Nach Tönnies-Skandal

Gesamte Metten-Belegschaft auf Coronavirus getestet - Unternehmen veröffentlicht Ergebnisse

Bei Metten in Finnentrop gab es Coronavirus-Tests für alle Mitarbeiter. Alle Ergebnisse waren negativ.
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Bei Metten in Finnentrop gab es Coronavirus-Tests für alle Mitarbeiter. Alle Ergebnisse waren negativ.

Der massenhafte Coronavirus-Ausbruch bei Tönnes in Rheda-Wiedenbrück hatte auch Auswirkungen auf die Fleischindustrie im Sauerland: Die Mitarbeiter mussten sich Corona-Reihentests unterziehen. Metten hat nun die Ergebnisse veröffentlicht.

Finnentrop - Wie der Fleischwarenproduzent aus Finnentrop am Donnerstag mitteilte, habe das Gesundheitsamt des Kreises Olpe die Tests am Montag durchgeführt. Insgesamt seien dabei auf Anordnung des NRW-Gesundheitsministeriums 355 Personen auf das Coronavirus getestet worden. 

"Das beinhaltet das gesamte zu diesem Zeitpunkt in der Produktion tätige Personal, sowohl eigene als auch fremde Mitarbeiter, sowie auch das Personal von Verwaltung und Vertrieb", erklärte Metten. Mittlerweile liegt das erfreuliche Ergebnis vor: Nach Angaben des Fleischwarenproduzenten gebe es keinen positiven Fall in den eigenen Reihen. "Dies ist eine Bestätigung für das vorbildliche Hygiene- und Gesundheitsmanagement des mittelständischen Familienunternehmens", hieß es aus Finnentrop. 

Nach Tests auf Coronavirus bei Metten: Hygienevorschriften nochmals verschärft

Der geschäftsführende Gesellschafter Tobias Metten betont, dass das Unternehmen zu Beginn der Corona-Krise die ohnehin strengen Hygienevorschriften nochmals verschärft habe: "Angefangen bei zusätzlicher Desinfektion und Sonderreinigungen, über Mundschutz und Abstandsregelungen, modifizierte Pausenzeiten bis hin zur Änderung der Laufwege im Betrieb haben wir in den letzten Monaten unter erschwerten Bedingungen gearbeitet." Zudem habe das Unternehmen auf jegliche Coronavirus-Verdachtsfälle im familiären Bereich oder im Freundschaftsumfeld von Mitarbeitern konsequent mit Arbeitsfreistellung bzw. Quarantäne reagiert.

Auch Metten Fleischwaren arbeitet nach eigenen Angaben - wie viele andere Unternehmen der Branche - außerhalb von Kernbereichen der Produktion mit Werkverträgen. Allerdings betont das Unternehmen aus Finnentrop, dass man die Arbeitsbedingungen dort "in keinster Weise" mit den durch den Coronavirus-Ausbruch bei Tönnies* derzeit im öffentlichen Fokus stehenden Bedingungen in großen Schlachthöfen oder Zerlege-Unternehmen vergleichen könne. 

Die aktuellen pauschalen Vorwürfe gegen die gesamte Fleischbranche kritisiert Metten daher auch "mit aller Deutlichkeit", wie Tobias Metten erklärte: "Ein ganzer Wirtschaftsbereich wird seit Wochen wegen eventuellen Missständen bei wenigen Unternehmen und einzelnen schwarzen Schafen unter den Dienstleistern an den Pranger gestellt. Das haben weder unsere hart arbeitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch wir als Unternehmer in dieser schwierigen Zeit verdient." 

Kein gesundheitliches Risiko auf Coronavirus durch Metten-Produkte

Die zwei Personaldienstleister, mit denen Metten "seit vielen Jahren" zusammenarbeite, sind nach Unternehmensangaben "deutsche Unternehmen mit deutschen Sozialversicherungsverträgen". Die Leiharbeiter seien meist über viele Jahre am Standort beschäftigt und es finde kein regelmäßiger Wechsel der Arbeitsstätte statt. "Sie arbeiten nach deutschem Arbeitsrecht unter den gleichen Bedingungen und genießen die gleichen Vergünstigungen wie die Belegschaft der Firma Metten", teilte Metten mit. Sie seien "ein wichtiges Element, um dem Unternehmen vor dem Hintergrund starker saisonaler Auslastungsschwankungen bei dem hohen Preisdruck in der Ernährungsbranche die nötige Flexibilität zu bieten". 

Die von der Metten-Gruppe hergestellten Produkte unterliegen nach Unternehmensangaben der strengen behördlichen Kontrolle des Veterinäramtes des Kreises Olpe und seien einwandfrei verkehrsfähig. Mit Blick auf die teilweise verunsicherten Verbraucher betont Geschäftsführer Tobias Metten: "Der Verzehr unserer Produkte birgt kein gesundheitliches Risiko für den Verbraucher." 

Wie der Kreis Olpe am Donnerstag mitteilte, hätten auch die Corona-Reihentests bei den 124 Mitarbeitern des Fleischmarktes Olpe bislang nur negative Ergebnisse hervorgebracht. *sauerlandkurier.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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