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Großer Cyberangriff auf IHKs? Behörden schalten Online-Dienste ab

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Von: Daniel Großert

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Auf dem Bildschirm eines Laptops ist der Binärcode zu sehen.
Die IHKs in Deutschland waren offenbar Ziel eines Cyberangriffs. (Symbolfoto) © Oliver Berg/dpa

Nach einem möglichen Cyberangriff haben die IHKs in Deutschland ihre Online-Dienste abgeschaltet. Die Behörden sind nicht per E-Mail erreichbar.

Arnsberg (NRW) - Die Industrie- und Handelskammern (IHK) in Deutschland waren am Mittwochabend Ziel eines möglichen Cyberangriffs. Als Reaktion auf die Attacke haben die Behörden vorübergehend einen Großteil der eigenen Online-Dienste abgeschaltet, wie die IHK in Arnsberg (NRW) am Donnerstag mitteilte. Es seien alle 70 IHKs in Deutschland betroffen, sagte ein Sprecher der für die IT zuständigen IHK Gesellschaft für Informationsverarbeitung (GfI) in Dortmund.

Großer Cyberangriff auf IHKs: Behörden schalten Online-Dienste ab

Das hat Auswirkungen auf die Arbeit der IHKs: Laut der Mitteilung sind die Behörden bis auf Weiteres nicht per E-Mail zu erreichen. Darüber hinaus stehen wichtige Online-Services vorübergehend nicht zur Verfügung. Dazu zählt zum Beispiel die Erstellung von Ursprungszeugnissen, die für den internationalen Warenverkehr benötigt werden.

Die Mitarbeiter der Industrie- und Handelskammern seien aber vor Ort anzutreffen und auch telefonisch erreichbar. „Sollten wir gezwungen sein, auch das Telefonsystem abzuschalten, sind wir über die Mobiltelefone erreichbar“, erklärte Alexander Hennecke, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Arnsberg. Die Kontaktdaten seien über die Homepage der Behörde abzurufen. „Da unsere Website auf einem anderen System läuft, können wir dort weiterhin für unsere Mitglieder auch online präsent sein“, sagte Hennecke.

Cyberangriff auf IHKs in Deutschland: Mögliche Schäden noch unklar

Das gilt aber offenbar bei weitem nicht für jede IHK in Deutschland. Eine Stichprobe dieser Redaktion ergab, dass viele Internetauftritte momentan nicht erreichbar sind. Auch sie scheinen wegen des Cyberangriffs abgeschaltet worden zu sein. Ob die Attacke möglicherweise Schäden verursacht hat, ist bei der IHK in Arnsberg noch unklar: „Das können wir zur Stunde noch nicht sagen“, sagte ein Sprecher auf Nachfrage.

Man habe am Mittwochnachmittag „Aktivitäten“ bemerkt, sagte der Sprecher des IT-Dienstleisters. Daraufhin seien am späten Abend als Präventionsmaßnahme die IT-Systeme heruntergefahren worden. Man werde jetzt die einzelnen Dienste sukzessive prüfen. Sind sie sauber, werden sie wieder hochgefahren.

Erst vor wenigen Wochen hatte es einen Cyberangriff auf den Internet- und Telekommunikationsanbieter Helinet in Hamm gegeben. Das hatte große Auswirkungen auf Kunden.

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