Unterfangen, den 44-Jährigen aus dem Supermarkt herauszuführen, habe der Maskenverweigerer massiven Widerstand geleistet und zwei Polizisten so schwer verletzt, dass sie in einem Krankenhaus behandelt werden mussten. „Sie konnten ihren Dienst wegen der Verletzungen nach ärztlicher Behandlung nicht mehr fortsetzen“, so die Polizei.

Maskenverweigerer aus Reichsbürger-Milieu: Angriff im Streifenwagen

Weitere Einsatzkräfte hätten das Streifenteam schließlich bei der Festnahme unterstützt. Gemeinsam sei es gelungen, den aggressiv auftretenden Mann zu überwältigen und zu fesseln. Aber selbst auf der Fahrt ins Gewahrsam habe er noch versucht, einen Polizisten anzugreifen. Weil jedoch keine „besonderen Haftgründe“ vorlagen, habe der Maskenverweigerer das Gewahrsam am Mittwochvormittag wieder verlassen können.

In allen Geschäften und Fußgängerzonen wird mit Schildern auf die Maskenpflicht beim Einkaufen hingewiesen - nicht jeder will sich aber daran halten, wie der Fall des Maskenverweigerers in Dortmund gezeigt hat (Symbolbild).

Der Staatsschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung, Widerstands, Hausfriedensbruch, der Verletzung des vertraulichen Wortes (Filmen) und einer Straftat nach dem Infektionsschutzgesetz.

Maskenverweigerer aus Werne (18) attackiert Bundespolizisten

Mit diesem Fall aus Dortmund nicht genug der Maskenverweigerer: Ebenfalls am Dienstag beleidigte ein 18-Jähriger aus Werne erst eine Mitarbeiterin der Eurobahn, anschließend griff er einen Bundespolizisten an. Der junge Mann hatte die RB 50 zum Dortmunder Hauptbahnhof ohne den erforderlichen Mund-Nasen-Schutz genutzt.

„Als er sich trotz Aufforderung der 62-jährigen Mitarbeiterin vehement weigerte, einen solchen aufzusetzen und die Mitarbeiterin
zudem beleidigt haben soll, informierte diese die Bundespolizei. Einsatzkräfte setzte daraufhin den Fahrtausschluss gegen den Reisenden durch. Zur Identitätsfeststellung wurde der 18-Jährige zur Bundespolizeiwache gebracht.

Dort griff er einen Bundespolizisten an und leistete dermaßen Widerstand, dass Pfefferspray gegen ihn eingesetzt werden musste. Da er sich nicht beruhigen wollte, blieb er vorerst im Gewahrsam der Bundespolizei, aus dem er später wieder entlassen wurde. Gegen den 18-Jährigen leitete die Bundespolizei ein Strafverfahren wegen Beleidigung und tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte ein.“ - *WA.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes

Rubriklistenbild: © Wolfgang Kumm/dpa

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