In Dorstfeld und der Nordstadt

Dortmund: Gewalt bei Antifa- und Nazi-Demos – Polizei setzt Reizgas und Schlagstock ein

Polizei und Antifa auf der Wittener Straße in Dortmund-Dorstfeld nahe dem Wilhelmplatz
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Am 8. Mai gab es in Dortmund-Dorstfeld eine Demo von linken Gruppierungen, bei der es auch zu Gewalt kam.

Bei Demos der Antifa und von Neonazis ist die Lage in Dortmund am Samstag (8. Mai) teils eskaliert. Die Polizei reagierte in Einzelfällen mit Schlagstock und Reizgas.

Dortmund – Zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945 hat es am Samstag in Dortmund*-Dorstfeld gleich zwei Versammlungen gegeben. Am Ende eskalierte die Lage nicht nur dort, berichtet RUHR24*.

StadtDortmund
StadtteilDorstfeld
AnlassDemo zum Ende des Zweiten Weltkriegs

Dortmund: Demo von Antifa eskaliert – Flaschen auf Polizei geworfen

Zunächst blieb bei der ersten Versammlung alles ruhig. Sie war gegen 12.30 Uhr mit – laut Polizei – 45 Teilnehmern auf dem Wilhelmplatz gestartet. „Sie verlief ausnahmslos friedlich und ohne jegliche Störungen“, heißt es in einem Polizeibericht.

Der bis dato ruhige Gedenktag änderte sich dann mit Ankunft einer Gruppe von Antifa-Anhängern. Laut Ruhr Nachrichten sollen diese aus Bochum nach Dortmund angereist sein. Die zweite Versammlung – dieses Mal mit rund 300 Teilnehmern – war um 14.30 Uhr gestartet, ebenfalls auf dem Wilhelmplatz, der lange Zeit als „Nazi-Kiez“ von Dortmund galt.*

Polizei Dortmund setzt bei Antifa-Aufmarsch Schlagstock ein

Aus dieser Versammlung heraus hätten Demonstranten Flaschen auf die Polizei geworfen, heißt es in dem Einsatzbericht. In einem weiteren Fall habe ein Demonstrant mit einem Stock auf einen Polizeibeamten eingeschlagen.

Auf der Wittener Straße am Wilhelmplatz kam es zu Gewaltszenen zwischen Polizei und Antifa.

Laut RUHR24-Informationen hätten sich einzelne Demonstranten daran gestört, dass die Polizei den Aufzug der Antifa gefilmt hätte. Bei konkreter Gefahr ist das der Polizei allerdings unter strengen Auflagen gestattet.

Corona-Abstände werden bei Antifa-Demo in Dortmund-Dorstfeld nicht immer eingehalten

Zudem warfen Demonstranten der Polizei „Kriminalisierung“ der Antifa vor. Und: Wurden zunächst die Corona-Abstände auf dem Wilhelmplatz eingehalten, war das in der zweiten Versammlung nicht mehr durchgehend der Fall.

In Folge der Attacken auf Einsatzkräfte nahm die Polizei zwei Personen als Tatverdächtige vorübergehend in Gewahrsam. Die Einsatzkräfte griffen zudem zum Schlagstock, um „während dieser Ingewahrsamnahmen weitere Gewalt gegen Polizeikräfte zu unterbinden.“ Die Ruhr Nachrichten berichten auch von Reizgas-Einsatz, was im Polizeibericht allerdings nicht erwähnt wird.

Nazis mit Aufmarsch in der Nordstadt – Antifa marschiert spontan durch Dortmund

Weil unterdessen eine kleine Gruppe von Neonazis am Nordmarkt in der Dortmunder Nordstadt Kurs auf einen linken Treffpunkt genommen hatte, kam es zu einem spontanen Marsch der linken Demonstranten von Dorstfeld über das Unionviertel in Richtung Nordstadt. Bis auf die Störung des Verkehrs gab es laut Polizei hierbei keine Vorkommnisse (hier weitere Blaulicht-News aus Dortmund* bei RUHR24 lesen).

Video: 76 Jahre danach: Gedenken an Ende des Zweiten Weltkriegs

Nicht nur aufseiten der Linken gab es Gewalt. Auch gegen zwei Tatverdächtige aus dem rechtsextremen Spektrum ermittelt die Polizei Dortmund nun. In einem Fall gehe es um Beleidigung, im zweiten Fall um einen tätlichen Angriff auf Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei, als diese eine Gruppe von Rechtsextremisten an der Dorstfelder Allee zurückdrängten, während der Aufzug antifaschistischer Gruppen über den Dorstfelder Hellweg lief. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA

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