Tourismus im In- und Ausland

Urlaub trotz Corona: NRW-Minister sieht keinen Grund, das Reisen weiter zu verbieten

Urlaub in NRW: Das ist 2020 in der Coronavirus-Pandemie für viele ungleich attraktiver. Einige Lockerungen ermöglichen jetzt Urlaub nahe der Heimat, den anderen Bundesländern und bald auch in Nachbarländern. Gutscheine als Entschädigung für corona-bedingt abgesagte Reisen sind staatlich abgesichert.

  • Das Coronavirus zwingt die Menschen in Deutschland zu erheblichen Einschränkungen beim Urlaub.
  • Die Reisewarnung für EU-Länder könnte nach dem 14. Juni aufgehoben werden. 
  • NRW-Minister Laumann sieht keinen Grund, den Menschen das Reisen zu verbieten (Update 22. Mai, 11.08 Uhr).

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Update 22. Mai, 11.08 Uhr: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sieht angesichts der sinkenden Corona-Infektionszahlen "keinen Grund, den Menschen das Reisen weiterhin zu verbieten". Zwar gebe es mehr Risiken, wenn mehr gereist werde. "Aber man kann es gut verantworten."

Wenn weiter Fortschritte gemacht würden, werde die Lage "in ein paar Wochen" hoffentlich noch besser sein. Es gebe viele Kreise in NRW und anderswo in Deutschland, die derzeit nicht einmal mehr eine Neuinfektion pro Tag aufwiesen. Das eröffne die Möglichkeit, die Einschnitte Schritt für Schritt zurückzunehmen.

Bei den Beratungen innerhalb der EU zum Abbau der Reisebeschränkungen vor den Sommerferien hatte es zuletzt erste Fortschritte gegeben. Die Reisewarnung für EU-Länder könnte nach dem 14. Juni aufgehoben werden.

Urlaub in der Corona-Krise: Kurz-Trip nach Roermond

Update, 20. Mai, 16.57 Uhr: Das Wetter an Christi Himmelfahrt soll traumhaft werden - ein perfekter Tag, um trotz des Feiertages in NRW shoppen zu gehen. Scharen von Einkaufstouristen fahren üblicherweise am Himmelfahrtstag aus NRW in die Niederlande. Vergangenes Wochenende war es in Venlo bereits so voll, dass die Stadt im Notfall auch abriegeln würde.

Venlo rechnet mit einem Ansturm von deutschen Einkaufstouristen und hat wegen Corona zur Disziplin aufgerufen. Für einen vergnüglichen Familienausflug sei es noch zu früh. Besucher sollten alleine kommen, gezielt einkaufen und dabei auf jeden Fall Abstand halten, sagte ein Sprecher der Stadt. 

"Kaufen Sie also sehr planvoll ein und kommen sie nur ALLEINE", hieß es in einem Aufruf der Stadt. Auch die Niederländische Grenzstadt Roermond hat für Donnerstag stärkere Kontrollen angekündigt und noch mal auf geltende Regeln hingewiesen.

Urlaub trotz Corona: Gutscheine nach corona-bedingter Absage staatlich abgesichert

Update, 20 Mai, 13.50 Uhr: Die Bundesregierung will den von der Corona-Pandemie schwer getroffenen Reiseunternehmen helfen und hat dazu eine freiwillige Gutscheinlösung für Pauschalreisen beschlossen

Gutscheine als Entschädigung für coronabedingt abgesagte Pauschalreisen, die vor dem 8. März gebucht wurden, sind künftig bis zu hundert Prozent ihres Wertes vom Staat abgesichert, wie das Bundesjustizministerium am Mittwoch mitteilte. Bei einer Insolvenz des Reiseunternehmens gehen die Kunden damit nicht leer aus. 

Urlaub trotz Corona: EU lehnt verpflichtende Gutscheinlösung ab

Die Gutscheine seien freiwillig, Pauschalreisende könnten sie auch ablehnen, betonte das Ministerium. Eine verpflichtende Gutscheinlösung hatte die EU-Kommission abgelehnt. "Freiwillige Gutscheine statt 'Geld zurück' - wir haben eine Lösung gefunden, die die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher wahrt und gleichzeitig der Reisebranche hilft", erklärte Justizministerin Christine Lambrecht (SPD)

Mit der zusätzlichen staatlichen Insolvenzsicherung schaffe die Regierung "einen echten Anreiz", sich für Gutscheine statt Rückzahlung der Anzahlung zu entscheiden, wenn die Reise wegen der Corona-Pandemie ausfallen muss. 

Lambrecht appellierte an die Verbraucher: "Wer sich für einen Gutschein entscheidet, leistet auch einen wichtigen Beitrag dazu, die Vielfalt der Angebote und Dienstleistungen im Reisesektor zu erhalten." Sie kündigte "für die spezifischen Bedürfnisse der Branche" zudem eine "zügige Lösung" zur Nutzung der bestehenden Hilfsprogramme an.

Urlaub trotz Corona: Flughäfen hoffen auf Anstieg der Starts und Landungen

Update, 19. Mai, 10.21 Uhr: Nach dem dramatischen Einbruch der Passagierzahlen durch die Corona-Krise hoffen die Flughäfen in NRW ab dem kommenden Monat auf einen schrittweisen Anstieg der Starts und Landungen. "Für Juni erwarten wir eine sukzessive Steigerung des Verkehrsaufkommens", sagte ein Sprecher des größten NRW-Airports in Düsseldorf. 

Urlaub trotz Corona: Nur zwei Prozent des üblichen Passagieraufkommens

Einige Fluggesellschaften wie beispielsweise Eurowings hätten für den kommenden Monat bereits mehr Flüge angekündigt. In Düsseldorf werden aktuell nur etwa zwei Prozent des für diese Jahreszeit üblichen Passagieraufkommen abgefertigt. 

Ähnlich sieht die Lage am Airport Köln/Bonn aus. Dort sind im gesamten April nach Angaben einer Sprecherin etwa 4700 Passagiere gestartet oder gelandet. Zum Vergleich: Im April 2019 waren es rund 970.000. Aktuell würden durchschnittlich 100 Passagiere pro Tag in Köln/Bonn starten oder landen. "Normalerweise sind es zu dieser Zeit während des Sommerflugplans etwa 30.000 täglich", teilte die Sprecherin mit. 

Urlaub trotz Corona: Lufthansa will Flüge von Münster nach München anbieten

Am Dortmunder Airport ging die Zahl der Passagiere auf 1,5 Prozent des Vorjahresniveaus zurück. In Weeze am Niederrhein starten und landen derzeit überhaupt keine Linienmaschinen. Von dort können erst wieder ab Juli Flüge mit Ryanair gebucht werden, wie ein Sprecher sagte. 

Die Lufthansa will ab dem 2. Juni wieder Flüge vom Airport Münster/Osnabrück nach München anbieten. Zunächst soll es bis Mitte Juni täglich außer samstags eine Verbindung geben, teilte der Airport mit.

Und auch der niederländische Anbieter AIS Airlines nimmt seine Linienflüge von Münster/Osnabrück nach Stuttgart wieder auf. Laut einer Pressemitteilung sollen die Flieger ab dem 8. Juni starten. 

Urlaub trotz Corona: Chancen auf am steigen

Update, 18. Mai, 19.27 Uhr: Die Chancen auf Urlaub am Mittelmeer steigen trotz Coronavirus für viele NRW-Bürger: Bundesaußenminister Heiko Maas verständigte sich heute mit seinen Kollegen aus zehn der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen darauf, auf eine Öffnung der Grenzen für Touristen bis zum Sommerbeginn hinzuarbeiten.

Bei einer Videokonferenz setzten sie sich gemeinsam das Ziel, die wegen der Corona-Pandemie angeordneten Grenzkontrollen und Quarantäneregeln aufzuheben und die notwendige Hygiene an den Urlaubsorten zu gewährleisten. Maas (SPD) kündigte nach dem Treffen an, die noch bis zum 14. Juni weltweit geltende Reisewarnung für deutsche Touristen zunächst nur für die Europäische Union aufheben und durch individuelle Reisehinweise für die einzelnen Länder ersetzen zu wollen.

Darin soll dann auf die unterschiedlichen Risiken aufmerksam gemacht werden. Auch über eine Aufhebung der Reisewarnung für einzelne Länder außerhalb der EU wird im Auswärtigen Amt bereits nachgedacht. "Wir wollen Schritt für Schritt in die Normalisierung zurück", sagte Maas. Er betonte aber auch, dass der Sommerurlaub nicht so werden wird wie vor der Corona-Krise. Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Es wird keine normale Tourismussaison sein können, es wird eine Tourismussaison im Zeichen der Pandemie sein. Das ist die Wahrheit."

Urlaub trotz Corona: NRW beliebt

Update, 18. Mai, 15.39 Uhr: Das lange Wochenende steht an und viele Menschen sind nach den massiven Einschränkungen in der Coronakrise mit Homeoffice und Kinderbetreuung in Urlaubsstimmung. So erleben Campingplatz-Betreiber in Nordrhein-Westfalen  einen noch größeren Ansturm als in den Vorjahren und auch schon zahlreiche Buchungen für den Urlaub in den Sommermonaten. Aber auch Hotels und Pensionen in NRW dürfen seit Montag wieder Touristen begrüßen. Nach wochenlangem Stillstand in der Coronavirus-Pandemie haben sich die Betriebe auf einen Neustart vorbereitet, hieß es in Eifel, Sauerland und am Niederrhein.

Die Campingplätze seien in der zweiten Wochenhälfte landesweit so gut wie ausgebucht, sagte der Verbandsvorsitzende Leo Ingenlath am Montag. Das Christi-Himmelfahrts-Wochenende habe schon immer zu den Spitzenzeiten gehört. "Aber was in diesem Jahr abgeht, ist der Wahnsinn." Auch für die Sommerferien gebe es schon ungewöhnlich viele Buchungen, auch für zweiwöchige Aufenthalte. Das betreffe nicht nur die Stellplätze für Wohnmobil oder Wohnwagen, sondern auch die Unterkünfte in den oft kleinen Häusern, die auf den Plätzen stünden.

"Die Leute wollen nicht mehr weit weg fahren, sie wollen im eigenen Bundesland bleiben", schloss Ingenlath aus vielen Gesprächen. In der Corona-Krise wollten sie mehr Sicherheit. Dazu gehörten auch Camper, die normalerweise in die Niederlande oder nach Belgien fahren, jetzt aber auf Campingplätze in Nordrhein-Westfalen umschwenken, sagte der Vorsitzende des Verbandes, der 130 Mitgliedsunternehmen in NRW zählt.

Urlaub 2020 trotz Coronavirus: Ansturm auf Camping-Plätze

Camping ist in NRW seit einer Woche erlaubt, am Montag durften dann auch Hotels und Pensionen wieder öffnen. Nach ersten Rückmeldungen startete der überwiegende Teil der Beherbergungsbetriebe direkt am Montag, weitere wollten in den nächsten Tagen öffnen, wie es in den Tourist-Informationen von Eifel, Sauerland und Niederrhein hieß.

Der Hotel- und Gaststättenverband NRW bewertete die Auflagen der Landesregierung im Wesentlichen als "guten Mittelweg zwischen Schutz und Wirtschaftlichkeit." Es gebe keine maximale Belegungsraten und auch keine zeitliche Sperre für die Wiederbelegung. Trotzdem würden viele Betriebe die Situation ohne zusätzliche Unterstützung durch den Staat nicht überleben, sagte NRW Dehoga-Präsident Bernd Niemeier. Der Verband gehe davon aus, dass rund 30 Prozent der Betriebe ohne Unterstützung je nach weiterer Entwicklung vor dem Aus stünden.

"Jeder versucht jetzt, für sich eine Normalität in den Betrieb zu bringen", sagte der Sprecher der Sauerland Tourismus Rouven Soyka. Da es in den vergangenen Wochen kaum Stornierungen gegeben habe, könne die Branche auf eine gute Grundauslastung aufbauen. Von zahlreichen Anfragen berichtet auch René Wißgott, Vize-Geschäftsführer der Rureifel-Touristik: Insgesamt sei das Buchungsgeschäft gut angelaufen. Rund 70 Prozent der Übernachtungsbetriebe sei direkt am Montag gestartet, der Rest werde in den nächsten Tagen dazu kommen.

Auch am Niederrhein sind fast alle Hotels und Pensionen wieder in Betrieb, wie die Geschäftsführerin der Niederrhein Tourismus Martina Baumgärtner sagte. In den nächsten Tagen werde es neue Urlaubspauschalen geben, die das Geschäft weiter ankurbeln sollen.

Urlaub trotz Coronavirus: Hotels öffnen wieder - Jugendherbergen nicht

Update, 18. Mai, 08.35 Uhr:  Nach wochenlangem Stillstand dürfen Hotels heute für Touristen wieder öffnen. Das dürften auch die Jugendherbergen. Nach Angaben des Deutschen Jugendherbergswerks ist aber noch nicht klar, welche Vorgaben des Landes umgesetzt werden müssen. Darum gibt es noch kein Öffnungsdatum.

Die touristischen Regionen sind froh, noch im Mai mit dem Feiertagsgeschäft starten zu können. Das gebe den Betrieben Rückenwind, hieß es aus Eifel, Sauerland und Niederrhein. Aber durch den Mehraufwand wegen erhöhter Anforderungen würden sie weniger verdienen. Vor allem für kleinere Betriebe stelle sich die Frage, ob sich das rechne. Denn entsprechend zur Gastronomie gelten strenge Hygiene- und Infektionsstandards, Abstandsregelungen und Kontaktbeschränkungen.

Vor einer Woche hatten schon Campingplätze, Ferienwohnungen und Ferienhäuser öffnen dürfen. Ursprünglich war geplant, dass die Hotels erst an Christi Himmelfahrt (21. Mai) starten dürfen. Mit dem jetzt vorgezogenen Start sollen sich die Betriebe auf das lange Feiertagswochenende vorbereiten können.

Wann die Jugendherbergen wieder starten können, war zunächst unklar. Die großen Häuser etwa in Münster, Dortmund und Bielefeld öffnen nach Angaben Jugendherbergswerks nicht vor dem 28. Mai. Auch für die Jugendherbergen im Rheinland wie in Düsseldorf und Köln gibt es demnach vorerst kein Öffnungsdatum.

Update, 17. Mai, 12.53 Uhr: Das Gesundheitsministerium des Landes NRW hat zu Samstag, 16. Mai, die Corona-Schutzverordnung aktualisiert - und auch die Akteure in den für den NRW-Tourismus wichtigen Bereichen Restaurants und Hotels müssen einiges beachten.

Hotels dürfen demnach ab diesem Montag wieder öffnen - unter bestimmten Auflagen: "Beschäftigte, die direkten Kontakt mit Gästen haben, müssen eine Mund-Nase-Bedeckung tragen." Die Zimmerreinigung soll darüber hinaus "bei kürzeren Aufenthalten" nicht jeden Tag, sondern nur nach der Abreise erfolgen. Alles, was im Hotelzimmer liegt - etwa Zeitschriften oder Kulis - muss mindestens nach jedem Gästewechsel gereinigt werden.

Auch für die Restaurants gibt es Neuerungen zu beachten: Zu den bereits bekannten Regeln kommt in den neu veröffentlichten "Hygiene- und Infektionsstandards" die Möglichkeit, Gästen einen Mundschutz zu verpassen - wenn sie nicht an ihrem Tisch sitzen. So kann zum Beispiel beim Gang auf die Toilette vom Mindestabstand zu anderen Tischen abgesehen werden. Gewürzstreuer und Zahnstocher dürfen nicht offen auf dem Tisch stehen. Werden sie angereicht, müssen sie nach der Benutzung abgewischt werden - wie auch Speisekarten.

Urlaub 2020: Quarantäne-Vorschrift für Rückkehrer nach NRW aufgehoben

Update, 15. Mai, 09.42 Uhr:Die Quarantäne-Vorschrift für NRW-Rückkehrer  ist seit Freitagmorgen aufgehoben. Ursprünglich mussten Personen, die nur für ein paar Tage in Nachbarstaaten verreisten, anschließend 14 Tage in Quarantäne. Das gilt seit 0 Uhr nicht mehr. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet spricht von einem "Zeichen für gute Nachbarschaft und mehr Europa".

Laschet, der sich für die Wiederbelebung des Tourismus über die Grenzen hinweg eingesetzt hatte, betont, dass in NRW die Grenzen zu Belgien und den Niederlanden zu keinem Zeitpunkt geschlossen gewesen seien. Es gehe auch darum, den Volkswirtschaften wieder auf die Beine zu helfen. 

Deutliche Auswirkungen der Corona-Krise im Tourismus

Das Statistische Landesamt hat ausgewertet, wie sich die beginnende Corona-Krise im März auf den Tourismus in NRW ausgewirkt hat. Touristische Übernachtungen seien massiv zurückgegangen, wie das Landesamt am Freitag mitteilte.

Die Zahl der Übernachtungen sank demnach um knapp zwei Millionen oder 54,2 Prozent im Vergleich zum März 2019. Die Zahl der Gäste ging sogar um rund 64 Prozent auf 721.000 zurück. 

Noch deutlicher zeigt sich die Krise in den Zahlen ausländischer Gäste: Bei Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland gab es einen Rückgang von fast 71 Prozent. 

Im gesamten ersten Quartal des Jahres besuchten den Angaben zufolge 4,1 Millionen Gäste die Beherbergungsbetriebe und Campingplätze in Nordrhein-Westfalen. Das waren knapp 23 Prozent weniger als in den ersten drei Monaten des Vorjahres.

Urlaub 2020 und Corona: Keine Quarantäne-Pflicht für Rückkehrer

Update, 14. Mai, 20.44 Uhr: NRW hebt die Quarantäne-Vorschrift für Rückkehrer aus den europäischen Nachbarstaaten auf. Das teilte die Landesregierung am Donnerstagabend mit. Rückkehrer müssen damit nach einem Aufenthalt in den Ländern nicht mehr für 14 Tage in Quarantäne wegen der Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus.

Update, 14. Mai, 9.20 Uhr: Deutschland hat am Mittwoch die Lockerung Corona-bedingter Grenzkontrollen beschlossen und strebt bis Mitte Juni die Rückkehr zum freien Reiseverkehr in der EU an. Die Bundesregierung einigte sich mit Frankreich, der Schweiz und Österreich auf ein abgestuftes Verfahren. Die EU-Kommission empfiehlt darüber hinaus allen Mitgliedsstaaten eine "stufenweise und abgestimmte" Aufhebung von Grenzschließungen. 

Urlaub 2020 trotz Corona: Das bedeuten die Lockerungen an der Grenze

Diese Lockerungen sind ab Samstag, 16. Mai, vorgesehen: 

  • Alle grenzüberschreitenden Verkehrswege nach Österreich, Frankreich und in die Schweiz werden wieder geöffnet.
  • Es wird, außer an der Grenze zu Luxemburg, aber weiterhin Kontrollen geben. 
  • Auch mit Dänemark strebt Innenminister Horst Seehofer eine entsprechende Einigung an. 
  • Ausländern ist die Einreise weiterhin nur aus bestimmten Gründen erlaubt: Für Berufspendler, den Güterverkehr und aus "triftigem Grund". Es soll Lockerungen etwa für unverheiratete Paare geben. Seehofer will über weitere Ausnahmen - etwa für Schülergruppen - sprechen.

Ab dem 15. Juni soll in einem zweiten Schritt ganz auf die Kontrollen verzichtet werden, sofern das Infektionsgeschehen das zulasse. Es soll aber einen Rückfallmechanismus geben - denselben, den Bund und Länder für das Bundesgebiet vereinbart haben. 

Die Beschränkungen fürEinreisen aus Drittstaaten sollen bis mindestens zum 15. Juni weiter gelten, auch die 14-tägige Quarantänepflicht. Für Binnenreisen in Europa empfiehlt die Bundesregierung den Ländern dagegen, die Quarantänepflicht aufzuheben. 

Urlaub 2020 und Corona: Laschet fordert rasches Ende der Grenzschließungen

Update, 21.36 Uhr:Armin Laschet (CDU), NRW-Ministerpräsident, will ein rasches Ende der Grenzschließung. "Es tut mir in der Seele weh, wenn ich sehe, dass die Schlagbäume in Europa wieder unten sind", sagte er der Süddeutschen Zeitung. "Deshalb sollten wir in dieser Woche die Grenzschließung beenden und Europa wieder herstellen", sagte Laschet. 

Es brauche nun Regeln, die die Menschen vor der Ausbreitung des Corona-Virus schützen, aber nicht an nationalen Grenzen Halt machten. "Wir stehen in Nordrhein-Westfalen in engem Austausch mit unseren Nachbarn in Belgien und den Niederlanden, um gemeinsam gegen die Pandemie zu kämpfen und hier perspektivisch den grenzüberschreitenden Tourismus wieder zu ermöglichen", so Laschet weiter.

Ob touristische Reisen wieder stattfinden könnten, müsse im Lichte der Infektionszahlen europäisch abgestimmt entschieden werden. "Wir brauchen schnell eine Lösung auch für die Grenze zu Frankreich und Luxemburg, um die offenen Grenzen im Schengenraum wiederherzustellen." Die Quarantäne-Regeln sollten zeitnah auf außereuropäische Reisen beschränkt werden. 

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Hoffnung auf eine schrittweise Öffnung der Grenzen zu den Nachbarländern gemacht. Veränderungen bei den Grenzkontrollen müssten immer in Kooperation mit den Nachbarn gemacht werden, sagte Merkel am Dienstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen in einer virtuellen Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag.

Das Thema werde an diesem Mittwoch im Kabinett besprochen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) wolle sich bis Freitag zu dem Thema äußern. Auch die Frage der Quarantäne bei der jeweiligen Einreise müsse geklärt werden - auch hier wisse die Regierung dass es eine Perspektive geben müsse.

Urlaub trotz Corona: Hoffnung auf Reise-Erleichterungen vor den Sommerferien

Update, 12. Mai, 16.15 Uhr: Gut sechs Wochen vor den Sommerferien in NRW gibt es Hoffnung auf Reise-Erleichterungen trotz Corona-Pandemie. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte der "Rheinischen Post" am Dienstag: "Wenn Frankreich den Lockdown am 11. Mai beendet, brauchen wir eine Lockerung für Rückkehrer aus den europäischen Ländern." In diesem Punkt herrsche Einigkeit mit den Regierungschefs aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

Derzeit muss sich jeder, der aus dem Ausland nach Deutschland einreist, für zwei Wochen in Quarantäne begeben. Ausnahmen gelten unter anderem für Berufspendler. Unter rein gesundheitlichen Gesichtspunkten seien solche Unterschiede nicht einleuchtend, sagte der Münsteraner Rechtsprofessor Janbernd Oebbecke der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

Falls kein Bund-Länder-Konsens in der Frage zu erzielen sei, könnte NRW seine Corona-Einreiseverordnung am 30. Mai im Alleingang auslaufen lassen. Dies betreffe dann aber nur die Quarantäne - nicht die von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zu entscheidende Frage der Kontrollen an deutschen Außengrenzen, unterstrich Oebbecke.

Update, 12. Mai, 14.41 Uhr: Pfingsten ist Urlaubszeit. Die Feiertage Anfang Juni laden dank (oftmals) gutem Wetter zu Kurzurlauben im eigenen Land oder etwa in den Niederlanden ein - ob Camping in NRW, ein Besuch der ostfriesischen Inseln oder an Deutschlands Küsten in Mecklenburg-Vorpommern oder Niedersachsen.

Wochenlang mussten Touristen aber fern bleiben, jetzt ist Urlaub an Deutschlands Küste oder in Bayern für Pfingsten und die Zeit danach aber wieder in greifbare Nähe gerückt. Hier lesen Sie, was vorbehaltlich in NRW an Pfingsten 2020 möglich sein sollte.

Update, 10. Mai, 11.43 Uhr: Ist das ein Zeichen auch für deutsche Urlauber? Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hat seinen Landsleuten in der Corona-Krise Hoffnung auf einen Sommerurlaub am Strand gemacht. "Diesen Sommer werden wir nicht auf dem Balkon verbringen, und die Schönheit Italiens wird nicht in Quarantäne bleiben. Wir können ans Meer fahren, in die Berge, unsere Städte genießen", sagte Conte der Zeitung "Corriere della Sera". Ob Touristen aus dem Ausland kommen dürfen, sagte er nicht.

Urlaub trotz Corona: Campingplätze, Ferienhäuser und Ferienwohnungen öffnen

Update 8. Mai, 9.15 Uhr: Passend zu der Urlaubslust atmet die Tourismus-Branche in NRW auf und bereitet nach wochenlangem Stillstand den Neustart vor. Am 11. Mai öffnen nach der Corona-Zwangspause die Campingplätze, Ferienhäuser und Ferienwohnungen.

Touristen dürfen wider Erwarten landesweit schon ab dem 18. Mai und damit früher als geplant in Hotels übernachten, wie NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart mitteilte. Geplant war vorher, dass die Hotels an Christi Himmelfahrt (21. Mai) wieder öffnen dürfen. Die Betriebe sollen sich mit dem vorgezogenen Start auf das lange Feiertagswochenende vorbereiten können.

Auch gastronomische Angebote solle es dann wieder in Hotels geben. Ab dem 30. Mai sind laut Pinkwart auch wieder touristische Führungen sowie kleine Gruppen- und Busreisen möglich. Für alles gelten laut Pinkwart strenge Hygiene-Konzepte.

Der Start noch im Monat Mai mit den Feiertagen gebe den Betrieben Rückenwind, hieß es in Eifel, Sauerland und Niederrhein. Aber wegen der erhöhten Hygieneanforderungen würden sie weniger verdienen: Mehr Reinigungszyklen, zwei Durchläufe für Frühstück, Mittag- oder Abendessen, weil weniger Gäste in den Raum dürfen, mehr Personal, das koste einfach mehr, sagte die Geschäftsführerin der Monschau Touristik, Margareta Ritter.

Es stelle sich die Frage, ob sich das rechne: "Die große Frage wird sein, reicht das." Vor allem die kleineren Betriebe würden sich wahrscheinlich fragen, ob sich das Öffnen rentiere, sagte auch die Geschäftsführerin des Niederrhein-Tourismus, Martina Baumgärtner

Urlaub trotz Corona in Deutschland: Dänemark erteilt Deutschland-Urlaube eine Absage

Update 17.04 Uhr: Das Land Nordrhein-Westfalen plant, an Christi Himmelfahrt (21. Mai) auch für Touristen wieder zu öffnen. Das geht aus dem NRW-Stufen-Plan hervor. Dafür gelten strenge Auflagen analog mit einem verpflichtenden Hygieneschutzkonzept sowie der Gewährleistung von Abstandsregelungen und Kontaktbeschränkungen.

Update 6. Mai, 15.44 Uhr: Urlauber aus Deutschland werden weiterhin vorerst nicht nach Dänemark einreisen können. Die in der Corona-Krise ergriffenen Maßnahmen hätten zwar schwere Folgen für den Tourismus, sagte Justizminister Nick Hækkerup im Parlament in Kopenhagen auf eine Frage der Opposition, ob die Grenze für deutsche Touristen wieder geöffnet werden sollte.

So wie die Situation derzeit aussehe, sollten Touristen seiner Ansicht nach aber nicht nach Dänemark einreisen dürfen, da sie möglicherweise eine Coronavirus-Infektion mit ins Land bringen könnten. Es sei weder sein Wunsch noch derjenige der Regierung, die Grenzen länger als notwendig geschlossen zu halten, machte Hækkerup klar. Man müsse jedoch erst die Ergebnisse der bisherigen Lockerungen der Corona-Maßnahmen abwarten, ehe Weiteres geändert werden könne.

Urlaub 2020 trotz Corona in Deutschland: Auch Schlesweig-Holstein lockert

Update, 17.16 Uhr: Auch Schleswig-Holstein plant nun Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Gastronomie und Tourismus ab Mitte Mai. "Wir wollen eine klare Perspektive für alle Bereiche geben", sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Am Montag hatten bereits Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern angekündigt, Urlaub an der See wieder möglich machen zu wollen.

Update 5. Mai, 11.30 Uhr: Auch Mecklenburg-Vorpommern will Reisen wieder erlauben. Nach der Verständigung zwischen der Schweriner Landesregierung und dem Gastgewerbe sollen Gaststätten im Land von Samstag (9. Mai) an von 6 bis 21 Uhr unter strikten Hygieneauflagen und mit maximal sechs Erwachsenen je Tisch für Einheimische öffnen dürfen.

Am 18. Mai sollen auch Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen für Einheimische öffnen. Zum 25. Mai soll dann das seit Mitte März geltende Einreiseverbot für Touristen aus anderen Bundesländern aufgehoben werden. Den Hotels soll eine Vermietung von maximal 60 Prozent ihrer Bettenkapazitäten erlaubt werden. Damit wäre nach dem verpassten Ostergeschäft Pfingsturlaub von Ende Mai an der Ostsee oder in der Mecklenburgischen Seenplatte wieder für alle Bundesbürger möglich.

Tags zuvor sollen vom 11. Mai an sollen Ferienhäuser und -wohnungen sowie Campingplätze in Niedersachsen mit einer maximalen Auslastung von 50 Prozent belegt werden können. Allerdings gilt eine Frist von sieben Tagen für die erneute Belegung.

Die Hotellerie in Niedersachsen kann dem Plan zufolge am 25. Mai ihr Geschäft wieder aufnehmen, ebenfalls bei maximal 50 Prozent Auslastung und weiteren Auflagen.

Update, 13.28 Uhr: Ende Juni beginnen die Sommerferien in NRW. Die Deutschen müssen die Hoffnung auf Urlaub im Sommer 2020 noch nicht aufgeben - auch nicht mit Blick auf Reisen in das Ausland.  

"Es kann sein, dass die Grenzen dann wieder geöffnet sind", sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in einer Hörer-Fragerunde bei WDR2. Reisen innerhalb Europas könnten dann eventuell möglich sein.

Diskussionen um eine eventuelle Verkürzung der Sommerferien erteilte Laschet derweil eine Absage.

Urlaub 2020 trotz Corona in Deutschland: Ohne Einschränkungen geht es nicht

Update 4. Mai, 7.22 Uhr: Betreiber von Campingplätzen, Hoteliers, Gastwirte, Vermieter von Ferienhäusern und Reiseveranstalter stehen in den Startlöchern. Sie warten in der Corona-Krise auf grünes Licht für die Sommerreisezeit. Aktuell dürfte es zunächst auf Urlaub zwischen Rügen und Zugspitze statt auf Mallorca oder Kreta hinauslaufen. Erste Attraktionen wie Museen, Zoos und Ausstellungen dürfen in allen Bundesländern unter Auflagen wieder öffnen.

Einige Ministerpräsidenten haben zudem einen Drei-Stufen-Plan für ein allmähliches Anlaufen von Tourismus, Gastronomie und Hotellerie in Deutschland vorgelegt. Über mögliche Lockerungen in der Gastronomie in Deutschland wollen am Dienstag die Wirtschaftsminister der Länder mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) beraten. Dabei soll es auch um die Hotellerie sowie die Veranstaltungsbranche gehen.

Der Deutsche Tourismusverband rechnet mit einer schrittweisen Lockerung, von der zunächst Ferienhäuser und andere Unterkünfte zur Selbstversorgung profitieren dürften. Auch Urlaub auf dem Bauernhof dürfte dazu zählen.

"Generell wird der ländliche Raum in diesem Jahr beim Sommerurlaub eine besondere Rolle spielen. Denn der Tourismus muss sich ein bisschen besser verteilen", sagte Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes. Zugleich warnte er: "Viele Akteure können in der Krise noch maximal ein bis zwei Monate ohne staatliche Hilfe überleben. Es besteht die Gefahr, dass manche Unterkünfte oder Hotels im Sommer nicht mehr da sind, das Angebot für Urlauber also schrumpft."

Die Branche fordert neben Hilfen einen bundesweit abgestimmten Fahrplan. "Wir müssen wissen, was und zu welchen Bedingungen passiert", sagte beispielsweise Christian Günther, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Campingwirtschaft in Deutschland. Ganz ohne Einschränkungen wird der Urlaub wohl auch in der Heimat nicht sein.

  • Ferienhäuser/Wohnungen: Nicht alle werden vermutlich im ersten Schritt Urlaub in einem Ferienhaus machen können. "Als große Gruppe oder mit mehreren Familien zu verreisen, wird solange nicht möglich sein, wie die allgemeinen Kontaktbeschränkungen bestehen bleiben", erwartet Michelle Schwefel, Geschäftsstellenleiterin des Deutschen Ferienhausverbandes. Zunächst könnten voraussichtlich Menschen, die zusammen wohnen, auch gemeinsam reisen. "Das könnte die Familie, die WG oder das Paar sein. Durch die Erfassung der Gastgeber zum Beispiel über Kurkarten könnte dies überprüft werden", sagte Schwefel. Aktuell stornierten einige Gäste aus Angst vor Kurzarbeit, andere weil sie gerne Urlaub unter normalen Bedingungen machen möchten. "Allerdings werden diese Lücken zunehmend wieder neu gebucht."
  • Campingplätze: "Viele Campingplatz-Betreiber sind schon auf dem Platz und bereiten sich vor", berichtet Günther. "Wir gehen davon aus, dass die Betreiber binnen maximal einer Woche Schutzmaßnahmen wie beispielsweise Acrylglasscheiben an der Rezeption, ausreichend Spender für Desinfektionsmittel, Abstandsregeln in Restaurants oder Schulung der Mitarbeiter umsetzen können." Für die Branche sind vor allem die klassischen Ferienmonate Juli und August entscheidend, sie stehen für bis zu 80 Prozent des Jahresumsatzes. "In den vergangenen Wochen wurden 75 Prozent der Buchungen für den Sommer storniert", sagte Günther. "Sollte die Öffnung der Campingplätze für Urlauber beschlossen werden, dürfte es mit den Buchungen aber ganz schnell nach oben gehen."
  • Hotels/Gaststätten: Viele Betriebe haben nach Angaben des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga bereits ein Sicherheitskonzept erstellt. "Aber noch wissen wir nicht im Detail, welche konkreten Schutzmaßnahmen die Bundesländer für unsere Betriebe beschließen werden", sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges. Der Bild am Sonntag sagte sie: "Am 6. Mai müssen ein klarer Fahrplan für meine Branche und ein Rettungsfonds beschlossen werden."
  • Reiseveranstalter: Große Veranstalter machen ihr Geschäft vor allem mit Pauschal- und Bausteinreisen für klassische Urlaubsziele rund um das Mittelmeer. Allerdings haben Tui und Co. zuletzt ihr Engagement auf dem Heimatmarkt ausgeweitet. "Wir können relativ schnell in wenigen Tagen Vorlauf Hotels und Ferienclubs startklar machen", sagte ein Tui-Sprecher. Derzeit arbeite man an einheitlichen Standards für Hotels und Clubs. Dabei gehe es um Hygiene, Abstand beim Essen oder abendlichen Barbesuch, aber auch das Sportangebot. "Fußball-Turniere wird es erst einmal nicht geben. Am Ende wird es darauf ankommen, dass alle Maßnahmen auch mit der Politik abgestimmt sind."

Aus Sicht des Veranstalters FTI könnte es eine Option sein, Hotels in der Anlaufphase nur zu etwa 50 Prozent zu füllen, das würde vieles entzerren. "Für Buffets müsste man neue Ansätze entwickeln, den Restaurant- und Café-Betrieb könnte man aber sicher über neue Hygiene- und Abstandskonzepte gut organisieren", sagte Ralph Schiller, Geschäftsführer bei der FTI Group.

  • Ferienregionen: Besonders gefragt sind FTI zufolge in Deutschland die klassischen Lieblinge, die Ostsee-Küste und das Voralpenland. "Wir erwarten jedoch, dass in den kommenden Wochen auch speziell naturnahe Hotels mit hohem Erholungsfaktor in nicht allzu weiter Ferne zum Wohnort sehr gefragt sein werden", sagte FTI-Manager Schiller. Vor der Ausweitung der Corona-Pandemie gingen für den Sommer nach Angaben des Deutschen Tourismusverbandes bereits etwa 70 Prozent der Buchungen für beliebte Regionen wie Nord- und Ostsee oder Bayern ein. Eine Stornierungswelle verzeichneten die Mitglieder des Verbandes für Sommerreisen noch nicht. Kunz ist zuversichtlich: "Urlaub in Deutschland wird in diesem Sommer sehr begehrt sein."
Der leeren Ostsee-Strand auf der Insel Usedom. Es besteht die Möglichkeit, dass Deutschland-Urlaub 2020 möglich ist.
  • Auslandsreisen: Wann Sonnenhungrige wieder zu klassischen Urlaubszielen rund um das Mittelmeer aufbrechen können, ist aktuell noch nicht abzusehen. Die weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für Touristen gilt noch bis mindestens 14. Juni. Damit sind über Pfingsten noch keine Urlaubsreisen ins Ausland möglich, die Hauptferienzeit im Sommer ist aber noch nicht betroffen - die Schulferien beginnen erst vom 22. Juni an. Die Reisebranche gibt den Sommer noch nicht verloren. So kann Branchenprimus Tui bislang keinen Trend vom Ausland ins Inland feststellen. "Die Gäste, die umbuchen, bleiben ihren Zielen treu. Sie verschieben ihre Reise lediglich zeitlich um einen oder mehrere Monate", sagte der Sprecher.

Update 30. April, 19.23 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder haben in weitere kleine Lockerungen der coronabedingten Beschränkungen beschlossen. Allerdings bleiben die Deutschen auch nach der Schalt-Konferenz weiter im Unklaren darüber, ob sie im Sommer ins Ausland in den Urlaub fahren können.

Urlaub 2020 trotz Corona? Reisewarnung verlängert - aber Öffnungen der Grenzen denkbar

Update, 17.14 Uhr: Die Bundesregierung hat die weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Corona-Pandemie bis mindestens 14. Juni verlängert. Damit sind über Pfingsten zwar noch keine Urlaubsreisen ins Ausland möglich, die Hauptferienzeit im Sommer ist aber noch nicht betroffen - die Schulferien beginnen erst ab dem 22. Juni.

Außenminister Heiko Maas äußerte am Mittwoch nach dem Kabinettsbeschluss die Hoffnung, dass bis dann die Grenzen zumindest zu einigen europäischen Ländern wieder für Touristen geöffnet werden können. "Das kann aber niemand versprechen", betonte er jedoch. Die ohnehin schon hart von der Corona-Krise getroffene Tourismusbranche erklärte, sie gebe den Sommer noch nicht verloren.

Maas hatte die Reisewarnung für alle touristischen Reisen ins Ausland am 17. März ausgesprochen - ein beispielloser Schritt. Bisher gab es solche Warnungen nur bei einer Gefahr für Leib und Leben, vor allem für Kriegsgebiete wie Afghanistan oder Syrien. Sie ermöglichen eine kostenlose Stornierung von bereits gebuchten Reisen. Die aktuelle Reisewarnung war zunächst bis zum 3. Mai befristet und wurde jetzt um fünf Wochen verlängert.

Die Entwicklung der Corona-Pandemie sei noch nicht so weit, "dass wir sorgenloses Reisen empfehlen können", sagte Maas zur Begründung. Er nannte vor allem zwei Punkte:

  • Überall gebe es noch Ausgangsbeschränkungen, Einreisesperren und Einschränkungen des Flugverkehrs. "Selbst wenn es in einigen Ländern Lockerungen gibt, (...) muss man davon ausgehen, dass es noch Wochen dauern wird, bis sich die Dinge sowohl bei uns als auch in anderen Ländern normalisieren."
  • Das Auswärtige Amt hat gerade erst 240 000 wegen Corona im Ausland gestrandete deutsche Urlauber nach Hause zurückgeholt. Maas will nicht das Risiko eingehen, dass wieder Zehntausende Deutsche wegen kurzfristiger Grenzschließungen festsitzen. "Wir werden im kommenden Sommer eine solche Aktion nicht noch einmal durchführen", betonte er.

Der SPD-Politiker will nun mit seinen EU-Kollegen nach einer gesamteuropäischen Lösung in Sachen Grenzöffnung suchen, ist inzwischen aber auch für Vereinbarungen mit einzelnen Ländern offen. "Es ist auch nicht auszuschließen, aufgrund der unterschiedlichen Verläufe der Pandemiebekämpfung in den einzelnen Staaten, dass es auch zu Differenzierungen kommen wird", sagte er.

Damit geht er nach langem Zögern auf einen Vorschlag ein, den die österreichische Regierung bereits Mitte April gemacht hat. Das Alpenland zählt neben Italien, Spanien, der Türkei  und Griechenland zu den fünf beliebtesten Urlaubszielen der Deutschen im Ausland. Umgekehrt sind die Urlauber aus Deutschland für die österreichische Tourismusbranche eine Haupteinnahmequelle.

In Österreich sollen die wegen der Corona-Pandemie geschlossen Hotels bereits Ende Mai wieder öffnen, in Polen sogar bereits nächste Woche. Die Bundesregierung wird voraussichtlich erst am 6. Mai zusammen mit den Bundesländern über einen solchen Schritt entscheiden.

Urlaub 2020 trotz Corona: Reisewarnung für Verbraucherschützer nachvollziehbar

Update, 14.19 Uhr: Deutsche Verbraucherschützer finden die verlängerte Reisewarnung nachvollziehbar. "Sie bedeutet Klarheit für alle: Verbraucher und Unternehmen", sagte der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Klaus Müller, dem Handelsblatt.

Die Bundesregierung hatte die weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Coronavirus-Pandemie bis mindestens 14. Juni verlängert. Reiseanbieter würden nun Fernreisen über Pfingsten und im frühen Sommer von sich aus absagen, Reisende könnten ihren Urlaub auch selbst kostenfrei stornieren, sagte Müller.

Der Verbraucherschützer appellierte an die Regierung, Pläne für eine verpflichtende Gutscheinlösung aufzugeben. Betroffene, deren Reisen abgesagt wurden, sollten die Wahl zwischen einer Erstattung mit Geld oder mit einem Gutschein haben. Um die Erstattungen zu finanzieren, schlägt er einen steuerfinanzierten Reisesicherungsfonds vor. Damit blieben Unternehmen zahlungsfähig.

Urlaub 2020 trotz Corona: Das Auswärtige Amt verlängert Reisewarnung

Update, 11.31 Uhr: Vor dem langen Wochenende mit dem 1. Mai hat die NRW-Landesregierung gemeinsam mit den vier Grenzregionen zum Verzicht auf nicht notwendige Reisen in die Nachbarländer aufgerufen. Auch wenn es erste Lockerungen der Corona-Maßnahmen gebe, müsse man auf allen Seiten der Grenze umsichtig sein, sagte NRW-Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner (CDU).

"Gemeinsam haben wir es geschafft, die Verbreitung des Virus in unserem grenzüberschreitenden Lebensraum zu verlangsamen. Je länger wir auf Shoppingtouren und Urlaub verzichten, umso schneller werden diese wieder möglich sein", appellierte der Minister.

Urlaub 2020 trotz Corona: Weltweite Reisewarnung verlängert

Update vom 29. April, 11.01 Uhr: Die Bundesregierung hat die weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Coronavirus-Pandemie bis mindestens 14. Juni verlängert. Ein entsprechender Vorschlag des Auswärtigen Amts wurde nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vom Bundeskabinett angenommen. Damit sind die Pfingstferien in einzelnen Bundesländern, aber noch nicht die Schulferien im Sommer betroffen, die erst ab 22. Juni beginnen.

Das Auswärtige Amt begründete die Verlängerung in der Kabinettsvorlage damit, dass "weiterhin mit starken und drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr und weltweiten Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen" sei. Die Reisewarnung gelte "bis auf weiteres fort, vorerst bis einschließlich 14. Juni 2020".

Urlaub 2020 in Corona-Krise bedingt möglich - Länder prüfen Grenz-Öffnung

Hamm - Der Sommer rückt näher. Für viele Deutsche die Zeit im Jahr, um ihren (zu normalen Zeiten schon längst geplanten) Urlaub zu machen. Doch 2020 sieht es aufgrund des Coronavirus anders aus.

Das Auswärtige Amt warnt derzeit "vor nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland", heißt es: "Sie müssen mit weiter zunehmenden drastischen Einschränkungen im Reiseverkehr, mit Quarantäne-Maßnahmen und Einschränkungen des öffentlichen Lebens rechnen."

Passend zu den Diskussionen um die bevorstehende Urlaubssaison hat Bundesaußenminister Heiko Maas die Erwartungen an eine baldige Öffnung von europäischen Reisezielen gedämpft. "Ein europäischer Wettlauf darum, wer touristische Reisen zuerst wieder zulässt, führt zu unvertretbaren Risiken", sagte der SPD-Politiker der Bild am Sonntag.

+++ Coronavirus in NRW: Alle Entwicklungen in unserem News-Ticker +++

Urlaub 2020 trotz Corona: Wann sind Reisen wieder möglich?

Der Deutsche Tourismusverband (DTV) hofft, dass Reisen innerhalb Deutschlands unter Auflagen im Sommer wieder möglich sein werden, heißt es auf Nachfrage des WA. Oberste Priorität habe dabei natürlich die Gesundheit der Gesellschaft.

Der DTV gehe davon aus, dass mögliche Lockerung für den Tourismus in Deutschland schrittweise erfolgen werden. Zu welchen Zeitpunkt das geschehen wird, ist allerdings offen. Eventuell wird es nach dem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten am 30. April und 6. Mai.

Von einer gänzlichen Absage an den (Sommer-)Urlaub 2020 will Norbert Fiebig derweil nichts wissen. "Wir brauchen niemanden, der den Sommerurlaub ins Aus katapultiert. Diese Aussagen sind zum aktuellen Zeitpunkt in keiner Weise zielführend", erklärt der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV).

Urlaub 2020 trotz Corona: Wie sieht es mit Reisen innerhalb Deutschlands aus?

Prinzipiell hält der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, einen Sommerurlaub auch in der Coronavirus-Krise für möglich. Zumindest in Deutschland.

Der leeren Ostsee-Strand auf der Insel Usedom. Es besteht die Möglichkeit, dass Deutschland-Urlaub 2020 möglich ist.

"Es steht für viele Heimat-Urlaub auf dem Programm", sagte der CDU-Politiker im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur: "Ich gehe davon aus, dass das möglich sein wird, hoffentlich auch schon im Sommer." Er glaube, es werde "im Sommer problemlos möglich sein", Ferienwohnungen und Ferienhäuser zur Vermietung aufzumachen.

Er sehe auch keinen Grund, normale Hotelzimmer nicht schrittweise zu öffnen, sagte Bareiß. Für die Hotel-Restaurants und Frühstücksbuffets könne man Lösungen finden.

Urlaub 2020 trotz Corona: Was wäre bei einer Deutschland-Reise zu beachten?

Sollte die Politik grünes Licht für Urlaub innerhalb Deutschlands geben, dann brauche es dazu aufgrund des Coronavirus klare Sicherheitskriterien. "Sicherheitsabstände, regelmäßige Desinfektion oder auch Tests für Personal und Mitarbeiter sind sicher vorstellbar", meinte Bareiß. Auch eine Maskenpflicht, wie sie mittlerweile in NRW gilt, ist denkbar.

Deutschland sei groß und habe sehr viele schöne Reiseziele, ergänzte er: "Aber in der Tat kann es natürlich an besonders beliebten Zielen auch zu Problemen kommen. Sicherheitsregeln und Abstand spielen diesen Sommer eine große Rolle. Handtuch an Handtuch am Nordsee-Strand wird es dieses Jahr nicht geben. Die Menschen sind bisher sehr verantwortungsvoll mit der Lage umgegangen, und ich vertraue darauf, dass Reisen, wenn auch mit Einschränkungen, möglich sein wird."

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner rät unter den jetzigen Umständen dazu, in Deutschland Sommer-Urlaub auf dem Land zu machen. "Im ländlichen Raum gibt es viele kleine Ferienwohnungen bis hin zum Urlaub auf dem Bauernhof mit eigenem Wohnbereich", sagte die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Auch in vielen Landgasthöfen mit großen Außenbereichen gibt es Platz für ausreichend Abstand zueinander. Für diese Bereiche könnte ich mir gut vorstellen, dass sie Teil unserer Urlaubsplanungen sein könnten, wenn Abstands- und Hygieneregeln auch wirklich einzuhalten sind."

Urlaub 2020 trotz Corona: Sollte ich eine Fernreise antreten?

Deutschland-Tourismus ja, Urlaub im Ausland jedoch eher nein. "Große Fernreisen werden in diesem Jahr eher ausfallen. Es steht für viele Heimaturlaub auf dem Programm", sagte Bareiß.

Die Reisebüros sind in den Corona-Zeiten dennoch für ihre Kunden da.

Das Auswärtige Amt rät derweil weiterhin dringend von "touristischen Reisen ins Ausland" ab. Zu dieser weltweiten Reisewarnung für Touristen, die vorerst bis zum 3. Mai gilt, sagte Bareiß: "Das ist ohne Frage eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, bei der unterschiedliche Aspekte abgewogen werden müssen." Ende April soll entschieden werden, wie mit der Reisewarnung weitergeht.

Urlaub 2020 trotz Corona: Wann sind Reisen ins Ausland wieder erlaubt?

Spanien, eines der beliebtesten Urlaubsländer vieler Deutschen, rechnet erst am Ende des Jahres wieder mit Touristen. Das Land ist neben Italien besonders stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Die Regierungen von Frankreich und Spanien haben angekündigt, über Lockerungen der harten Corona-Regeln zunächst für die eigenen Bürger zu informieren.

Laut Behörden erwäge die Türkei, ab Juni wieder Reisegäste aufzunehmen. Auch die Regierung Österreichs könnte sich eine Öffnung der Grenzen für Sommer-Urlauber aus Deutschland unter bestimmten Bedingungen vorstellen.

"Wir werden nur dort Möglichkeiten der Reisefreiheit und teilweisen Öffnung der Grenzen ermöglichen können, wo Infektionszahlen niedrig sind und sich ähnlich gestalten wie in Österreich", sagte Elisabeth Köstinger (ÖVP) am Dienstag. "Das ist in Tschechien und auch in Deutschland der Fall. Aber das wird noch eine Diskussion in der Zukunft sein."

 Im Wirtschaftsministerium der Schweiz wird ein ähnliches Vorgehen diskutiert.

+++ Coronavirus in NRW: Diese Pflichten, Verbote, Regeln und Maßnahmen gelten jetzt +++

Während es in Sachen Urlaub noch offene Fragen gibt, dürfen Friseure ab dem 4. Mai wieder öffnen - wenn auch unter gewissen Auflagen.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Vennenbernd

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