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Die Toten Hosen begeistern in Köln bei ihrer Tour zum 40. Bandgeburtstag

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Von: Frank Zöllner

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Campino in Köln
Campino in Köln © Beinert

Nach dem Auftakt im hohen Norden in Flensburg am vergangenen Dienstag spielte die Düsseldorfer Punkrock-Band ihren ersten NRW-Auftritt am Freitagabend in Köln - vor 50 000 begeisterten Zuschauern im Kölner Stadion als „Auswärtsspiel“ in der rivalisierten Nachbarstadt - wie de Düsseldorfer selber sangen und auch zahlreiche Fahnen vor der Bühne bewiesen.

Köln - Denn die Embleme darauf - und auch die Trikots im Publikum - bekundeten eine Affinität zu der Fortuna aus ihrer Heimatstadt und der DEG als Eishockeyverein Das alles nur wenige Tage nachdem sie als Überraschungsgäste beim Rock am Ring auftraten.

Zum 45. Mal in Köln gespielt

Als neben der Bühne zwei schwarze „Bis zum bitteren Ende“-Fahnen hochgezogen werden, wissen alle: Jetzt geht es los. Der Auftakt des über zweistündigen und intensiven Konzertes: „Drei Akkorde für ein Hallejulah“ und „Alle sagen das“, zwei von sieben neuen Songs auf dem Jubiläums- und Geburtstagsalbum zum runden Bandgeburtstag. Der Rest der nächsten zweieinhalb Stunden und insgesamt 30 Lieder: Eine Reise durch die bewegte Bandgeschichte, die die Toten Hosen schon 45 (!) mal nach Köln geführt hat. Aber am 24. und 25. Juni stehen zum Ausgleich zwei Konzerte in der Heimat in Düsseldorf im dortigen Stadion an

Es war auf jeden Fall ein intensives Konzert, dass die Punker von „Feine Sahne Fischfilet“ aus Mecklemburg-Vorpommern einläuteten.

Die Toten Hosen zogen später sofort das Publikum in ihren Bann. Vom Ritchie, Schlagzeuger, wurde als das „Küken“ vorgestellt, das erst seit 22 Jahren zu der Gruppe gehört. Ein eindrücklich.es Bild ist es, als bei „Hier kommt Alex“ am Bühnenrand Campino, Gitarrist Andreas „Kuddel“ von Holst, Michael „Breiti“ Breitkopf und Bassist Andreas „Andi“ Meurer in einer Reihe stehen - eine enge Bande zeigt sich hier.

Das Lied „112“ wird der Düsseldorfer Feuerwehr und speziell Micha gewidmet, die und der so oft einen tollen Einsatz, auch durch die Hosen verursacht, wie Campino anmerkte, zu erledigen haben. Campino moderiert locker den Übergang von den Kölner Verkehrsbetrieben über zu „Wannsee“, später wird es auch ernster in der Solidarität für die Ukraine mit blau-gelbem Bühnenlicht zu „Unter den Wolken“. „Wir geben unsere Freiheit nicht auf. Wir wir haben genug mit dem Klimawandel zu tun und sollten Extremisten keine Chance geben. Und da ist dieser fucking Krieg“, sagt Campino und bezieht auch Stellung gegen Nazis. Eindrücklich wird es beim Trauerlied „Nur zu Besuch“, wild bei „Pushed Again“.

„You‘ll never walk alone“ zum Abschluss

„Ihr glaubt gar nicht, wie froh wir sind, dass wir überhaupt noch da sind“, ruft Sänger Campino den Fans zu. „40 Jahre - das ist ein Riesen-Geschenk.“ „Wünsch Dir was“ ist so etwas wie das Motto des Abends, das Quatschlied „Eisgekühlter Bommerlunder“ endet mit Stakkato-Gesang und „Tage wie diese“ wird mit Bengalos gefeiert - und Campino erzählt, dass die Band den Song vor zehn Jahren exklusiv der Mannschaft von Fortuna Düsseldorf vor dem Relegationsspiel zur Bundesliga den Fußballern vorgesungen hatten, um ihnen Mut zu machen - letztlich mit Erfolg.

Die Band wie auch die Fans sind älter geworden, wie diese Anekdote und weitere noch länger zurückreichende, zeigen. Aber nicht ruhiger. Campino, der in einigen Tagen 60 Jahre alt wird, springt und rennt unermüdlich über die große Bühne wie eh und je - er nutzt die Treppe zum Bühnenrand, um engen Kontakt mit den Fans aufzunehmen.

Davor wird heftig Pogo getanzt - und auf den Tribünen sind ganze Reihen Familien mit Kindern zu finden. Und zu „You‘ll Never Walk Alone“, der Hymne des FC Liverpool, dem Herzensverein von Campino, geht ein intensiver Abend zu Ende - mit dem Gefühl, dass die Toten Hosen noch für längere Zeit ihre Fans begleiten werden.

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