Hotspot-Gefahr

Riesige Beerdigung in Dortmund gemeldet: Droht jetzt Situation wie nach Großhochzeit?

Riesige Beerdigung in Dortmund trotz Corona-Lockdown. Am Montag trafen sich laut Ordnungsamt fast 100 Personen auf einem Friedhof im Stadtteil Eving. In der ersten Meldung war von 300 Menschen die Rede.

Dortmund - Eine Beerdigung mit einer Vielzahl von Personen ist in Dortmund gemeldet worden - und das mitten im zweiten Lockdown der Coronavirus-Pandemie. Eine Sprecherin der Polizei bestätigt, dass die Veranstaltung am Montag gegen 12 Uhr auf dem Nordfriedhof in Dortmund-Eving stattfand. Die angegebene Zahl der Teilnehmer schwankt dabei zwischen 90 und 300 - fest steht: für Corona-Zeiten eindeutig sehr viele.

StadtDortmund
Einwohner588.250 (31. Dez. 2019)
Fläche280,71 km2
OberbürgermeisterThomas Westphal (SPD)

Corona in Dortmund: Polizei bestätigt große Beerdigung auf Nordfriedhof

Christian Schön von der Stadt Dortmund bestätigte auf Anfrage von WA.de, dass der Polizei eine große Menschenmenge am Nordfriedhof gemeldet worden sei. Die Polizei war nur im Rahmen einer Amtshilfe vor Ort. Zuständig ist das Ordnungsamt der Stadt Dortmund. Dort habe die Kräfte des Ordnungsamtes eine Gruppe von circa 90 Personen angetroffen. Aber: Die Familie des Verstorbenen war zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr bei der Beerdigung und vermutlich viele andere auch nicht mehr.

Der Einsatz war der Polizei gegen 12 Uhr gemeldet worden, wie eine Polizeisprecherin bestätigt. Nach wa.de-Informationen sollen zu diesem Zeitpunkt etwa 300 Personen gesehen worden sein. Das Ordnungsamt sei gegen 13 Uhr vor Ort gewesen, bestätigt der Sprecher der Stadt.

Die Anwesenden hielten sich an die Corona-Regeln, so Christian Schön von der Stadt Dortmund. Die Anwesenden trugen Mund-Nasen-Schutz und hielten den Mindestabstand von 1,5 Metern ein. Auch wurde vor Ort eine Kontaktliste geführt. „Da die CoronaSchVO keine Begrenzung der Teilnehmerzahl für Beerdigungen vorsieht und die Anforderungen der CoronaSchVO nach §13 Abs. 2 Punkt 4 eingehalten wurden bestand trotz der großen Teilnehmerzahl keine Eingriffsmöglichkeit“, so Schön. „Die Beteiligten wurden durch die eingesetzten Kräfte jedoch aufgefordert den Bereich nach der erfolgten Beisetzung dann zu verlassen.“

Corona in Dortmund: Ordnungsamt sieht 90 Personen auf Beerdigung und kann nichts machen

In der Nachbarstadt Hamm sind die Corona-Regeln im Vergleich dazu deutlich schärfer. Hier dürfen bei Beerdigungen unter freiem Himmel nur 25 Personen zusammenkommen, in geschlossenen Räumen sind es fünf.

Nach einer Großhochzeit in Dortmund war Hamm zum deutschlandweiten Hotspot geworden - zahlreiche Gäste infizierten sich bei der Party. Die Feierlichkeiten, die in Dortmund, Hamm und Werl stattfanden, gelten als Hauptereignis für die massive Corona-Infektionswelle in Hamm.

Großhochzeit in Dortmund, Hamm und Werl löste Corona-Welle in Hamm aus

Anfang Oktober folgte dann das nächste riesige Event in Dortmund, wieder eine Hochzeit, dieses Mal mit 380 Gästen. Das Ordnungsamt löste die Feier auf, doch einige Gäste wurden aggressiv.

Laut Coronaschutzverordnung des Landes NRW sind Beerdigungen auch im Lockdown zulässig. In Dortmund sind die Regeln folgende: Die Teilnehmer sind verpflichtet, sich an die Hygiene- und Abstandsregeln zu halten. In den Trauerhallen sind die Sitzplätze begrenzt. Bei Beerdigungen im Freien muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen allen Teilnehmern gegeben sein. Dieser darf nur von nahen Angehörigen unterschritten werden.

Dortmund gilt nach den Regeln des Corona-Gipfels Anfang Dezember derzeit auch als Hotspot: Die aktuelle Inzidenz beträgt laut Angaben der Stadt 219 (Stand: 22. Dezember, 10 Uhr). Eine Verschärfung der Regeln ist jedoch nicht geplant, da immer das Infektionsgeschehen insgesamt betrachtet werde.

Die Teilnehmer einer Beerdigung müssen sich ihre Kontaktdaten angeben, sodass sie im Falle eines Corona-Ausbruchs nachverfolgt werden können.

Rubriklistenbild: © Sebastian Willnow/dpa-mag

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